Warum gerade PwC?

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Ausgerechnet Wirtschaftsprüfer wurden mit Masterplan Mobilität beauftragt

Es hätte eigentlich auffallen müssen: Ausgerechnet ein Wirtschaftsprüfungskonzern wurde von der Stadtverwaltung mit der Erstellung des Masterplans Mobilität beauftragt. Und dann noch einer der „Big Four“, der weltweit größten.

An einer überwältigenden Expertise der Zahlenjongleure von PricewaterhouseCoopers (PwC) kann es nicht gelegen haben, denn die Ergebnisse sind mehr als mager. Von etwa 50 präsentierten Maßnahmen stufen die Gutachter selbst nur zwei Punkte als von hohem Nutzen ein: Angebot und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV-Angebots sowie „Schaffung eines attraktiven Zugangs zum ÖPNV“.

Ansonsten viel in der Art: „Geringe Auswirkungen, da sich die motorisiert zurückgelegte Verkehrsmenge nicht wesentlich verändert“, „Erwartete NO2-Minderung kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen“, „geringe positive Immissionswirkungen“, „keine Wirkung“.

Das Kerngeschäft von Unternehmen wie PwC liegt allerdings auch ganz woanders, worauf zwei aktuelle Meldungen hinweisen. Umso fragwürdiger erscheint der Auftrag zur Erstellung eines „Masterplans Mobilität“ durch die Hagener Stadtverwaltung. Schließlich wirken sich Steuersparmodelle auch negativ auf die Einnahmeseite im Haushalt der Stadt aus. Das wiederum vermindert die Handlungsmöglichkeiten auch im Hinblick auf eine tatsächliche Verkehrswende.

Dazu ganz frisch:

Die fragwürdige Doppelrolle der Wirtschaftsprüfer

Hunderte Steuersparmodelle hatte die Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers (PWC) im Großherzogtum Luxemburg für multinationale Konzerne entwickelt, wie die auch von der Süddeutschen Zeitung 2014 veröffentlichten Dokumente „Lux Leaks“ enthüllten. Mithilfe der Wirtschaftsprüfer – und der luxemburgischen Finanzbehörden, die diese Modelle genehmigten – versteuerten die Konzerne ihre Gewinne über Jahre teilweise mit weniger als einem Prozent.

Dass die Beratungsleistung von PWC eine derart zentrale Rolle bei der Steuervermeidung gespielt hat, hindert die EU-Kommission nicht daran, ebendiese Beratungsleistung für den von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgerufenen Kampf für mehr Steuergerechtigkeit einzukaufen. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Steuervermeidung: EU macht den Bock zum Gärtner

EU lässt sich in Steuerfragen von Wirtschaftsprüfern beraten, die Steuersparmodelle für Konzerne anbieten

Quelle: LobbyControl

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