„Keine sozialromantischen Befindlichkeiten“

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FDP: Sozialwohnungsbau kein sinnvolles Modell für Hagen

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Hagen sieht weder die Notwendigkeit noch die entsprechenden Erfolgsaussichten für ein stärkeres Engagement im sozialen Wohnungsbau.

Die Splitterpartei, die bei den letzten Kommunalwahlen gerade einmal 3,6 Prozent der Stimmen erhielt, sieht sich traditionell als Sachwalter der privaten Hauseigentümer. Ein vermehrtes Angebot an guten Sozialwohnungen könnte sich da störend bemerkbar machen. Der FDP gehe es vornehmlich „um die Schaffung von privatem Wohneigentum“, gibt der Fraktionsvorsitzende Claus Thielmann die Richtung vor.

„Eine Wiederbelebung des klassischen Sozialwohnungsbaus sehen wir in Hagen jedoch nicht. Es gibt in Hagen genug bezahlbaren Wohnraum und von Verhältnissen wie in einigen anderen Großstädten sind wir meilenweit entfernt“, so Thiemann weiter. Es sei richtig, sowohl auf die Modernisierung von Immobilien als auch auf die Entfernung von Schrottimmobilien und nicht mehr sanierbarem Wohnraum zu setzen.

Was als sanierbar gilt und was nicht, wird von den unterschiedlichen Akteuren durchaus auch unterschiedlich bewertet. Während städtische Gesellschaften Altbaubestände sanieren und zu verträglichen Mietpreisen wieder anbieten wollen, setzt die „Gemeinnützige“ Wohnstätten-Genossenschaft GWG auf großflächigen Abriss – unter dem Beifall der FDP.

Michael Grzeschista, planungspolitischer Sprecher der Fraktion, schiebt die Verantwortung vor allem auf die aus FDP-Sicht angeblich ausufernde Bürokratie und plädiert für freie Bahn für Investoren. Da das vermeintliche Bürokratieproblem auf kommunaler Ebene nicht lösbar sei, dürfe man sich bei der Auswahl der Investoren keine sozialromantischen Befindlichkeiten leisten. Die Stadt müsse über jede Investition auf dem Wohnungsmarkt, auch in Eigentumswohnungen oder höherwertigen Wohnraum dankbar sein.

2 Antworten to “„Keine sozialromantischen Befindlichkeiten“”

  1. Detlef Groth Says:

    auch wenn man es immer wiederholt ist es nicht richtig, dass die GWG großflächig abreisst. Siehe Höxterstr., Eugen-Richter-str.

  2. KranichMuss Says:

    Aus sozial werden gleich “ sozialromantische Befindlichkeiten “ so wie aus sozialer Gerechtigkeit oft Neid konstruiert wird. Und dann gleich postwendend “ freie Bahn “ für Investoren. also solche, die sich üblicherweise goldene Nasen verdienen und verdient haben ( wo ist die Diskussion bei Corona und staatlichen Zuschüssen ? ).
    Die FDP folgt mit ihrer widerlichen Freiheitsinterpretation streng Darwin´´schen Gesetzmäßgkeiten, was natürlich nicht zwingend ist, und ist somit vernachlässigbar, kann eigentlich auch abgerissen werden.

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