OB: Diese Kröte müssen wir schlucken

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Einschränkungen im ICE-Verkehr von März bis Oktober „unvermeidlich“

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Auf Einladung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz fand am gestrigen Montag ein Spitzengespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn (DB) für das Land Nordrhein-Westfalen, Werner J. Lübberink, weiteren Bahnvertretern sowie dem Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen, Dr. Ralf Geruschkat, im Hagener Rathaus statt.

Vertreter von Fahrgastverbänden waren im Gegensatz zu den Dienstwagenfahrern (mit Chauffeur) anscheinend nicht zu dem Gespräch geladen. Sie werden in der Pressemitteilung der Stadt jedenfalls nicht erwähnt.

Hintergrund waren die angekündigten, baustellenbedingten Einschränkungen im Fernverkehr von und nach Hannover/Berlin und Köln in der Zeit von Mitte März bis Mitte Oktober dieses Jahres. Oberbürgermeister Schulz und Dr. Geruschkat machten gegenüber den Bahnvertretern noch einmal sehr deutlich, welch große Bedeutung eine regelmäßige Hauptstadtverbindung für die Menschen aus Hagen und den Nachbarstädten sowie insbesondere auch für die Belange der Unternehmen in dieser so starken Wirtschaftsregion hat.

Die Berlin-Verbindung ist wahrscheinlich maßlos übertrieben, wichtiger dürfte für die Hagener Pendler die Verbindung in den Raum Köln-Bonn sein. Aber mit Bezug auf die „Hauptstadt“ kann man sich natürlich besser ins Rampenlicht schieben.

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn gab die klare Zusage, dass der Haltepunkt Hagen dauerhaft in der ICE-Netzplanung verankert bleiben wird. „Damit“, so Oberbürgermeister Schulz, „ist sichergestellt, dass die Fernverkehrsanbindung unserer Stadt und der gesamten Region auch für die Zukunft langfristig garantiert ist.“

Eine Abkoppelung Hagens vom Fernverkehr hatte allerdings auch nie zur Debatte gestanden und war nur der Phantasie eher bahnferner Funktionäre aus Politik und Wirtschaftsverbänden entsprungen. Im Zielfahrplan 2030plus sind die bestehenden IC/ICE-Linien im Stundentakt weiterhin verankert.

Die von März bis Oktober eintretenden Einschränkungen im Fernverkehr seien nach den nochmaligen, detaillierten Einlassungen der Bahn allerdings unvermeidlich – insbesondere mit Blick auf die engen Taktungen zum Regionalverkehr, lässt das Rathaus verlautbaren. „Diese Kröte“, so Oberbürgermeister Schulz, „werden wir bei allem verständlichen Ärger schlucken müssen.“

Hintergrund des Fernverkehrsausfalls ist eine Brückenbaustelle im Raum Bielefeld. Mit dem Entfall des Stopps in Hagen sollen 2 Minuten aufgeholt werden, dabei gelten für die Bahn überhaupt erst Verzögerungen ab 6 Minuten als Verspätung. Trotzdem will OB Schulz „die Kröte schlucken“.

Wie groß wäre das Geschrei wohl gewesen, hätte Straßen NRW wegen Bauarbeiten die parallel verlaufenden Autobahnen über Monate gesperrt? So ist es „nur“ die Bahn. Da reiht sich OB Schulz gerne in die Brigade der Reptilienverspeiser ein.

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