Letzte Ausfahrt: Oberbürgermeister

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Chancen für die Hagener SPD bei den Landtagswahlen sinken

Die nächste Wahl zum nordrhein-westfälischen Landtag findet zwar erst 2022 statt, aber ob es die SPD bis dahin wirklich schaffen sollte, ihre anhaltende Schwäche durch einen neuen Schwung aufwärts zu ersetzen, steht noch sehr in den Sternen. Für den heimischen Abgeordneten Wolfgang Jörg (Foto: SPD) hat die Hagener SPD-Spitze vorsorglich eine Alternative ins Auge gefasst: Er soll Oberbürgermeister werden.

Eine aktuelle Prognose der Wahlplattform election.de vom 15. Oktober sieht die Wahrscheinlichkeit, dass die SPD den Wahlkreis Hagen I wieder gewinnt, bei nur noch 20 Prozent. Die Chancen, dass stattdessen die CDU als Gewinner aus dem Wahlkampf hervorgeht, werden inzwischen auf 80 Prozent taxiert. Bereits im März wurden den Christdemokraten 65 Prozent Erfolgsaussichten eingeräumt. Und das, obwohl noch völlig unbekannt ist, wer überhaupt als Kandidat für die Partei antritt.

In der Vergangenheit hatte Mandatsinhaber Wolfgang Jörg immer dann leichtes Spiel, solange die Konkurrenz von der CDU nur biedere Kandidaten wie Heinz-Dieter Kohaupt oder Jörg Klepper präsentieren konnte.

Anders sah es aus, als 2005 und dann nochmal 2017 der schillernde Helmut Diegel die Bühne betrat. Der stand zwar in dem Ruch, als zeitweiliger Regierungspräsident massiv gegen Hagener Interessen vorgegangen zu sein, hatte es aber als Kenner Dortmunder Bordsteinkanten zu einem gewissen Bekanntheitsgrad bei Freunden der Boulevard-Berichterstattung gebracht. Das reichte für etliche Hagener Wähler offenbar aus, ihm ihre Stimmen zu geben und den Abstand zu Wolfgang Jörg bei den Wahlergebnissen erheblich zu verkürzen.

Laut der jetzigen Wahlprognose sieht es also schlecht aus für die Hagener Genossen und den Abgeordneten Jörg. Zwar sind noch fast drei Jahre Zeit und es kann sich in turbulenten Zeiten viel ändern, aber es ist natürlich verlockend eine zusätzliche Sicherung einzuschrauben.

Da kam die Idee der Hagener SPD-Spitze, Wolfgang Jörg (mangels Alternativen?) zum Kandidaten für den Posten des zukünftigen Oberbürgermeisters der Stadt auszurufen, gerade zum rechten Zeitpunkt. Welche Chancen er hat, tatsächlich gewählt zu werden, ist allerdings bisher ungewiss. Dazu müsste der Kandidat sich erst einmal ein schlagkräftiges kommunalpolitisches Profil zulegen, von dem aber im Moment noch nichts zu erkennen ist.

Nur dann könnte er sich vielleicht im Herbst nächsten Jahres die Amtskette umlegen – wenn es ihm bis dahin gelingt, die Wähler in Hagen zu überzeugen.

Eine Antwort to “Letzte Ausfahrt: Oberbürgermeister”

  1. hansimäuschen Says:

    Die SPD wird das in der Tat wohl kaum alleine schaffen. Auch wenn der beeinflußbare Wähler letztlich entscheidet, dürfte es zunächst darauf ankommen, wie sich die Grünen zur Kandidatenaufstellung verhalten, heißt somit zum Fortbestand der sogen. Allianz des Grauens und… z. B. zu Herrn Rösner´s “ nie wieder Allianz „.. .
    Von Jörg ist zum. mir z. Zt. nichts weiteres bekannt als daß er sich gegen den Abriß von Block 1 ausgesprochen und sich mit beim Thema Kita-Gebühren und Befreiung von Anliegerbeiträgen engagiert hat.
    Es ist aber auch so, daß auf kommunaler Ebene ein OB nicht wie ein Kanzler die Richtlinien der Politik zu bestimmen, sondern die Beschlüsse demokratischer Gremien auszuführen und m. W die “ einfachen Geschäfte der lfd. Verwaltung “ zu erledigen hat ( für manchen OB ein schwerer Brocken.. ), weshalb ein OB-Wahlkampf auch irgendwiie komisch daher kommt.
    Wie immer, es geht stets um die Alternative, und ein OB, der sich auf Selbstdarstellung und – beweihräucherung sowie “ reden “ statt handeln konzentriert, ist ebenso wenig gefragt wie insgesamt einer mit einem Mangel an – neben fachlicher – persönlicher Qualifikation, hier nicht zuletzt charakterlicher Eigenschaften.. .
    Oder, wer grinst am authentischsten ?

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