„Hübsche Betonklötze“

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Hagener FDP-Vize Hegenberg twittert mit Alda und erklärt „Merkelsteine“

Laut Hagener Presse wollen die hiesigen FDP-Mitglieder von den Internet-Exzessen ihres inzwischen zurückgetretenen Kreisvorsitzenden Ulrich Alda alle nichts mitbekommen haben. Glaubwürdig ist das nicht, fuhrwerken doch etliche von ihnen in den fälschlicherweise so genannten „sozialen“ Medien herum.

Zum Beispiel der momentane kommissarische FDP-Kreisvorsitzende Lars Peter Hegenberg, dem Ambitionen auf das Alda-Erbe nachgesagt werden. Der Dentist und Alda-Jagdkumpel („Jagen ist kein Sport sondern eine Passion“) stand seit seinem Beitritt zu Twitter im Oktober 2017 bis zum Auffliegen der AfD-ebenbürtigen Tweets des damaligen Hagener FDP-Chefs mit seinem Parteifreund in mehr oder weniger regelmäßigem Kontakt über den 140-Zeichen-Dienst.

So am 21. November 2017. Damals schrieb Alda: „Hagener Weihnachsmarkt: noch nicht eröffnet aber die in jeder Beziehung teuren Merkel-Steine sind schon da.“ Auf die Frage eines anderen Twitterers, was denn „Merkel-Steine“ seien, antwortete Hegenberg hilfsbereit: „Das sind die hübschen Betonklötze mit denen Anschläge wie in der Berlin verhindert werden sollen.“ (Zitate wörtlich ohne Korrektur).

„Merkel-Steine“ ist ein im rechtsextremen Milieu gängiges Synonym für Sperren zur Abwehr von Anschlägen bei großen Publikumsveranstaltungen wie beispielsweise Weihnachtsmärkten. Man muss schon ziemlich viel in ganz weit rechts angesiedelten Medien herumblättern, um diesen Begriff präsent zu haben. Eine in demokratischen Kreisen recht ungebräuchliche Terminologie; mit Ausnahme – wie man hier sieht – von Hagenern FDP-Funktionären wie Hegenberg, der sich in keiner Form von dieser Begrifflichkeit distanzierte, sondern auch noch den Erklärbär spielte.

Screenshot: Twitter

Das Gezwitscher zwischen Alda und Hegenberg setzte sich munter fort bis zum 16. Dezember 2018. Drei Tage später machte der Kölner Stadt-Anzeiger die Twitter-Ergüsse Aldas öffentlich. Seitdem herrscht Funkstille zwischen den beiden.

Der landespolitische Korrespondent des Kölner Stadt-Anzeiger, Gerhard Voogt, berichtete damals:

Alda hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter die Grünen verunglimpft. „Die ganzen links/grünen Typen sind alle geisteskrank“, schrieb der Liberale. Die Grünen würden „angeblichen Sexismus von deutschen Männern“ erfinden, „muslimische Vergewaltigungen“ aber „okay“ finden. In einem anderen Tweet heißt es: „Und immer nur schön weiter die Grünen wählen, dann ist Massenvergewaltigung, aber nur durch muslimische Kerle, nicht mehr strafbar.“ (…)

Die Grünen wollten „nach wie vor Millionen von moslemischen Kerlen, die uns nur verachten, ins Land holen“, heißt es in einer anderen Nachricht. An den Umfragewerten sehe man, „dass viele Deutsche zwar gebildet, aber dumm geblieben“ seien.

Wiederum vier Tage später war die Botschaft auch bei der WPWR angekommen. Die zitierte Hegenberg mit der Aussage: „Als Vorstandsmitglieder distanzieren wir uns ausnahmslos von diesen Äußerungen.“ Von einer Distanzierung Hegenbergs ist in der Twitter-Kommunikation mit Alda allerdings nichts zu spüren.

Warum auch? Die Splittergruppe weiß genau wo der „Feind“ steht. Neben den „links/grünen Typen“, die „alle geisteskrank“ sind, haben sich die FDPler auch auf dieses Medium eingeschossen. Am 14. November des vergangenen Jahres echauffierten sich sowohl Kreispartei als auch Fraktion auf ihren Fakebook-Seiten über den „Pöbel-Blog“ DOPPELWACHOLDER.DE. Anlass war die Kritik an der zustimmenden FDP-Position zur Verschotterung der Vorgärten.

Einen Monat später erfuhren die Zeitungsleser, wo der Pöbel wirklich zuhause ist: In den Reihen der Hagener FDP.

Eine Antwort to “„Hübsche Betonklötze“”

  1. Allan Qutermain Says:

    „Merkels-Steine,“ ist so nicht richtig, in gewissen Kreisen werden

    diese „Merkels-Legosteine“ genannt.

    Zum Weihnachtsmarkt in Hagen, oder Winterkirmes wäre richtiger,

    wurden 1000 Liter Gebinde auf Paletten angeschafft.

    Pünktlich zu Beginn waren diese mit Wasser gefüllt und aussen bekamen sie eine Verkleidung mit Plane und Beschriftung.

    Was auch nicht für das Auge hübscher war.

    Ob diese Gebinde noch verankert wurden entzieht sich meiner Kenntnis. Denn ich wollte nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen.

    Aber auch die Polizei mit ihren Maschinenpistolen sorgte dafür, dass ich mich geschützt und gut aufgehoben dort fühlte.

    Ironie aus!

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