Wie direkt vom Pressehaus bestellt

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Zuwandererschule: CDU stößt in Heuels Horn

Das ging ja schnell: Kaum war das Pamphlet des WPWR-Schreibers Hubertus Heuel zur Schließung der Separatschule für Zuwanderer in Halden auf dem Markt, verfasste die Hagener CDU-Fraktion eine mit viel Pathos dekorierte Erklärung, die sich liest, als sei sie direkt vom Pressehaus in Auftrag gegeben worden.

Die nur wegen fehlender Räumlichkeiten an Regelschulen als Übergangslösung eingerichtete Schule wurde vor einem Jahr von allen damit befassten Gremien einstimmig – also auch mit den Stimmen der CDU – beschlossen. Die beiden in der Erklärung erwähnten CDU-Funktionäre sind beide Mitglied des Schulausschusses; im Protokoll der entsprechenden Sitzung ist noch nicht einmal eine Nachfrage der beiden, geschweige denn ein Widerspruch zur damals schon angestrebten möglichst baldigen Wiederauflösung vermerkt.

Schulausschussvorsitzende und CDU-Ratsfrau Ellen Neuhaus, die in der Reserveliste zu den Kommunalwahlen als Beruf „Hausfrau“ angegeben hatte und von Radio Hagen flugs zur „Schulexpertin“ geadelt wurde, empört sich jetzt plötzlich:

„Leidtragende sind die Kinder, die Eltern und die Lehrer gleichermaßen! Und der Steuerzahler zahlt am Ende die Rechnung für eine stockende Integration. Ich schwanke zwischen blankem Entsetzen über so viel bürokratische Ignoranz und Wut über die offensichtlich ungebrochene Ideologiepolitik der Landesschulverwaltung. In Halden soll zum Ende des Jahres ein gut funktionierendes Integrationsmodell zerstört werden, das bei allen Beteiligten auf sehr viel positive Resonanz stößt. Derzeit fördern wir hier die Sprachkenntnisse der Zuwandererkinder sehr gezielt und ausgesprochen effektiv. Damit erreichen wir, dass Kinder schnell auf die für sie geeignete Schule wechseln und dort dem Unterricht folgen können. Rückmeldungen aus der Lehrerschaft anderer Schulen bestätigen unsere Erfolge. Mit dem „Haldener Sprach-Turbo“ beschleunigen wir die echte Integration der Kinder.“

Für Ellen Neuhaus zeige die Entscheidung vom grünen Tisch, „dass die unbelehrbare und ignorante Landesschulverwaltung weiter ein Eigenleben führt. Umgekehrt lässt die Landesschulverwaltung jeden Plan vermissen, wie sie auch nur annähernd so erfolgreich wie die Zuwanderschule in Halden Kinder in Deutschland integrieren will. Für mich befördert das Fremdenfeindlichkeit auf der einen und Frustrationen gegen uns auf der anderen Seite. Das hilft am Ende nur den Radikalen auf beiden Seiten!“

Auch der Schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Walter, sei entsetzt: „Wie kann es denn sein, dass man Kinder, die zum Teil kaum Deutschkenntnisse haben oder gar Analphabeten sind, direkt in das Regelschulsystem einspeist, ohne die personellen, inhaltlichen und sachlichen Voraussetzungen für eine gelingende Integration dieser Kinder gewährleisten zu können? So schadet man den Zuwanderer- und Flüchtlingskindern ebenso wie den übrigen Mitschülern!“

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