Freilichtmuseum Hagen sagt Weihnachtsmarkt ab

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Bei den Ratsfraktionen ist die Botschaft noch nicht angekommen

Dicht gedrängt vor Glühweinbuden? Lieber nicht. Der Romantische Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Hagen findet in diesem Jahr nicht statt. Foto: LWL-Freilichtmuseum Hagen.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sagt den Weihnachtsmarkt in seinem Freilichtmuseum in Hagen in diesem Jahr ab. „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Deutschland möchten wir unseren Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten und sagen die Großveranstaltung in unserem Freilichtmuseen ab“, sagte Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, erklärt Beckmann. Ein sicheres Wintervergnügen sei unter diesen Umständen nur schwer möglich. Auch ein beschränkter Zugang mit deutlich weniger Tickets zu bestimmten Zeitfenstern wurde durchdacht, aber aufgrund der schwer durchführbaren zeitgenauen Lenkung der Besucherströme als nicht durchführbar verworfen. Um den Ausstellern Planungssicherheit zu geben, musste die Entscheidung jetzt erfolgen.

Die Fraktionen im Hagener Stadtrat setzen dagegen andere Prioritäten. Dort scheint die Botschaft, die das Virus aussendet, noch immer nicht so richtig angekommen zu sein. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben sie vor allem das Wohlergehen der Budenbetreiber im Blick: „Ratsfraktionen sagen Schaustellern volle Unterstützung fürWeihnachtsmarkt zu.“

Die SPD-Fraktion unterstützt „intensiv die Vorbereitungsplanungen für unseren Weihnachtsmarkt und hofft, dass diese Planungen auch umgesetzt werden können“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Rudel.

Claus Thielmann, Fraktionsvorsitzender der FDP: „Der Hagener Weihnachtsmarkt ist nicht nur eine wichtige Einnahmequelle für die Schausteller, sondern auch ein traditioneller Termin für das Zusammenleben in unserer Stadtgesellschaft.“

Der stellvertretende CDU-FraktionsvorsitzendeJörg Klepper, sagt dazu:„Die CDU-Ratsfraktion begrüßt das Bemühen der Hagener Schausteller, auch in diesem Jahr einen sicheren und attraktiven Hagener Weihnachtsmarkt zu veranstalten.“

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Schausteller Frohsinn und Vergnügen auch in Zeiten der Pandemie möglich machen möchten“, so BfHo/Piraten-Fraktionschef Thorsten Kiszkenow.

Nicole Pfefferer (Grüne) betont, dass der von den Hagener Schaustellern gestaltete Weihnachtsmarkt für viele „ein fast unverzichtbarer Bestandteil“ der Jahreszeit ist.

„Ich freue mich, dass im Corona-Jahr der Weihnachtsmarkt in Hagen stattfinden kann, wenn auch in abgespeckter Form“, so Dr. Josef Bücker, Fraktionschef von Hagen Aktiv.

Ralf Sondermeyer von der Fraktion Die UnLinke sagt dazu: „Der Weihnachtsmarkt ist ein großes Stück Hagener Tradition und für die Schausteller überlebenswichtig.“

Leise Hinweise auf Hygienekonzepte und nach wie vor ungewisse Entwicklungen der Pandemie gehen in diesem vereinten Brauchtums-Hurra eher unter. Ob die einheitlich vorgetragene Jubelstimmung die Kommunalwahlen am 13. September lange überleben wird, bleibt abzuwarten.

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