Land erhöht Zuschüsse für Theater und Orchester

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Hagen zweigt gleich einen erheblichen Teil für den allgemeinen Haushalt ab

Für die kommunalen Theater und Orchester werden die Mittel im Kulturhaushalt des Landes bis 2022 um 30 Millionen Euro erhöht.

„Die weltweit einzigartige Theater- und Orchesterlandschaft in Deutschland und ganz besonders im kommunal geprägten Nordrhein-Westfalen muss in ihren Fundamenten stabilisiert werden. Nur dann können sich Theater und Orchester gut entwickeln und zukunftsfähig werden. Die Stabilisierung dieser wichtigen Orte der Kunst, des öffentlichen Diskurses und der Bildung wird auch die Kommunen und das gesamte Land stärken“, sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Durch den Aufwuchs werde damit 2022 insgesamt ein Betrag von 50 Millionen Euro an Landesmitteln zur Förderung der kommunalen Theater und Orchester zur Verfügung stehen. Dieser Aufwuchs solle die Kommunen unterstützen und ermutigen, ihre Förderung der kommunalen Theater und Orchester beizubehalten und weiterzuentwickeln. Mit jeder Kommune werde eine Fördervereinbarung zur Theater- und Orchesterförderung geschlossen.

Die Stadt Hagen hat allerdings einen Weg gefunden, in diese Fördervereinbarung eine Hintertür einzubauen und damit die Intention der Kulturministerin zu unterlaufen: Ein erheblicher Teil der Landesförderung wird neutralisiert, indem gleichzeitig die städtischen Zuschüsse zum Theaterbetrieb gekürzt werden.

Im laufenden Jahr fließen mit diesem Griff in die Trickkiste de facto 70 Prozent der zusätzlichen Landesmittel in den allgemeinen Haushalt, über den gesamten Zeitraum bis 2022 sind es im Mittel mehr als 34 Prozent. Von den insgesamt 2,422 Millionen Euro verbleiben so für Theater und Orchester nur 1,592 Millionen, während gleichzeitig 830.000 Euro zum Stopfen kulturfremder Löcher dienen.

Die Beschlussvorlage der Verwaltung hält für diese Form von modernem Raubrittertum den zynischen Satz bereit: „Die sukzessive Vergrößerung des Anteils für das Theater bis 2022 erfüllt in den letzten Stufen auch den vom Land gewünschten Effekt zur dauerhaften Verbesserung der finanziellen Situation für die Theater in NRW.“

Der Hagener Stadtrat, der von vielen teilweise aggressiv kulturfeindlichen Kräften durchsetzt ist und in dem eine Opposition nur durch Nichtexistenz glänzt, hat die Fördervereinbarung erwartbar einstimmig abgenickt.

Anders die Stadt Oberhausen, die sich in einer vergleichbaren finanziellen Lage wie Hagen befindet: Ähnlich hohe Schulden bestimmen auch dort seit Jahren die Diskussion, und wie Hagen ist auch Oberhausen Zwangsmitglied im sogenannten „Stärkungspakt“.

Die Oberhausener Fördervereinbarung garantiert im Gegensatz zu Hagen die vollständige Verwendung der zusätzlichen Landesmittel für den eigentlichen Zweck der Theater- und Orchesterförderung: „Eine Anrechnung auf den kommunalen Zuschuss findet nicht statt.“

Im Gegenteil wird auch der städtische Zuschuss von 2018 bis 2022 um 8 Prozent erhöht. In Hagen sind es im gleichen Zeitraum nur 1,1 Prozent (Vergleich: ursprünglich geplanter Ansatz 2018 mit dem jetzt verminderten Zuschuss für 2022).

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