Wichtige Nazis wohnten auf Emst

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170 Besucher bei der Präsentation von „Emst unterm Hakenkreuz“

Gestern (27.2.2020) wurde um 17:00 Uhr im Gemeindehaus der Kath. Heilig-Geist Gemeinde das Heft „Emst unterm Hakenkreuz“ (Titel s. Abb.) vorgestellt, ein historischer Rundgang durch das Emst der 30er und 40er Jahre. Autoren sind die Schüler des Projektkurses Geschichte des Rahel-Varnhagen-Kollegs, der von Pablo Arias koordiniert wird.

170 Zuhörer verfolgten eine Powerpoint-Präsentation, in der die Biographien Emster Opfer der Nationalsozislisten, aber auch von NS-Tätern vorgestellt wurden. Zu den ersten gehörten u.a. das erste und vielleicht das letzte Opfer der Nationalsozialisten in Hagen: Der Arbeiter Alex Best, erschossen an der Cunostraße am 2. März 1933 von SA und Polizisten; und der 20-jährige Deserteur Eduard Dunker, ermordet durch die Gestapo am 12. April 1945, nur zwei Tage bevor der Krieg in Hagen endete.

Über die Täter weiß man in Hagen noch weniger als über die Opfer. Viele wichtige Nazis wohnten auf Emst, wie der Oberbürgermeister Vetter und der Ortsgruppenleiter Fritz Scharlemann. Der Hohenhof war eine NS-Schule. Auch auf Emst wohnten zwei Haupttäter, die eine entscheidende Rolle bei der Steriliserung und Ermordung von mehr als tausend Hagenern hatten: Dr. Schlockermann und Dr. Scheulen. Zu dem Opfern von Scheulen gehörte seine Nachbarin Anna Schäfer.

An der Präsentation waren auch Beiträge weiterer drei Hagener Schulen beteiligt:

  • Die Schüler der Gustav Heinemann Schule stellten die Biographie von Eduard Dunker vor, der direkt neben der Eilper Schule wohnte.
  • Den 2. Beitrag übernahmt die Klasse 4 der Grundschule Emst, die über die jüdische Familie Wolff berichtete, auch Opfer der Nazis.
  • Die Abiturienten des Gymnasiums Hohenlimburg hatten einen Beitrag über Captain Carrey, Offizier der britischen Besatzungstruppen, vorbereitet.

Der Beitrag aus Hohenlimburg hat eine Besonderheit: Er war in englischer Sprache verfasst. Die Stationen des Rundgangs wurden in Deutsch, Englisch und Russisch vertont, sodass ab Ostern jeder mit dem Handy durch Emst gehen und zuhören kann, was hier oder dort passiert ist, oder wer in welchem Haus gewohnt hat.

Der Projektkurs des Rahel-Varnhagen-Kollegs bedankt sich bei den vielen Emstern, die mit Informationen und Fotos geholfen haben oder als Zeitzeugen in die Schule kamen.

Zu den den weiteren Helfern zählen der Hagener Geschichtsverein und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, beide offizielle Partner des Kollegs.

Das Heft ist im Rahel-Varnhagen-Kolleg kostenlos erhältlich oder hier als PDF-Datei.

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