Überraschende Kehrtwende

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Doch keine Autos in Fußgängerzone Hohenlimburg

Kein Plan. Nirgends. So lässt sich in weiten Teilen die Qualität der Hagener Kommunalpolitik beschreiben. Jüngstes Beispiel: Hohenlimburg.

Dort beantragen SPD, CDU und Bürger für Hohenlimburg (BfHo) die „Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs in der Fußgängerzone“. Ein an sich löbliches Unterfangen, wenn, ja wenn die Antragsteller nicht bisher genau das Gegenteil gefordert hätten.

Aktueller Anlass in ein Unfall. „Ein nicht zur Durchfahrt berechtigter Fahrzeugführer“, so die Antragsteller, „überfuhr den Fuß eines kleinen Mädchens, das daraufhin zur ärztlichen Versorgung in das Allgemeine Krankenhaus Hagen überführt werden musste“. Die Fraktionen beklagen einen deutlichen Anstieg der Verstöße gegen das Fahrverbot in der Fußgängerzone und den zu geringen Kontrolldruck.

Dass sie selbst dafür mitverantwortlich sind, lassen sie selbstverständlich unter den Tisch fallen. Es waren eben SPD, CDU und BfHo, die in der Vergangenheit vehement die Freigabe der Hohenlimburger Fußgängerzone für den motorisierten Individualverkehr gefordert haben. Beispielhaft sei nur die Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg vom 27. 08. 2014 erwähnt.

Die CDU verfolgte eine als Prüfauftrag kaschierte „Häppchen-Strategie“, bei der die Fußgängerzone erst einmal von außen mit zusätzlichen Stellplätzen angeknabbert werden sollte. Vor einer totalen Freigabe für den Autoverkehr schreckten sie noch zurück. Dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen.

SPD und BfHo gingen dagegen gleich in die Vollen: „Die Verwaltung wird beauftragt, ein gemeinsames Konzept für eine befahrbare Innenstadt (…) zu erarbeiten.“ Auch dieser Antrag wurde mehrheitlich bei je einer Gegenstimme der Grünen und Hagen Aktiv sowie einer weiteren aus den Reihen der CDU angenommen. Aber vier CDUler stimmten für den Antrag und zeigten damit an, wo sie eigentlich hin wollten.

Jetzt also die überraschende Kehrtwende. Es musste erst ein Kind zu Schaden kommen, damit die grauen Zellen der Bezirksvertreter die Richtung ändern. Entscheidung in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg am 5. Juni.

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