Stadt Hagen hört auf Minister: Stromtrassen-Ausbau notwendig

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Die Stadt Hagen geht weiter davon aus, dass die 380-kv-Höchstspannungsleitung durch Hohenlimburg im Zuge der nationalen Energiewende notwendig ist. Das ist das Ergebnis der Auswertung der Schreiben von Bundes- und Landeswirtschaftsministerium sowie des Netzbetreibers Amprion. (…)

Oberbürgermeister Erik O. Schulz hatte aber immer wieder betont, dass für ihn die Antworten der Experten entscheidend seien. Wenn diese die Notwendigkeit der Trasse bestätigten, dann werde man auch weiter die Planungen unterstützten. Und so ist es nun gekommen. In Minister-Antworten sei unter anderem klar gemacht worden, dass die Notwendigkeit „regelmäßig von renommierten elektrotechnischen Universitätsinstituten als unabhängige Sachverständige im Auftrag der Bundesnetzagentur überprüft“ werde. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit den „Experten“ ist das so eine Sache. Netzbetreiber Amprion verfolgt eigene wirtschaftliche Interessen und scheidet damit als unabhängiger Experte aus. Bleiben die „renommierten elektrotechnischen Universitätsinstitute“. Da wüsste man gerne, um welche Institute es sich handelt und aus welchen Drittmitteln welcher Auftraggeber sie sich maßgeblich finanzieren. Durchaus denkbar, dass die Unabhängigkeit auch hier nur über eine sehr kurze Halbwertzeit verfügt.

Eine Antwort to “Stadt Hagen hört auf Minister: Stromtrassen-Ausbau notwendig”

  1. illkatte Says:

    Nicht allein der Trassenverlauf muss in Frage gestellt werden.
    Die erneuerte Trasse mit 380 kv Wechselstrom entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Das ist die Zentrale Frage und der Ansatz gegen Monster-Freileitungen statt Erdverkabelungen!

    Die ganze Angelegenheit hat wohl mehrere Seiten.
    Zum einen das fehlende Engagement der Hagener Stadtspitze, allen voran Oberbürgermeister Schulz mit seiner Allianz aus CDU, FDP und Grünen, der keine eigene Initiative gezeigt hat, das Gebiet der Stadt Hagen von den Lasten der Höchstspannungsleitung freizukriegen bzw. diese zu minimieren.

    Zum zweiten geht es um die sog. Experten, Netzbetreiber, Bundesnetzagentur usw., deren Rechte und den Stand der Technik:

    Aus meiner Sicht müsste es bei dieser Trasse, die von Amprion betrieben wird, nicht nur um den Verlauf sondern zuerst um die Technik gehen. Die anderen Nord-Süd Trassen, die gerade gebaut werden, transportieren Gleichstrom, die Amprion Trasse durch Hagen soll auch zukünfig wie bisher mit Wechselstrom arbeiten. Der für uns wesentliche Unterschied ist, dass Gleichstromleitungen als Erdverkabelungen verlegt werden können, Wechselstromleitungen aber nicht. Deshalb werden die neuen Nord-Süd Trassen weitgehend in der Erde verlegt, insbes. in Bayern wird es solche Monstertrassen wie in Hagen und Herdecke nicht geben.

    Warum wird nun die Amprion-Trasse bei uns nicht auch wie die anderen konzipiert?
    Die Trasse bei uns existiert leider schon, die dafür notwendigen Rechte stehen – z.T. nach Enteignungen – bereits seit den 1920er Jahren für die Betreiber in den Grundbüchern. So können die es sich einfach machen und ihre 100 Jahre alten Grundbuchabsicherungen nutzen. Deshalb wehrt Amprion sich auch gegen fast jede Trassenänderung, weil sie dann neue Grundbucheinträge brauchen, und dabei gibt es eben immer Widerstand.
    Da riesiger Widerstand bei den völlig neuen Monstertrassen zu erwarten war, baut man die jetzt einfach in die Erde (was eben mit Gleichstrom auch geht).
    Warum wird die Amprion-Trasse denn nicht auch als Gleichstrom-Trasse gebaut? Wenn sie das machen wollten, wäre ein völlig neues Planungsverfahren notwendig gewesen. Die bestehenden Rechte und die alte Trasse wären wohl weg gewesen, denn einen vollständigen Neubau hatte man wohl durch anderes Gebiet mit weniger Besiedlung geführt. Jetzt wird einfach die Spannung von 220 auf 380 kv erhöht, die alte Wechselstrom-Technik aber im Grundsatz beibehalten, und man geht davon aus, dass damit die alte Trasse und die alten Rechte einfach weiter genutzt werden können.

    Die Gegner der Amprion-Trasse müssen also unbedingt am Stand der Technik ansetzen.

    Dazu gehört ein weiterer Aspekt:
    Die Pläne für die Amprion-Trassen-Erneuerung sind weit über 10 Jahre alt. Damals war die Grundlage eine massive Kohle-Strom-Erzeugung durch Kraftwerke im nord-östlichen Ruhrgebiet. Dieser Strom sollte mit vergrößerter Leitung nach Süden transportiert werden. Diese Grundlage gibt es nicht mehr. Das ist auch daran abzulesen, dass die Betreiber in ihrer Begründung umgeschwenkt sind auf die vermeintliche Notwendigkeit, Windenergie nach Süden zu transportieren. Dafür werden die großen Nord-Süd-Trassen (50-Hertz und Tenet) in Gleichstrom-Technik gebaut. Und damit steht in Frage, warum mit der neuen Funktion dür die Amprion-Trasse nicht die gleichen technischen Maßstäbe gelten wie für anderen großen neuen Nord-Süd-Trassen

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