Dubiose Eintritte in SPD Hagen: Ermittlungen eingestellt

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Auf einmal kamen so viele neue Mitglieder, dass die SPD Hagen eine Unterwanderung fürchtete. Jetzt ist klar: Eine Straftat war das nicht. (…)

Der Hagener SPD-Chef Timo Schisanowski, dessen Unterbezirk sich im vergangenen Jahr durch die Ablehnung einem Rassismus-Vorwurf ausgesetzt sah, sieht in dem Schritt der Staatsanwaltschaft keine Niederlage, ganz im Gegenteil: „Für die betroffenen SPD-Ortsvereine und den Unterbezirk war nicht die juristische, sondern die politische Dimension der Angelegenheit entscheidend. Hier können wir erfolgreich und zufriedenstellend feststellen, dass es seit unserem konsequenten Durchgreifen im letzten Jahr keine auffälligen Mitgliederbewegungen mehr gegeben hat.“ (…)

Hagens SPD-Chef Timo Schisanowski hatte 2018 hinter der Eintrittswelle den früheren SPD-Fraktionschef Mark Krippner vermutet. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Eine verblüffende Logik. Obwohl, so Schisanowski, „nicht die juristische, sondern die politische  Dimension“ entscheidend war, sucht die Hagener SPD-Spitze nicht folgerichtig die politische Auseinandersetzung, sondern schaltet die Staatsanwaltschaft ein.

Den Vogel schießt Michael Koch mit seinem Kommentar ab. Der Leiter der Lokalredaktion des Einheitsblatts hat in seinem Artikel (s.o) durchaus im Blick gehabt, dass es sich um ein personelles Scharmützel handelt, bei dem die Besetzung der Kandidatenlisten für die Kommunalwahl im Vordergrund steht. Mit keinem Wort kritisiert er aber die Behauptung des Hagener SPD-Vorsitzenden, „die politische Dimension der Angelegenheit“ sei entscheidend, oder fordert stattdessen gar die politischen Inhalte ein. Ersatzweise hebt Koch dafür nachrangige Quotierungsprobleme auf den Schild: „Viel entscheidender wird nun sein, ob sich die SPD bei der Kür ihrer Ratskandidaten wirklich an das erinnert, was versprochen worden ist: Mehr Frauen und mehr junge Leute sollen in den Rat.“

Weniger Männer und weniger ältere Leute werden allerdings auch kaum die Lösung sein, solange die neuen Quotierten wieder nur Gefolgsleute inhaltsleerer Strippenzieher wie Schisanowski sind.

Dazu:

„Schisanowski muss zurücktreten“

Der von Schisanowski als Drahtzieher hinter den inkriminierten SPD-Eintritten vermutete Vorsitzende des Ortsvereins Hohenlimburg, Mark Krippner, gab auf der Fakebook-Seite der WP eine kurze Stellungnahme ab:

Timo Schisanowski hat unschuldige Genossen an den öffentlichen Pranger gestellt. Ich erwarte eine sofortige Entschuldigung, vor allem bei Ali Yavuz und Giutzel Ali Oglu! Sein Verhalten war und ist für mich parteischädigend. Er muss die politische Konsequenz für sein Handeln ziehen und sofort zurücktreten. Darüber hinaus soll er sämtliche Kosten übernehmen, die die Staatskasse tragen muß. Nach meinen Informationen sind ca. 130 Beitritswillige sowie Genossen vernommen worden. Das bedeutet 130 Termine mussten vereinbart werden und 130 Protokolle mussten geschrieben werden. Die Staatsanwaltschaft und Polizei haben dringendere Aufgaben zu erledigen. Selbstverständlich soll er auch die Kosten bezahlen, welche bei der Partei angefallen sind.

Als Selbstverständlichkeit sehe ich es an, dass die abgelehnten Mitglieder nun aufgenommen werden!

Eine ausführliche Stellungnahme Krippners soll in den nächsten Tagen folgen. Man darf gespannt sein.

3 Antworten to “Dubiose Eintritte in SPD Hagen: Ermittlungen eingestellt”

  1. hansimäuschen Says:

    Ach, wie ähnelt der Schlußsatz “ …. kaum die Lösung sein, so lange die neuen Quotierten wieder nur Gefolgsleute inhaltsleerer Strippenzieher… “ dem “ Auch auf die “ Neuen “ sollte man genau schauen. Wer läßt sich jetzt schon von den aktuellen Fraktionär*innen nach vorne schieben ? “ der Grünen Linken vor einigen Tagen. Ja, ist wohl viel dran.
    Und die CDU sitzt da, hält traditionell scheinheilig unter´m Teppich. Man reibt sich halt gerne Hände und weiße Weste.. .
    Klar kann man sich die Frage stellen, was noch alles geschehen könnte, um bei der nächsten Kommunalwahl eine erneute Allianz des vernünftigen Grauens oder der gräulichen Vernunft und einen Wechsel im OB – Amt zu verhindern. Beste Voraussetzungen.
    Und dann sind sie wieder täglich in der Zeitung mit ihrem honigkuchenpferdähnlichem Arschgesichtslächeln.
    Und merken gar nicht, daß doch auch sie im Grunde so urkomisch – traurige Gestalten sind

  2. Michael Kramer Says:

    Der Fisch stinkt vom Kopf an. Wie kann man als SPD nur so einen unfähigen Vorsitzenden wie Timo S. akzeptieren. Was macht der Herr eigentlich beruflich? Wem will der etwas erzählen. Was ist eigentlich mit der Landesregierung der SPD los. Wie kann man zulassen, dass 130 Neumitglieder so behandelt werden. Warum macht die Polizei den Schwachsinn einfach mit? Kein Wunder das kaum noch jemand die SPD wählt.

    • hansimäuschen Says:

      Man kann auf einen Parteivorsitz fokussieren, was natürlich schon was aussagt; mit dem Stinkfisch-Kopf und runter ist einiges dran.
      Fairerweise könnte man auch ein Licht auf die übrigen Parteivorsitzenden werfen…

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