„Westfalenpost“ im Abstiegskampf

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Druckauflage in Hagen liegt nur noch bei etwa 13.000 Exemplaren

Die Verlagsgruppe Funke-Medien gerät in ihrem Stammland Nordrhein-Westfalen immer mehr in die Defensive. Das berichtet der Mediendienst Kress, dem nach eigenen Angaben interne Zahlen zu den Druckauflagen der Funke-Zeitungen vorliegen.

Seit Langem hat der Konzern nur Gesamtsummen seiner einzelnen Blätter für bestimmte Verbreitungsgebiete, die auch noch nach Bedarf erweitert wurden, veröffentlicht. Kress hat jetzt Zahlen zu den einzelnen Zeitungen genannt.

Demnach beläuft sich die gedruckte Hagener Ausgabe der Westfalenpost nur noch auf 13.155 Exemplare pro Tag. Die Anzahl der tatsächlich verkauften Zeitungen liegt naturgemäß noch darunter. Für das Stadtgebiet Hagen kommt noch die Ausgabe Hohenlimburg mit 1.694 gedruckten Exemplaren dazu.

Insgesamt erreicht die im südwestfälischen Raum verbreitete Westfalenpost nach Kress-Angaben aktuell eine Auflage von nur noch 92.372, davon 80.000 Abos.

Laut Kress hieß es auf einer Belegschaftsversammlung vor wenigen Wochen, die Westfalenpost habe 2018 noch mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das habe aber um 800.000 Euro unter Plan gelegen. Funkes NRW-Verlagsgeschäftsführer Thomas Kloß habe bei der Gelegenheit auch gleich die Katze aus dem Sack gelassen: Die konzerninternen „Forecasts“ für die Jahre bis 2021 hätten für ganz NRW ergeben, dass „wir dann kein Geld mehr mit Tageszeitungen verdienen“.

Dies habe – angeblich – nichts mit den „Leistungen in den Redaktionen und der Produktqualität“ zu tun, sondern mit den „harten Bedingungen“, die die Branche vorgebe.

Nicht erst nachdem die Funke-Medien durch das Aus für den Wochenkurier in Hagen endgültig das Monopol errungen haben, spielt hier allerdings die „Branche“ keine Rolle mehr, sondern für den fortgesetzten Niedergang sind in erster Linie die „Leistungen in den Redaktionen“ und die „Produktqualität“ verantwortlich. Hier mangelt es bekanntermaßen erheblich.

4 Antworten to “„Westfalenpost“ im Abstiegskampf”

  1. Marcus Land Says:

    Was hat der Wochenkurier als Anzeigenblatt mit einer Tageszeitung zu tun. Ein Vergleich, der hinkt.

  2. Volker Says:

    Ist in der Seniorenbetreuung angekommen, dass Funke offensiv Digitale Medien bewirbt und vertreibt?

    Eine Vergleich würde dem Artikel gut tun. Das ist aber redaktionelle Qualität

    • ws Says:

      Der Anteil der ePaper-Abos der WPWR (Zahlen für einzelne Funke-Titel sind nicht verfügbar) belief sich im I. Quartal 2019 in Hagen auf 9,5 Prozent. Maßgeblich sind also mit mehr als 90 Prozent nach wie vor die Print-Ausgaben.

  3. Paul Says:

    Außerdem gibt es ja noch den Stadtanzeiger, der ist mehr eine Prospektschleuder als alles andere. Inhalt ist kleiner gleich Null. Wer sich mal einen Spass machen will ruft bei der „Stadtanzeiger-Hotline“ an und beschwert sich über die Zustellung. Die wissen noch nicht einmal wo Hagen liegt.

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