Verkehrswende einleiten?

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Mehr städtische Fahrzeuge schadstofffrei unterwegs

Was will Erik O. damit sagen? 2020 Ende der Dienstfahrt oder 2020 erneut antreten? Kennzeichen am neuen Dienstwagen des Hagener Oberbürgermeisters. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen (Ausschnitt).

Autos mit elektrischem Antrieb fallen im Hagener Stadtgebiet auf, ziehen die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger auf sich. Allerdings nicht, weil es so viele, sondern weil es noch so wenige sind. Dies soll sich nach Ansicht der Stadt Hagen in den nächsten Jahren ändern, meldet die städtische Pressestelle.

Die Umstellung auf E-Mobilität und innerstädtisches schadstofffreies Autofahren sei ein wesentlicher Baustein des vom Rat der Stadt Hagen beschlossenen Masterplans Nachhaltige Mobilität. „Ziel ist es“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz, „die Lebensqualität für die Menschen in der Stadt zu verbessern und eine Verkehrswende einzuleiten.“

„Beispielhaft vorneweg“ gehe OB Schulz mit dem Umstieg auf sein neues Dienstfahrzeug. Der Plug-in Hybridwagen fahre in Hagen im Stadtverkehr ohne Abgase und werde mit (angeblichem) Ökostrom der Mark-E gespeist.

Damit lässt sich natürlich wunderbar hausieren gehen und gegen einen Vorbildcharakter ist auch nichts einzuwenden. Nur sind die kommunalen Fahrzeuge selbst in der Summe nicht das eigentliche Problem. Auch nicht die Fahrzeuge von Handwerkern, die immer als arme Opfer möglicher Verkehrsbeschränkungen dargestellt werden. Das Problem ist vielmehr die schiere Flut privater PKWs. Und hier verweigern OB Schulz und die Ratsmehrheit auch nur minimalste Restriktionen.

Der Hinweis auf den sogenannten Masterplan Mobilität erfüllt nur Alibi-Charakter. Symptomatisch für die auf Nichtstun ausgerichtete Hagener Politik ist – als einem Punkt unter vielen – die Tatsache, dass Hagen als nur eine von drei nordrhein-westfälischen kreisfreien (Groß-)Städten (neben Münster und Mülheim) kein Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW ist, mit dem das Land die Kommunen dabei unterstützt, neue Wege für lebenswerte Städte einzuschlagen. Dieser Verbund stellt eindeutig fest: „Die autoorientierte Verkehrs- und Stadtplanung der letzten Jahrzehnte stößt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und ist nicht zukunftsfähig.“

In Hagen versucht man sich weiterhin an dieser Binsenweisheit vorbeizumogeln.

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