Hagen – „Hauptstadt der Bewegung“?

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Europawahl: 13 Prozent für braunen Bodensatz

Bei der Europawahl am vergangenen Sonntag haben 13 Prozent der Hagener Wähler für rechtsextreme Parteien gestimmt. Spitzenreiter waren mit 12,6 Prozent die Blaulackierten von der angeblichen „Alternative“ für Deutschland (AfD).

Die AfD hat damit in Hagen ihr drittbestes Ergebnis in den kreisfreien Städten und Kreisen des Ruhrgebiets erzielt. Nur in Gelsenkirchen (16,4 Prozent) und Herne (13,2 Prozent) konnten die Rechten eine noch bessere Ernte einfahren. Im gesamten Bundesland NRW wurden diese Werte nirgendwo übertroffen.

Bei näherer Betrachtung der Hagener Ergebnisse erweist sich die Theorie, die AfD sei eine Partei des abgehängten Prekariats, als frommes Märchen. Der rechte Sumpf zieht sich quer durch die Gesellschaft; die viel beschworene „Mitte“ entpuppt sich dabei als tragender Pfeiler. Mitverantwortlich für den überproportionalen Erfolg der Rechten in Hagen dürfte die jahrelange hetzerische Berichterstattung örtlicher Medien gewesen sein.

Spitzenreiter mit 21,5 Prozent ist der Wahlbezirk 2142 in Helfe, einen weiteren Schwerpunkt bilden verschiedene Wahlbezirke in Kabel mit Ergebnissen zwischen 19,5 und 20,3 Prozent.

Auch der ländlich geprägte Stadtteil Priorei mit 15 Prozent und der bürgerliche Wahlbezirk Fachhochschule mit 14,6 Prozent schlagen überproportional zu Buche. Und das sind nur einige Beispiele unter vielen.

Die schlechtesten Ergebnisse fuhr die AfD dagegen in Wehringhausen ein, die Hetzkampagnen der örtlichen Presse gegen den Stadtteil haben hier nicht gefruchtet. Im Wahlbezirk Wilhelmsplatz erreichten die Blaulackierten gerade einmal 7,1 Prozent, im Wahlbezirk Feuerwache 8,7 Prozent und im Wahlbezirk Stadtgarten 8,7 Prozent.

Alle Hagener Ergebnisse auf einen Blick

Eine Antwort to “Hagen – „Hauptstadt der Bewegung“?”

  1. Name Says:

    Und im Wahlbezirk Borgenfeldstr. (2132) ist die AfD nur eine Stimme davon entfernt, zusammen mit der SPD [bzw. 2 Stimmen davon entfernt,] den höchsten Anteil aller Listen in dem Bezirk zu haben..
    Da erkennt man ja fast nur noch daran, dass die SPD anstelle der CDU folgt, dass man sich noch in NRW befindet.

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