Thüringen: Alles schon mal da gewesen

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Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammen gehört

Ein Ministerpräsident, der sich als Mitglied einer „liberalen“ Partei von völkisch-nationalistischen Kräften wählen lässt – wie gestern in Thüringen geschehen – ist in dem Land kein Novum.

Dieser Skandal erinnert an das Jahr 1924. Damals ließ sich Richard Leutheußer, Mitglied der („liberalen“) Deutschen Volkspartei (DVP) auch mit den Stimmen der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) zum Ministerpräsidenten (damals: Leitender Staatsminister) wählen.

Die DNVP war eine Partei, deren Programmatik – darin der heutigen AfD nicht unähnlich – Nationalismus, Nationalliberalismus, Antisemitismus, kaiserlich-monarchistischen Konservatismus sowie völkische Elemente enthielt. Am 30. Januar 1933 trat die DNVP in das Kabinett Hitler ein.

Nach der Wahl und der Regierungsbildung in Thüringen wurden die meisten von der abgelösten SPD/USPD/KPD-Regierung initiierten Reformen abgebrochen, so unter anderem in der Wirtschaftspolitik und der Schulbildung. Die Regierung vertrieb das Staatliche Bauhaus aus Weimar, unterstützte völkisch-nationalistische Organisationen und wurde im Parlament von der Vereinigten Völkischen Liste (VVL) toleriert.

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