Architektur spiegelt Leitbild der Zeit

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Am Sonntag Führung über das Industriedenkmal Koepchenwerk – Förderverein droht die Auflösung

In der Industrie setzte sich Strom Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst nur schleppend durch. Ab den 1920er Jahre jedoch eroberte der elektrische Antrieb langsam, aber stetig auch die Fabriken. In den Jahren 1927 bis 1930 wurde das Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk in Herdecke gebaut. Es gilt als bedeutendes nationales Monument der Energiewirtschaft.

Am Sonntag (15.12.) haben Besucher die Möglichkeit, im Rahmen einer Führung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur das Bauwerk zu besichtigen und mehr über seine Geschichte und die Technik, die es beherbergt, zu erfahren.

Die Anlagen des Koepchenwerks (Foto: Klaus-Peter Schneider) sind dem Stil der Zeit folgend geradlinig und rechtwinklig. Diese Bauform sollte Modernität, Funktionalität und Rationalität betonen. Die Merkmale waren in den 1920er Jahren ein Leitbild für Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Großteil des Krafthauses ist aus Beton und oberhalb der Fensterbänke aus verputztem Ziegelmauerwerk. Für die Stadt Herdecke und Umgebung ist das Koepchenwerk mit seinem auffallenden Rohrbahnen und dem RWE-Schriftzug eine unverwechselbare Landmarke geworden.

Führung Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk:

Sonntag (15.12.) um 14 Uhr, Dauer: ca. 90 Minuten,
Preis: 8 Euro pro Person, Kinder unter 12 Jahren frei
Treffpunkt: Haupteingang, Im Schiffwinkel 43, 58313 Herdecke

Dem Förderverein Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk e.V. droht derweil die Auflösung. Der öffentliche Aufschrei beim Abrissantrag war ein wichtiges Argument 2015 und 2016 für potientielle Investoren und Retter, sich auf das gefährdete Denkmal einzulassen.

AG-Initiatorin Regina Schrader möchte nach fünf Jahren intensiver Arbeit das Amt der Vorsitzenden an Jüngere weitergeben und als Gästeführerin noch über Geschichte und technische Ideen ihres Großonkels Arthur Koepchen berichten, solange ihr Alter das zulässt.

Leider konnte sich trotz mehrerer Rückmeldungen bisher niemand zu einer Bewerbung entschließen. Bürgerinnen und Bürger sollten aber nicht die Arbeit zur Sanierung und Nutzung allein der neuen Eigentümerin überlassen.

Bis Donnerstag, dem 16.01.2020 kann der Vorstand noch Bewerbungen für die Kandidatur entgegennehmen, die 29 Vereinsmitglieder haben noch Zeit bis zum 01.02.2020 für einen schriftlichen Vorschlag bei kontakt@ag-koepchenwerk.de. Falls sich niemand dazu bereiterklärt, ist der satzungsgemäße Schritt die Auflösung des Vereins.

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