Konflikte vorprogrammiert

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Hagen soll eine erste Fahrradstraße bekommen

Die Augustastraße in Hagen-Wehringhausen soll die erste Fahrradstraße in Hagen werden; aber: sie soll weiter für den Kfz-Verkehr frei sein, so beschreibt es eine Vorlage der Stadtverwaltung, die am 03.06. in der Bezirksvertretung Mitte (BV) auf der Tagesordnung steht.

Die BV soll demnach auf Grundlage der vorliegenden Planung einen Zuschussantrag im Rahmen der Förderung Nahmobilität des Landes Nordrhein-Westfalen befürworten.

Die Augustastraße sei eine, den Radverkehr betreffend, wichtige stadtteilübergreifende als auch regional bedeutende Verbindung. Sowohl im Masterplan „Verkehr Hagen-Wehringhausen“, im Radverkehrskonzept der Stadt Hagen als auch in den streckenbezogenen Maßnahmenempfehlungen des Konzeptes für die Weiterentwicklung des regionalen Radwegenetzes werde auf die Bedeutung der Augustastraße verwiesen und die Widmung zur Fahrradstraße empfohlen.

Nur ist es mit dem Begriff „Fahrradstraße“ so eine Sache. Er bedeutend nicht, dass es sich um eine Strecke ausschließlich für Radfahrer handelt; Kraftfahrzeuge werden weiterhin ausdrücklich zugelassen.

Der überwiegende Teil der Augustastraße wird sich baulich nicht ändern und lediglich mit Verkehrsschildern und Pictogrammen bestückt, die auf die neue Widmung hinweisen. Ob das ausreicht, darf zumindest bezweifelt werden. PS-Protze dürften sich kaum beeindruckt zeigen. Konflikte sind damit absehbar weiter vorprogrammiert.

Am Anfang der Augustastraße zwischen Bergischem Ring und Södingstraße wird es geradezu gefährlich für Radler. Dort sollen sie zukünftig auch gegen die Einbahnrichtung fahren dürfen. Eine gesicherte Fahrbahn ist allerdings nicht vorgesehen. Dafür hätten nur fünf (!) Parkplätze geopfert werden müssen, aber dazu konnte sich die Verwaltung nicht durchringen.

Eine Verkehrswende in Hagen, die ihren Namen verdient, hat also weiterhin einen schweren Stand.

Material: Planung Augustastraße Teil 1 und Teil 2 (pdf)

2 Antworten to “Konflikte vorprogrammiert”

  1. Sebastian Kayser Says:

    Der Verordnungsgeber hat Fahrradstraßen eingeführt, damit hier der Radverkehr dem Kraftverkehr aber auch dem Personenverkehr Vorrang hat. Diese Tatsache muss allen drei Gruppen verständlich gemacht werden. Schilder und Piktogramme werden nicht reichen. Bauliche Maßnahmen sind notwenig, aber sicherlich nicht immer sofort zu realisieren. Insbesondere in Städten, die noch relativ wenig für den Radverkehr tun und in denen es bisher noch keine Erfahrung mit Fahrradstraßen gibt, müssen Anlieger, Lieferverkehre und Personen, die individuell mit welchen Verkehrsmittel auch immer, durch massive Aufkärung auf die jetzt neu umgesetzte Verordnungslage hingewiesen werden. Nur so lassen sich schwere Unfälle und andere Verkehrkonflikte vermeiden.
    Die Idee einer Fahrradstraße in Hagen ist grdunsätzlich zu begrüßen, davon brauchen wir auch deutlich mehr als nur die eine. Dieses Vorhaben ohne proaktive Begleitung von Verwaltung und Polizei durchzuziehen, riskiert Verkehrsunfälle mit schweren Folgen für die Betroffenen. Auch in Fahrradstraßen werden dies vor allem wieder einmal Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen sein.

  2. KranichMuss Says:

    Sofern ich richtig erinnere, hatte beim ersten Zusammentreffen der Polit – Giganten Schulz vs. Jörg ( Show-Veranstaltung bei Humpert ) letzterer die Augustastr. diesbezüglich ins Spiel gebracht, worauf Schulz in der ihm eigenen beredt-raffinierten Art sinngemäß einwandte, das wäre doch längst von der Verwaltung eingestielt.
    Und – nicht untypisch – jetzt ?

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