Schleichende Abkehr

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Grüne schwenken um: In Hohenlimburg statt Gesamtschule jetzt Grundschule

Zwei Jahre sind kaum mehr als ein Wimpernschlag, wenn es um Entscheidungsprozesse in der Hagener Politik geht. Es sei denn, es geht um ein weiteres Amt, mit dem der Oberbürgermeister meint, sich profilieren zu können – da muss es dann auch schon mal per Sonderregelung am ordentlichen Verfahren vorbei gehen. Aber das sind Ausnahmen.

Vor zwei Jahren also machten sich die Grünen für die Gründung einer Gesamtschule in Hohenlimburg stark. „Hohenlimburg wäre sowohl aus geographischen Gründen (Verteilung aller Gesamtschulen über das gesamte Stadtgebiet) als auch aufgrund der dort schon vorhandenen Raumressourcen der naheliegende Standort“, wurde in einem von Nicole Pfefferer, Vertreterin der Grünen im Schulausschuss, unterzeichneten Antrag argumentiert.

Eine vierte Gesamtschule ließe sich ihrer Auffassung nach zudem ohne nennenswerten Kostenaufwand realisieren, ließen die Grünen vor dem Hintergrund leer stehender Schulgebäude in dem Stadtbezirk wissen. In der Sitzung des Schulausschusses am 09.05.2018 bekräftigte Pfefferer, dass eine vierte Gesamtschule „möglichst in Hohenlimburg“ gewünscht werde.

Auch in einer Pressemitteilung vom März 2019 behielt Pfefferer ihre Linie bei. Das Gros der hohen Zahl der Ablehnungen von Bewerbern für diese Schulart „wird jedoch absehbar nur durch eine neue Gesamtschule aufzufangen sein. Diese fordern wir Grünen nach wie vor und favorisieren dafür den Standort Hohenlimburg.“

Im Juli des gleichen Jahres erfolgte ein Beschluss des Schulausschusses, die Gründung einer vierten Gesamtschule „anzustreben“. Standort nun: offen – die schleichende Abkehr wurde eingeleitet. Die Grünen betonten zwar „eine klare Präferenz beim Stadtbezirk Hohenlimburg“, aber eine „ergebnisoffene Prüfung ohne örtliche Vorfestlegungen“ könne die „Akzeptanz“ für eine neue Schule möglicherweise erhöhen.

Die betreffenden Schulgebäude stehen immer noch ganz oder teilweise leer, eine Gesamtschule in Hohenlimburg ist allerdings inzwischen vom Sprechzettel der Grünen komplett verschwunden. Jetzt sind weitere Grundschulplätze angesagt, die offenbar in diesem Stadbezirk gar nicht benötigt werden.

Der WPWR gegenüber räumte Pfefferer denn auch ein: „Wir sind zwar in Hohenlimburg nicht der Hotspot, der Bedarf ist hier gut gedeckt.“ Schob aber sogleich nach: „Wenn wir die Möglichkeit haben, mehr Platz für Grundschüler zu schaffen, dann sollten wir das besser früh angehen als zu spät.“

Von einer Gesamtschule in Hohenlimburg war bereits keine Rede mehr. So schnell kann es gehen.

5 Antworten to “Schleichende Abkehr”

  1. Allan Qutermain Says:

    Fordern die Grünen nicht auch, das die nächste Dezernenten Stelle in Hagen, mit einen grünen Parteibuch besetzt wird.

    In Köln sind die Grünen in Eintracht mit der CDU dafür, dass eine Städtische Tochter, für 980 Millionen Euro, eine Transport- Schifffahrtsgesellschaft erwirbt.

    Sogar die OB, wie in Hagen Parteilos, hat ihr Veto dagegen eingelegt.

    Als ob in Zeiten von Covid-19 das Geld in Bildung oder Wohnungsbau nicht besser angelegt wäre.

  2. KranichMuss Says:

    Ist nicht die Liselotte-Funcke-Schule im Gespräch bzw. hat sich selbst in´s Gespräch zwecks Umstrukturierung zu einer Gesamtschule gebracht ?
    Und ist nicht der Schulleiter – auch wenn´s eine wiederholte Frage ist – der Ehemann von Fr. Pfefferer ( der Name ist nicht so häufig ) ? Falls ja, ergibt sich hieraus nicht was, auch in Verbindung mit dem Schulzentrum Wehringhausen ?

  3. Jürgen Dute Says:

    Da mag ein Schelm etwas Filz denken. Nein, der Filz ist gegenwärtig. Erstaunlich für so eine klamme Kommune. Man ist zunächst überrascht über die Wandlung der Frau Pfefferer. War ich auch zu Anfangs. Das Hemd ist einem näher als die Hose. Frau Pfefferer ist da exemplarisch. Sie hat den Filz in der Hagener Politik super schnell zu ihrem Nutzen erkannt. Kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit so groß ist. Die Grünen sind da an forderster Front, da sie sich als „Zünglein an der Waage“ sehen. Ich hoffe der Bürger ist schlauer.

  4. Illkatte Says:

    Frau Pfefferer und ihre grüne Fraktion sind inzwischen insgesamt gegen eine weitere Gesamtschule in Hagen. Sie sind die Lobbyisten der Privatschule FESch (Freie Evangelische Schule). Die langjährige Vorsitzende der Hagener Grünen, Frau Stiller-Ludwig, selbst beschäftigt im Umweltamt der Stadt, ist im Vorstand der FESch! Die FESch hat für die sog. Allianz aus Grünen+CDU+FDP+Hagen Aktiv, OB Schulz und der willfährigen Verwaltung allererste Priorität. Dem wird die Entwicklung der städtischen Schulen untergeordnet. Privat vor Stadt!

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