Praxis am Fahrradlenker statt Theorie im Sitzungssaal

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Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs mit dem Oberbürgermeister

Jedes Jahr lädt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club den Oberbürgermeister zu einer verkehrspolitischen Radtour ein. Am Freitag, 24.05.2019 war es wieder soweit und eine Gruppe von 13 Radlern ging am Rathaus an der Volme an den Start. Mit dabei waren diesmal neben dem Oberbürgermeister auch Radfahrer und Radfahrerinnen vom RSC, VCD, sowie Klaus Wetzel für die Bezirksvertretung Mitte. Von der Stadtverwaltung fuhren Ordnungsdezernent Thomas Huyeng, Verkehrsplaner Jörg Winkler und der neue Radverkehrsplaner Gregor Hengstermann mit (Fotos: ADFC).

Thema war in diesem Jahr, dass im April mit großer Mehrheit vom Rat verabschiedete Radverkehrskonzept für Hagen. Wegen der dort vorgeschlagenen umfangreichen Maßnahmen, schließlich hat das Konzept 206 Seiten, beschränkte man sich aus Zeitgründen auf den Bezirk Mitte. Mit 23 Besichtigungspunkten auf einer Strecke von 10 km hatte man sich einiges vorgenommen. Der ADFC war der Meinung, dass man sich die geplanten Maßnahmen am besten vom Fahrradlenker aus ansieht und nicht nur theoretisch im Sitzungssaal.

Zunächst ging es vom Rathaus nur ein paar Meter weiter zur Kreuzung Märkischer Ring / Rathausstraße / Rembergstraße (Foto links). Dieses ist die unfallträchtigste Kreuzung in Hagen. Zur besseren Erkennbarkeit der Radspuren sollen diese über den gesamten Kreuzungsbereich markiert werden; nach Meinung vom ADFC Tourenleiter Michael Schröder am besten in rot.

Als nächstes fuhr die Gruppe durch die Straße Am Hohen Graben. Diese kleine, für den Durchgangsverkehr gesperrte Straße, stellt zwischen der Rathausstraße und dem Märkischen Ring eine wichtige Radverbindung abseits des großen Verkehrs dar. Seit einiger Zeit ist jedoch die Kragplatte, über die der Radweg verläuft, aus Sicherheitsgründen gesperrt (Foto links).

Die Teilnehmer waren entsetzt, als sie vom Verkehrsplaner Jörg Winkler erfuhren, dass die Platte baufällig ist und abgerissen werden soll. Das bedeutet, dass der Radweg dort endgültig gesperrt wird und somit als wichtige Verbindung entlang der Volme entfällt. Michael Schröder meinte, dass es vielleicht doch noch eine preiswerte Lösung geben könne, um diese wichtige Verbindung des Radverkehrsnetzes zu erhalten.

Weiter ging es in Richtung Oberhagen über den Radweg an der Volmestraße (Foto links). Dieser Radweg, neben dem ein viel zu schmaler Gehweg verläuft, müsste nach dem aktuellen Regelwerk eigentlich drei Meter breit sein. Verbreiterungen kann es hier jedoch erst geben, wenn die Volmestraße erneuert wird. Ein weiterer Maßnahmenvorschlag aus dem Radverkehrskonzept ist eine Beleuchtung für den Rad- und Fußweg entlang der Volme in Richtung Eilpe. Heidi Wenke vom VCD merkte an, dass dieser Weg bei Dunkelheit zur Gefahr und zum Angstraum wird und deshalb von vielen abends nicht mehr genutzt würde.

Insgesamt gab es viele Stopps auf der Strecke über die teilweise auch angeregt diskutiert wurde. So wurde bemerkt, dass es sowohl im Museumsquartier, wie auch am Cuno-Berufskolleg keine Fahrradständer gibt.

Eine unangenehme Engstelle sowohl für Radfahrende, wie auch für Fußgänger ist der schmale Geh- und Radweg auf dem engen Bürgersteig der Augustastraße zwischen dem Märkischen Ring und der Södingstraße (Foto links). Dieser Abschnitt soll zum verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet und für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Besonders am Herzen liegt dem ADFC die Baumaßnahme für den Bahntrassen-Radweg auf der ehemaligen Strecke der Rheinischen Bahn zwischen der Bahnhofshinterfahrung und Haspe. Die Bahntrasse zwischen Wehringhausen und Eckesey hatte die Stadt schon vor Jahren erworben, um dort die Bahnhofshinterfahrung zu bauen. Der Abschnitt zwischen Wehringhausen und Haspe wurde für den Radweg jetzt auch von der Bahn gekauft. So soll eine gute Radverbindung zwischen der Innenstadt bzw. Wehringhausen und Haspe entstehen, abseits der stark befahrenen L700 (ehemals B7).

Erste Rodungsarbeiten wurden vor kurzem durchgeführt und Jörg Winkler sagte, dass man seit drei Jahren an der Strecke plant und im nächsten Jahr mit den ersten Baumaßnahmen beginnen würde. Die im desolaten Zustand befindliche Hammerstraße soll erneuert werden und so, ab der Oberen Spiekerstraße, den weiteren Verlauf der Radstrecke bilden.

Zurück ging es dann über die Schwenke und den Graf-von-Galen-Ring an dem ein zweiter Überweg, dann auch für Radfahrende, in der Planung ist. Nach Meinung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz ist einiges für eine bessere Radfahrsituation in Bewegung gekommen. Michael Schröder vom ADFC und Heidi Wenke vom VCD hoffen, dass bald die ersten Maßnahmen aus ihrer Planungsphase kommen, um endlich auch auf der Straße sichtbar zu werden.

Die Tour endete dann auf dem Platz vor der Johannis Kirche, auf dem die Fridays for Future Demonstration gegen 13:00 Uhr ihren Abschluss fand.

Eine Antwort to “Praxis am Fahrradlenker statt Theorie im Sitzungssaal”

  1. Michael Schröder Says:

    Ich habe eine kleine Ergänzung zu den Teilnehmern der Radtour mit dem OB: Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Hans-Georg Panzer und Heike Heuer von den Grünen waren ebenfalls mit dabei.

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