Wie könnten die Kommunalwahlen ausgehen?

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Versuch einer Projektion

Wie könnte das Ergebnis der Kommunalwahlen am 13. September in Hagen aussehen? Das ist die große Frage, die die politisch interessierten Menschen in der Stadt umtreibt. Wird es mit dem gewohnten Krämerseelentum weitergehen oder kündigen sich Umbrüche an, die die Stadt endlich einen entscheidenden Schritt voranbringen?

Letzteres wohl kaum, denn es sind keine Akteure im Anmarsch, die eine solche Kehrtwende glaubwürdig voranbringen könnten und vor allem – wollen. So wie es momentan aussieht, werden die altbekannten Darsteller den Kuchen unter sich aufteilen. Frischer Wind ist nicht in Sicht.

DOPPELWACHOLDER.DE hat einmal versucht darzustellen, wie das Ergebnis der Kommunalwahlen in Hagen sein könnte. Umfragen gibt es bisher nicht, daher hat DW auf die Ergebnisse der Wahlen von 2004, 2009 und 2014 zurückgegriffen und im Vergleich dazu auf die jeweils letzten Umfrageergebnisse zu Bundestagswahlen vor den entsprechenden Kommunalwahlterminen.

Aus der Differenz ergeben sich die Abweichungen zwischen Bundestrends und dem Wahlverhalten der Hagener. Zwar spielen bei Kommunalwahlen immer die lokalen Probleme eine große Rolle, aber der Einfluß der Bundespolitik schwingt im Hintergrund erfahrungsgemäß mit.

Die Ergebnisse der SPD beispielsweise lagen in Hagen im Durchschnitt um 7,8 Prozentpunkte über den Umfragezahlen für die Bundesebene. Bei der CDU verhielt es sich genau andersherum; sie schnitt in Hagen durchschnittlich um 6,1 Prozentpunkte schlechter ab.

Mit dem Rückgriff auf die vorhergegangenen Wahlen fließen langjährige Bindungen an die jeweiligen Parteien mit in die Projektion ein. Grundlage der verwendeten Bundestrends sind die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen, die regelmäßig die Daten für das ZDF-Politbarometer liefert.

Die jüngsten berücksichtigten Daten sind die der FG Wahlen vom 26.06.2020. Für nur örtlich kandidierende Gruppen wie Hagen Aktiv und Bürger für Hohenlimburg sind naturgemäß keine Vergleichswerte verfügbar. Diese werden auf der Basis der Ergebnisse von 2014 unter Sonstige (SON) aufgeführt.

Das Thema „Piraten“ wird sich erledigt haben genauso wie das Mandat des REP- und Pro-Irgendwas-Vertreters Wolfgang Schulz. Dessen Stimmen dürften bei der AfD landen. Die hat erstmalig 2014 kandidiert, daher konnten hier keine langjährigen Wählerbindungen einbezogen werden, sondern nur die Daten von 2014 und die jüngste bundesweite Umfrage der FG Wahlen.

Berücksichtigt wurde auch die Reduzierung der Sitze im Rat auf 52. Unter diesen Prämissen würde die Sitzverteilung im zukünftigen Hagener Stadtrat wie folgt aussehen:

CDU  █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ (18)

SPD  █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ (12)

GRÜ  █ █ █ █ █ █ █ █ █ (9)

FDP  (1)

LIN   (1)

AfD  █ █ █ █ █ (5)

SON █ █ █ █ █ █ (6)

Es ist nur der Versuch einer Annäherung, die Realität wird sich erst am Abend des 13. September zeigen. Aber, soviel sei schon mal prophezeit, die Richtung dürfte stimmen.

5 Antworten to “Wie könnten die Kommunalwahlen ausgehen?”

  1. Klaus Rosenberg Says:

    Bei dem Versuch ein mögliches Ergebnisses der Kommunalwahl 2020 in Hagen darzustellen, kann man sich an vorliegendem Zahlenmaterial aus den vergangenen Wahlen orientieren. Eine weitere Orientierung ist auch immer mit dem „Bundestrend“ der Parteien nötig, denn es ist unbestritten, dass Ereignisse im Bund auf kommunale Wahlen Einfluss nehmen.
    Ich möchte hier aber noch speziell auf unsere Hagener Zustände eingehen. Zunächst bleibt festzustellen, dass die Einschätzungen im Artikel leider zutreffend sind. Ein „weiterso“ ist mit den altbekannten Akteuren leider möglich. Allerdings setze ich auf die Erstwähler (die hoffentlich wählen gehen) und auf die Bürger*innen denen es nicht egal ist, was aus Hagen wird. Ebenso sind es die Nichtwähler, die ja auch in Hagen wohnen leben und eventuell sogar arbeiten und vielleicht diesmal zur Wahlurne gehen. 2014 bestand diese Gruppe immerhin aus 83.876 Menschen von 150.645 Wahlberechtigten. Die sogenannten Volksparteien SPD und teilweise auch die CDU haben in den vergangenen 20 / 30 Jahren Hagen in einen Abgrund gesteuert. Auch wenn Bundes- und Landesgesetze einen großen Anteil an der misslichen Lage in Hagen haben. Viele „etablierte“ und „altgediente“ Politiker haben leider nur ihre eigene Wiederwahl und damit einen Platz an gutdotierten Finanztöpfen und Machtpositionen der Stadt im Sinn. Wir werden in den nächsten Wochen hören und lesen (WPWR, Stadtanzeiger) welche Wahlversprechen gemacht werden. Nüchtern betrachtet ist es nun an der Zeit, dass andere Akteure eine Chance bekommen sich zu beweisen. Denn schlimmer geht’s nimmer.
    Deshalb könnte auch eine andere Rats Sitzverteilung möglich sein.

