„In einem desolaten Zustand“

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VCD bringt den Oberhagener Bahnhof vor den Beschwerdeausschuss

Dieses Ambiente läßt sich auch mit viel Phantasie nicht Zuwanderern aus Südosteuropa in die Schuhe schieben: Bahnsteigzugang des Oberhagener Bahnhofs. Foto: VCD Hagen.

Es dürfte sich kaum ein üblerer Ort im öffentlichen Raum der Stadt Hagen finden lassen. Die gesamte von der heimischen Journaille seit Jahr und Tag populistisch aufgeblasene Müll- und Rattenszenerie verblasst gegen den Zustand, in dem sich der Bahnhof Oberhagen seit mittlerweile vier Jahrzehnten befindet – ohne dass es je zu einem Aufschrei der Gemengelage aus Rat- und Pressehaus gekommen wäre. Selbst die oftmals als Wurzel allen Übels in der Stadt herbeigeschriebenen Zuwanderer lassen sich in diesem Fall nicht haftbar machen. Quelle malaise!

Es ist zweifellos das Verdienst der Hagener Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), auf das Oberhagener Schandmal mit einem Antrag an den Beschwerdeausschuss des Hagener Stadtrats aufmerksam zu machen. Der hat das Thema für seine Sitzung am Dienstag auf die Tagesordnung gesetzt. Aber die Verwaltung blockt bereits wieder ab.

Der VCD bemängelt, dass sich der Oberhagener Bahnhof „in einem desolaten Zustand“ befindet und die Reisendenfrequenz deshalb entsprechend niedrig sei. Dabei wohnten im unmittelbaren Einzugsbereich des Bahnhofs rund 7.000 Einwohner.

Während die Bahnhöfe und Haltepunkte an der Volmetalbahn (RB 52) im Märkischen Kreis, wie Dahlerbrück, Schalksmühle, Brügge und Lüdenscheid, alle umfassend modernisiert und barrierefrei ausgebaut worden seien, warteten die Stationen im Stadtgebiet Hagen weiterhin auf eine Instandsetzung, so der VCD.

Die Verwaltung reduziert in ihrer Stellungnahme die Mängel des schrottreifen Bahnhofs auf die fehlende Barrierefreiheit; die städtebauliche Dysfunktion und die abschreckende Wirkung einer Ruine auf potentielle Fahrgäste vor dem Hintergrund einer (angeblich) angepeilten Verkehrswende spielen keine Rolle. Stattdessen wird pauschal und widerspruchslos die Position der Bahn AG übernommen: Der Oberhagener Bahnhof befinde sich doch „in unmittelbarer und zumutbarer Nähe“ zum Hagener Hauptbahnhof. Die „unmittelbare“ Entfernung beträgt etwa 2,5 Kilometer – was die Verwaltung eigentlich wissen müsste.

Dazu passend ein ausführlicher DW-Beitrag vom Januar 2016:

Bonjour tristesse!
Der Bahnhof Oberhagen als Sinnbild einer verfehlten Politik

4 Antworten to “„In einem desolaten Zustand“”

  1. Edgar Says:

    Ich bin weit davon entfernt, hier als Apologet der WP/WR aufzutreten, aber diese berichtete auch im Februar 2016 über den Bahnhof Oberhagen als Schandfleck, wie eine schnelle Recherche im Web zeigt..
    Ob die im Beitrag von der Deutschen Bahn kommunizierte Sanierung in 2020 auch tatsächlich durchgeführt wird bleibt natürlich abzuwarten.
    Der Vollständigkeit halber hier der Link: https://www.wp.de/staedte/hagen/eine-million-euro-fuer-sanierung-des-bahnhofs-oberhagen-id11574266.html

  2. crazyhorse Says:

    Der Bahnhof Wehringhausen sieht auch nicht viel besser aus, auch Barrieserfreiheit existiert nicht – für Gehbehinderte ist der oben gelegene Bahnsteig wegen der steilen Treppe unerreichbar.

  3. hansimäuschen Says:

    Find ich gut, daß sich hier mal einige beteiligen. Hoffentlich bleibt es so bzw. wird mehr.
    Macht so mehr Spaß, und der DW hat als gesunde Alternative zum sogen. Einheitsblatt von Funke-Medien ( scheinbar ist eine entsprechende Zeitung nicht machbar ? ) Resonanz verdient.
    Man, an die 200.000 Einwohner, und fast Alle schweigen ?

  4. Hartwig Brettschneider Says:

    Mit Angabe der Irrwege aus dem Bundesverkehrsministerium zur zuständigen DB-Abteilung habe ich die Aufforderung von „hansimäuschen“ aufgegriffen und mit Kopie an den OB + WP geschrieben:

    Guten Tag Herr Stephan Boleslawsky

    oder/und

    DB Station&Service AG
    Kontakt: https://www.bahnhof.de/bahnhof-de/kontakt-511964.

    und/oder
    Kundenbetreuung Regionalbereich West – Nordrhein-Westfalen
    Leiter Regionalbereich West
    Herr Stephan Boleslawsky
    stephan.boleslawsky@deutschebahn.com
    Tel.: +49 211 3680-3407
    Willi-Becker-Allee 11, 40227 Düsseldorf

    bzw.

    Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) DB Station&Service AG. als Eigentümer.

    Weitere Informationen finden Sie im Internet unter https://www.deutschebahn.com/de/geschaefte/infrastruktur/bahnhof /stationsnutzung/ansprechpartner_vertrieb-1192820.

    Seit vielen Jahren befindet sich der Bahnhof Oberhagen in Hagen in einem völlig verwahrlosten Zustand, wie die Online Zeitung Doppelwacholder aktuell und schon 2016 aufgezeigt hat. Sie erhalten die aufschlussreichen Texte als Anlage. Der VCD hat sich gegenwärtig mit einer Beschwerde an den Rat gewandt.

    Ich ergänze als Hagener Bürger, Kunde der Deutschen Bahn, Stadtplaner und Architekt, dass auch auf dem Bahnsteig allenthalben Sträucher und kleine Bäume wachsen Der Zugangstunnel ist ein Angstraum, der wegen fehlender Fluchtgefahr bei kriminellen Übergriffen und wegen Brand möglichst nicht betreten werden sollte. Ich schlage vor sofort Warnschilder aufzustellen und dann unverzüglich einen Fluchtweg in Verlängerung der Treppe durch die Wand zur Jägerstrasse zu brechen. Das schafft einen kurzen und gefahrloseren Zugang aus dem Wohngebiet Oberhagen. Danach ist eine Grundmodernisierung überfällig.

    PS: Ich erinnere Sie auch an mein Schreiben vom 17.09.2019 -AW: BF Brilon Wald ID[|#1695324880#719340#45a0139#|]- zu den erforderlichen Reparaturen am Bahnhof Brilon Wald.
    Mit freundlichen Grüssen Hartwig Brettschneider
    Dipl.-Ing.TH-Architekt+Stadtplaner-
    parteilos-unabhängig-selbständig
    58093 Hagen Tondernstrasse 29a

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