Wir haben, wir haben, wir haben

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Unwahrheiten – ohne zu lügen

Zum doppelseitigen Oberbürgermeister-Schlachtfest in der WPWR (siehe hier) gehört auch ein Interview mit dem Hagener OB Erik O. Schulz, das vor Eigenlob nur so strotzt (siehe: „Habe bewusst keine üppigen Versprechungen gemacht“). Ein kommentierter Auszug:

Wir haben erstmals seit 25 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt geschafft – und das ohne weitere Steuererhöhungen.

Die Betonung liegt auf „weitere“. Ohne die bereits zuvor beschlossenen massiven Erhöhungen der Gewerbe- und Grundsteuer wäre der Haushaltsausgleich nicht zu bewältigen gewesen.

Wir haben unsere Einsparziele auch im Kulturbereich ohne substanzielle Einschnitte oder Schließungen von Einrichtungen erreicht und gleichzeitig die öffentliche Debatte ums Theater befriedet.

Die Kürzungen im Kulturbereich waren für den Haushaltsausgleich so gut wie irrelevant. Der als „Debatte ums Theater“ aufgehübschte Widerstand von Bürgern, Theaterleuten und Beschäftigten wurde nicht „befriedet“, sondern einfach ignoriert.

Wir haben unser Personal im Bereich Sauberkeit und Ordnung deutlich verstärkt und die Kontrolldichte spürbar erhöht.

Offenbar an den falschen Stellen. Zu kontrollieren wären etwa die mangelhaften Leerungen der Recyclingcontainer durch den Hagener Entsorgungsbetrieb, aber die quellen nach wie vor regelmäßig über.

Wir haben mit der Gründung der HIG endlich ein Instrument geschaffen, um ausreichend Gewerbeflächen zu entwickeln.

Ursprünglich eine Aufgabe der Hagen-Agentur, die sich stattdessen mit allerlei Trallala beschäftigt. Diese hochdefititäre mehrheitlich städtische Firma wird weiterhin durchgefüttert, wobei die Stadt allein den jährlichen Verlust in Millionenhöhe ausgleicht. Die Geschäftsleitung wird nicht etwa wegen Unfähigkeit in die Wüste geschickt – nein, man gründet einfach noch eine Gesellschaft: die HIG.

Wir haben die Enervie-Krise gut bewältigt und den damit verbundenen schmerzlichen Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen realisiert.

Die Enervie-Krise ist nicht einfach so über das Unternehmen hereingebrochen. Einen großen Anteil hatte der Größenwahn der Geschäftsführung. Vorsitzender des Aufsichtsrats, der eigentlich die Unternehmensleitung kontrollieren soll, ist traditionell der Oberbürgermeister des größten Anteilseigners – also der Stadt Hagen.

Und wir haben das Thema Verbesserung der Unternehmenskultur im Rathaus angepackt.

Was meint Erik O. Schulz damit? Den Irrläufer eines zum „Konzern Stadt“ verkommenen Gemeinwesens, genannt Kommune?

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3 Antworten to “Wir haben, wir haben, wir haben”

  1. Allan Qutermain Says:

    Ich habe gestern, wo ich den Artikel in der Einheitszeitung, der förmlich vor Eigenlob nur so gestunken hat, gelesen habe,
    mir gedacht,

    dass kann doch vom Doppelwacholder nicht alles gewesen sein.

    Der Schönschwätzer bekommt nichts auf die Reihe,
    die Industrie haut aus Hagen ab, neue Verarbeitende Industrie ist nicht am Horizont zu sehen.
    In seiner Zeit als OB, haben Tausende von Arbeitsplätze Hagen verlassen oder wurden eingespart.
    Was er so toffte an der Hagen Agentur findet, hat wohl mehr damit zu tun, dass er aus diesen aufgeblähten Laden kommt.

    Was das zusätzliche Personal bei der Stadtreinigung betrifft,
    das Jobcenter und die Arge bezahlen diese Besenschwinger.

    Oder das Servicepersonal bei der Hagener Strassenbahn AG.
    Auch hier kommt das Geld aus obigen Kassen.
    Ohne die vielen Reinigungskräfte, die als 1 Euro Kräfte,
    wie Corbacher oder Haspe Aktiv eingesetzt werden.
    Auch in der Preusserstr. nehmen 1 Euro Kräfte das Altpapier etc. an.