    CDU █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ (16)

    SPD █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ █ (11)

    GRÜNE █ █ █ █ █ █ █ █ █ (9)

    HAGEN AKTIV █ █ █ █ █ █ █ (7)

    FDP █ (1)

    LIN █ (1)

    AfD █ █ █ █ █ (5)

    BfHo/Piraten █ █ (2)

    Damit ich hier nicht falsch verstanden werde, dies ist nur ein Versuch oder eine Möglichkeit eines anderen Ergebnisses. Die Realität sehen wir am 13.09.2020

    • hansimäuschen Says:

      Die Wähler sind das eine, die zu Wählenden wohl die Crux. Daß es da keineswegs nur um die “ Altgedienten „, “ Etablierten “ geht, zeigte vor einiger Zeit der Bericht einer – nicht gerade etablierten – Grünen-Ex-Ratsfrau, die aus Erfahrung davon berichtete, daß es bei den jüngeren “ Nachrückern “ nicht wesentlich anders aussieht., sie keine Hoffnung und daher die Schnauze voll hat. Auch diese würden ja “ was werden “ wollen , auf Pöstchen scharf sein usw. usf. .
      Welchen Preis müssen diese Nachrücker wohl zahlen, um… ?
      Nee, hab da auch keine große Hoffnung, und die Gründe dürften tiefer liegen als es in der Öffentlichkeit sichtbar und diskutiert wird.
      Es geht nicht nur um Wiederwahl, sondern auch Wahl und das sich zur Wahl stellen neuer Leute, die dann jedoch unter anderer Prämisse antreten müßten, wobei sich eine weitere Crux ergibt und sich ein Kreis zu schließen droht.
      Ja, mal sehen im Setember. Die Spannung hält sich in Grenzen… .
      ( und “ das Rathaus “ reibt sich die Hände, wie es fast das Allerwelt-Haus an seinem Standort zerrieben hätte, um dann auf kurzem Dienstweg auf der anderen Straßenseite – zusätzlich zur geplanten hauseigenen Weinstube – immer mal ´n Schluck im favorisierten Event-Café knapp daneben gekippt hätte wie man ja ohnehin gern “ daneben “ ist. Wenn auch unbemerkt, aber mit schwermütigem Gegröhle, na klar. Und wieder schließt sich ein Kreis.So ein Scheiß )

  2. Jürgen Dute Says:

    Klaus, du bist da wirklich sehr vorsichtig. Die sogenannten „Volksparteien“ sind gerade einmal von 15 % der zur Wahl gegangen gewählt worden. Sie hauen sich gegenseitig auf die Schultern, dass sie 30 % erreicht haben. Das Dilemma ist doch offensichtlich. Die NICHTWÄHLER werden immer mehr, dank NICHTALTERNATIVEN, die man wählen könnte.
    Das interessiert die am Trog des Volkes saugenden Herren und Damen nicht. Sie sonnen sich in einer anderen Welt, die dem Bürger fern ist. Was sollen die Bürger auch machen?! Die zur Alternative stehen, die sind durch den Hagener Filz erst in diese Positionen gekommen. Sozusagen gezüchtet von den Altvorderen, Kein Platz für Neues. Die Wahl wird so ausgehen wie immer. Der jetzige OB, Erik Null Schulz hat seine Schergen hinter sich gebracht. Die Grünen fressen ihm aus der Hand, obwohl nachweislich der Hagener Haushalt am Tropf hängt. Mit Speck fängt man halt Mäuse. Wenn auch die Mäuse, die den Bürger teuer zu stehn kommen.Aber der Steuerzahler hat es ja. Pack versteht sich, Pack verdträgt sich (siehe Diemar Thiesser und Werner König)! Weiter möchte ich es nicht kommentieren!!!!!

  3. hansimäuschen Says:

    Schön auf den Punkt gebracht :
    NICHTWÄHLER : NICHTALTERNATIVEN
    ( hinzu die Blind- / Traditionswähler )

  4. Jürgen Dute Says:

    Danke hansimäuschen :), ich habe mich bemüht,

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