Jenseits der AfD

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WPWR-Schreiber Heuel fabuliert wieder mal am rechten Rand

Gerade einmal zwei Tage war es her, dass Hubertus Heuel ein Straßenfest zum Anlass nahm, um eine zwei Jahre zurückliegende Auseinandersetzung zwischen zwei Zuwandererfamilien noch einmal genüsslich in seinen Zeilen auszubreiten. Bei Fremdenfeinden dürfte das Produkt des WRWP-Schreibers ein großes Hallo ausgelöst haben, Betroffene dagegen waren entsetzt: „Vielen Dank für Ihre aufmerksam-kritische Sichtung des Zeitungsartikels. Sie haben es auf den Punkt gebracht“, schrieb Pfarrer Jürgen Schäfer von der Evangelischen Kirchengemeinde Haspe dem DOPPELWACHOLDER, der darüber berichtet hatte.

Am Wochendende dann das nächste Heuel-Futter für den rechten Rand: „Unsere Kinder müssen die verfehlte Schulpolitik ausbaden“, salbaderte der unermüdliche Kämpfer für das Wohlbefinden des wildgewordenen Kleinbürgertums. Angereichert mit Behauptungen, die seine krude Sicht der Dinge stützen sollen, sich aber schnell als grobe Fälschungen herausstellen. Letztlich nur ein weiterer Mosaikstein in der langen Liste Heuel’scher Ergüsse.

Diesmal hat Heuel die geplante Schließung der Schule für Zuwanderer in Hagen-Halden als Zielscheibe entdeckt. Die soll – von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht – in Bälde aufgelöst werden, um die Kinder in die Regelschulen zu integrieren. Für Heuel geht es allerdings nur um „Ideologie“: „Angeblich geschieht ja alles zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. In Wirklichkeit ist deren Wohlergehen den verantwortlichen Beamten und Politikern herzlich gleichgültig. Ihnen geht es um Ideologie. Eine Schule, die es nicht geben soll, darf es auch nicht geben.“

Schon die vereinnahmende Formulierung „unsere Kinder“ in der Überschrift des Kommentars ist eine beliebte Methode, um die Existenz einer Gesinnungsgemeinschaft zu simulieren, als deren Sprachrohr sich Autoren vom Schlage Heuel verstehen.

Dessen Obsession wird deutlich, wenn er schreibt, dass „die Kinder an den Regelschulen, die die Kinder aus Halden nach den Sommerferien als Mitschüler begrüßen müssen“. Müssen – ein Verb, das einen unmittelbaren Zwang ausdrückt. Den braven Sprösslingen der Eingeborenen werden Zuwanderer einfach so vor die Nase gesetzt, von „den verantwortlichen Beamten und Politikern“, die damit „ein unvergleichliches Chaos“ anrichten.

Abgerundet wird die Sottise mit dem Hinweis auf die eheliche Verbindung zwischen der Leiterin der Schulabteilung der Bezirksregierung und dem Sprecher der Hagener Grünen, „die die Schule in Halden heftig bekämpft haben“, so Heuel.

Gleich zwei vom Autor aufgestellte Tatsachenbehauptungen sind schlicht und ergreifend falsch, dienen aber wesentlich dazu, dem Unfug den richtigen Drall zu geben. Heuel erweckt nun schon zum zweiten Mal in Folge den Eindruck, die Schulschließung sei das Ergebnis von planloser „Ideologie“, „erst Hü, dann Hott“ und „Chaos“.

Dabei wurde vor der Einrichtung der Haldener Klassen zwischen Vertretern der Stadt und der Bezirksregierung erörtert, „wie die möglichst vollständige und zeitnahe Beschulung der neu Zugewanderten in der Sekundarstufe I gelingen könnte.“: Es bestand Einigkeit darüber, dass „die schnellstmögliche Beschulung in Regelklassen unter dem Aspekt der Integration Priorität habe“.

Der einzige Grund dafür, die zugewanderten Schüler nicht sofort an Regelschulen unterzubringen, z.B. in sogenannten „Willkommensklassen“ mit zusätzlichem Sprachunterricht, bestand in den nicht vorhandenen räumlichen Kapazitäten der Schulgebäude. Alles nachzulesen im Bürgerinformationssystem der Stadt Hagen.

Wenn trotzdem aus einer Redaktion heraus, die natürlich genau weiß, wie sie sich solche Informationen auf schnellstem Wege beschaffen kann, ein gegenteiliger Eindruck erzeugt wird, gibt es für solche Machenschaften nur einen zutreffenden Begriff: Lüge.

Das gilt erst recht für eine zweite Behauptung des Märchenonkels, die Hagener Grünen hätten  „die Schule in Halden heftig bekämpft“. Alle vier Gremien, die mit der Haldener Übergangslösung zwischen dem 27.6. und dem 6.7.2017 befasst waren, BV Mitte, BV Hohenlimburg, Schulausschuss und Rat, beschlossen einstimmig die Einrichtung der Schule – alle mit den Stimmen der Grünen.

Sogar die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ (AfD) stimmte zu. Spätestens jetzt ist klar: Rechts ist noch Platz. Für Hubertus Heuel.

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Eine Antwort to “Jenseits der AfD”

  1. Allan Qutermain Says:

    Die beiden letzten Absätze in diesen Blog sind interessant.

    Was bezweckt der Redakteur der Einheitszeitung damit?

    Von „Lückenpresse“ kann man schon nicht mehr schreiben.

    Das ist für den interessierten Nochleser dieser Zeitung,
    der sich aus anderen Quellen bedienen kann,
    schlicht Unwahr.

    Sogar die AfD hatte bei der Einrichtung zu dieser Schulform mit Ja zugestimmt.
    Wenn die AfD Rechts verordnet wird,
    wo Verordnet man dann diesen Redakteur?

    Was bezweckt der Redakteur damit?
    Stimmungsmache?

    Woanders gibt es laut Presserecht einen Wiederruf.
    Aber dieser Schreiberling kann sich wohl in dieser Stadt einiges erlauben?

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