„Nationalstaat nicht unausweichliches Schicksal“

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FernUni: Auszeichnung für zukunftsgewandten Historiker

Preisträger Wolfgang Reinhard sprach über Europa und seine eigene wissenschaftliche Biographie. Foto: FernUni.

An der FernUniversität in Hagen wurde jetzt der „Dimitris Tsatsos-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Europäischen Verfassungswissenschaften“ verliehen. In diesem Jahr ging er an den Historiker Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Reinhard.

Der 81-Jährige ist Professor emeritus für neuere Geschichte am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und assoziierter Fellow des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt.

„Ich fühle mich außerordentlich geehrt“, sagte Prof. Reinhard nach der Überreichung des Preises durch Prof. Dr. Andreas Haratsch, Direktor des Tsatsos-Instituts der FernUniversität, und Prof. Dr. Spyros Tsantinis, Vorstandsmitglied des Centre for European Constitutional Law. Obwohl Reinhards wissenschaftliches Werk schon mehrfach mit Auszeichnungen – darunter auch dem sogenannten „Historikerpreis“ – gewürdigt wurde, habe ihn der „Dimitris Tsatsos-Preis“ besonders gefreut: „Der europäische Charakter des Preises macht es für mich aus. Das ist der Punkt.“

Prof. Reinhard thematisierte in seiner Rede die Expansivität Europas, indem er die Frage stellte: „Wieviel Zukunft hat Europas Vergangenheit?“ Zum Ende seines Vortrags plädierte er für den „Europäischen Bundesstaat“ – nicht zuletzt weil verschiedene Aspekte wie die öffentliche Sicherheit, eine umfassende Daseinsvorsorge oder die Organisation des Gemeinwesens mittlerweile einer Regelung auf überstaatlicher Ebene bedürften. „Der Nationalstaat mag zwar dominant sein, aber er muss deswegen nicht unser unausweichliches Schicksal bleiben.“

Der „Dimitris Tsatsos-Preis“ ist nach dem Rechtswissenschaftler und Europa-Parlamentarier Prof. Dr. Dimitris Th. Tsatsos (1933 bis 2010) benannt. Verliehen wird er vom Centre for European Constitutional Law (CECL, Themistokles und Dimitris Tsatsos-Stiftung) in Athen und dem Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV) der FernUniversität. Im zweijährigen Rhythmus soll der Preis abwechselnd in Athen und Hagen vergeben werden und das Gesamtwerk von Forschenden würdigen, die sich mit der Verfassungsentwicklung auf nationaler und europäischer Ebene befassen.

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