Halbierung der Autoflächen – Vorbild Dortmund

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Dahin könnte der Weg beim Luftreinhalteplan gehen – CDU-Dunstabzugshauben sind irrelevant

Am 11. Februar wird auf Veranlassung des Oberverwaltungsgerichts NRW eine Vergleichsverhandlung zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Land Nordrhein-Westfalen stattfinden, die sich mit dem Luftreinhalteplan der Stadt Hagen beschäftigt.

Die Volmestadt überschreitet seit mehr als zehn Jahren die zulässigen Werte bei der Luftreinhaltung und hat es bisher nicht für nötig befunden, die vorgeschriebenen Richtlinien zu beachten. Die an nur zwei (!) Messstellen erhobenen Daten brechen Jahr für Jahr die maximal erlaubten Höchstwerte, und die politischen Akteure ändern nichts daran, sondern versuchen mit teilweise abenteuerlichen Ideen, sich notwendigen Maßnahmen zu entziehen.

Wohin die Reise bei einem Vergleich zwischen DUH und dem zuständigen Land (Hagen selbst ist hier sozusagen nicht satisfaktionsfähig) am 11. Februar gehen könnte, zeigt das in der letzten Woche erzielte Ergebniss für Dortmund: Eine Zuflussbeschränkung des motorisierten Individualverkehrs auf den Haupteinfallsrouten Richtung Innenstadt.

So soll auf der Brackeler Straße, einer Hauptzufahrt aus dem Dortmunder Osten, eine mehr als 800 Meter lange „Umweltspur“ eingerichtet werden, die nur für ÖPNV, Radverkehr und E-Mobile zur Verfügung steht. Damit würde die Kapazität für den gewöhnlichen motorisierten Individualverkehr (MIV) um die Hälfte eingeschränkt. Man erhofft sich dadurch eine Verminderung des MIV um 20 Prozent.

Das Einfallstor aus dem Süden, die Ruhrallee, soll mittels Pförtnerampeln, die den Zufluss regeln und einer Herabsetzung der maximal zulässigen Geschwindigkeit auf 30 km/h an die Kandarre genommen werden. Auch hier ist das Ziel eine Verminderung des MIV um etwa ein Fünftel. Stringente Überwachung ist laut Vergleich vorgeschrieben.

In der Hagener Stadtverwaltung gibt es inzwischen Überlegungen, den Linksabbiegerverkehr am Emilienplatz aus Richtung Landgericht in den Märkischen Ring zu unterbinden. Das würde allerdings nur zu einer höheren Belastung Richtung Stadtmitte bzw. Altenhagener Brücke führen. Das grundsätzliche Problem des überbordenden Verkehrs würde damit nicht beseitigt.

Zielgerichteter wäre sicherlich, den MIV bereits ab der Kreuzung am Landgericht in andere Kanäle zu leiten und den ehemaligen Park & Ride-Platz am Höing wiederzubeleben. Von dort gab es mal an Samstagen einen sehr erfolgreichen P&R-Verkehr mit Bussen in die Innenstadt, die teilweise im 7,5-Minuten-Takt verkehrten.

Dieses Modell könnte zukünftig für den täglichen Gebrauch installiert werden, um das Hagener Stadtzentrum zu entlasten. Seit der Fahrplanreform im Dezember verkehren vom Höing acht Busse pro Stunde ins Zentrum. Es fehlte also nicht viel, um den Takt in den Berufsverkehrszeiten auf fünf Minuten zu verdichten und so eine attraktive Verbindung zu schaffen.

Gleichzeitig ließe sich – analog zum Dortmunder Kompromiss – auf der Einfallschneise Autobahnzubringer stadteinwärts zwischen der Einmündung Aschenbergstraße/Saarlandstraße und dem Kreisel Stadtmitte eine Busspur einrichten und damit die Fläche für den MIV halbieren.

Die Zeit der Mogelpackungen ist jedenfalls vorbei. Spielereien wie die als Lösung aller Probleme von der CDU präferierten und am Straßenrand zu platzierenden Dunstabzugshauben, die sie zum wiederholten Male im Umwelt- und Mobilitätsausschuss präsentiert hat, ebenso.

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