Nase voll

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Die Hagener SPD hat offenbar ein Drogenproblem

Sucht ist eine Krankheit und Kranke soll man nicht öffentlich vorführen. Deshalb werden hier auch keine Namen genannt. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob Drogenabhängige in leitender Position im Politikbetrieb tätig sein sollten.

Bekannt ist, dass wenigstens zu besonderen Anlässen wie der ratsinternen Weihnachtsfeier im Anschluss an die letzte Sitzung im Dezember, die Eversbuschflasche kreist. Das kann man vielleicht als „Brauchtum“ abtun, wie so vieles in Hagen mit diesem Begriff als Politikersatz verbrämt wird.

So mancher Beschluss der Gremien erweckt aber den Anschein, dass berauschende Getränke wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen genommen haben – wohlgemerkt: parteiübergreifend. Jetzt kommt offenbar auch Koks ins Spiel – mit voller Nase für Hagen.

Die Rede ist von einem „seit über 20 Jahre multiplen suchtkranken“ Mitglied der SPD und von Kokain. Erhoben werden die Vorwürfe von einem anderen SPD-Mitglied, das wohl inzwischen die Partei verlassen hat. In einer Mail an den Unterbezirksvorstand teilte es mit: „Man ließ sich gerne auf (…) ein und hatte wohl letztendlich Angst vor (…) Detailkenntnissen.“ Auch von Urkundenfälschung war in dem Text die Rede.

Bis hierhin könnte man den Vorgang noch als Scharmützel aus einem persönlichen Umfeld abtun. Es geht aber um ein Mitglied der SPD, das auf der Reserveliste der Partei für die Kommunalwahl im September prominent ganz oben platziert werden soll. Und an dieser Stelle bekommt der Vorgang eine andere Dimension.

Der Vorstand der Hagener SPD-Unterbezirks mit seinem Vorsitzenden Timo Schisanowski hält es offenbar nicht für nötig, sich mit dieser brisanten Angelegenheit zu beschäftigen. Der betroffene Ortsverein versteht nach eigenen Angaben nicht, warum die Vorwürfe gegen die betroffene Person nicht klar und deutlich widerlegt werden und gegen die Autorenschaft der Vorwürfe rechtliche Schritte seitens des Unterbezirks eingeleitet wurden.

Andererseits: „Im Wahrheitsfall müsste man hier (…) die Frage stellen: Kann jemand, der seit mehr als 20 Jahren einer Substanz verfallen sein soll, ein solches Amt zuverlässig und verantwortungsvoll bekleiden?“ Eine Klärung ist danach weder in die eine noch die andere Richtung – Vorwurf zutreffend oder falsch – erfolgt.

Der Ortsverein befürchtet, dass angesichts „der Fassadenpolitik unserer Partei (…) unsere politischen Gegner von solchen eben thematisierten Vorwürfen im Kommunalwahlkampf öffentlich Gebrauch machen werden, was (…) dem Gesamtbild der SPD Hagen schaden wird.“

Wie auch immer – eins sollte klar sein: man kann wirklich die Schnauze voll haben vom Hagener Politikbetrieb, aber mit voller Nase kann nicht zum Wohle der Stadt entschieden werden.

Eine Antwort to “Nase voll”

  1. Elfriede Says:

    Seht und hört genau hin

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