    Kontrolldichte bei den Papiercontainer, usw. besteht aus einer Kraft, die Hochtrabend „Mülldetektiv“ genannt wird.
    Ich meine die Schweineorte sind seit der Einstellung weniger geworden?
    Warum noch immer Müll in die Botanik geschmissen wird, liegt wohl mehr im Auge des Betrachters.

    Das sogar knapp 1.000 Mitarbeiter Freigesetzt wurden in einen Tochterunternehmen, ist der Grossmannssucht eines Geschäftsführer zu verdanken. Warum die Nr.2 in diesen Laden ungeschoren davon gekommen ist, weiss auch nur der Hauptanteilseigner in Gestalt des OB.

    Für die Frühverrentung, Umschulung, Serviceagenturen, Förderung zu anderen Berufszweigen, darf der Steuerzahler aufkommen.
    Dafür bekommt der jenige der der Hauptschuldige ist,
    noch einen goldenen Handschlag und ein Super Zeugnis.

    Wer kommt denn für das Minusgschaeft bei den Vergleich zu den Derivatgeschäften auf? Hätte man das Gerichtsurteil abgewartet,
    wären es ca. 35 Millionen mehr im Säckel gewesen.
    Was ein Vergleich und ein Urteil ist, hat das Gericht der Stadt Hagen gesagt.

    Ob die Bürger dieser Stadt eine Verbesserung wollen, ist Irrelevant, die Politik und Verwaltung zieht ihr Ding sowieso durch.

    Bestes Beispiel das Gemauschelt wird, sind die Nichtöffentlichen Sitzungen der BVs und des Stadtrats.

    Oder Sitzungen der BVs von 15 Minuten Länge.

  2. Hansimäuschen Says:

    BEISPIEL ENERVIE. Abgesehen davon, daß Erik Oh. Schulz dem Vorstandsvorsitzenden Grünschnabel noch bis kurz vor Schluß die Stange hielt und der Anstoß, dieser müsse gehen, von woanders kam :
    War es nicht so, daß rd. 500 Mitarbeiter per Auflösungsvertrag, wenn auch mit Abfindung, ihren Arbeitsplatz verloren ?
    Wenn, wird es jetzt mit Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen schöngeredet, die aber ansonsten gekommen wären.
    So konnte man mit dem Zuckerbrot Abfindungen ( wenigstens das ) viel Ungemach und Kündigungsschutz-Klagen umgehen, aber auch eine entsprechende Optik nach außen herstellen ( wie die eigene..), änderte vor dem Hintergund des Arbeitsmarktes jedoch natürlich nichts daran, daß die Arbeitnehmer auf die Straße gesetzt wurden und mit diesen deren Familien betroffen waren, was dann noch mit “ Enervie-Krise gut bewältigt “ verkauft werden soll.
    Es ist genau diese – üblich perfide – Art des o. g. Mannes (oder Männleins), Betroffenen und Bürgern Sand in die Augen streuen zu wollen, die aber, da durchsichtig, einfach nur versuchte Verarschung darstellt ( und somit einen weiteren Mangel an persönlicher Qualifikation aufzeigt ).
    Gerade auch das macht ihn so unsympathisch.

  3. Jürgen Dute Says:

    Das ist schon mehr als ein Armutszeugnis, was der OB und die Einheitszeitung hier abgeben und veranstalten. Ich dachte das Sommerloch ist vorbei.

    Missstände verwalten. Ausreden suchen für eine gescheiterte Amtszeit. Immer neue Gesellschaften gründen um entweder ungeliebte Funktionäre zu entsorgen oder unqualifizierte Funktionäre zu versorgen. Es hat sich nichts geändert. Es ist ehe schlimmer geworden. Der ganze Laden beginnt so langsam zu zerbröseln. Hoffentlich.

    Von Transparenz keine Spur. Das Hinterzimmer hat noch immer die Hoheit. Was eine Schande. Und die Einheitszeitung vorne weg, deren Aufgabe es wäre Missstände an den Pranger zu stellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    Die Bürger werden bei den nächsten Wahlen hoffentlich aufmerksamer sein. Da bin ich ehe skeptisch. Denn es gibt zu viele, die von diesem System profitieren. Man könnte fast annehmen, unsere „geliebte“ Einheitszeitung ist ein Teil des Ganzen. Nicht ein Aufklärer, sondern ein Nutznießer. Das ist für einen „Normalo“ schon sehr bitter.

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