Vormärz und Revolution 1848/49 in Hagen

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Vortrag von Dr. Ralf Blank, Stadtmuseum / Stadtarchiv Hagen

Donnerstag, 22. März, 18:30 Uhr, Kunstquartier Hagen

Die historische Epoche des Vormärz umfasst die Zeit vom Wiener Kongress 1815 bis zum Ausbruch der Revolution in Preußen durch den Berliner Barrikaden-Aufstand vom 18. März 1848. Während der französischen Herrschaft 1808 bis 1813 war Hagen die Hauptstadt eines Arrondissements im Ruhrdepartement. Es umfasste den südlichen Teil der preußischen Grafschaft Mark. Zu dieser Zeit erhielt Hagen erstmalig eine überregionale Funktion als Verwaltungssitz.

Die in bürgerlichen Kreisen als „Fremdherrschaft“ empfundene französische Verwaltung hatte die Errungenschaften der Französischen Revolution nach Preußen gebracht. Diese Impulse wirkten fort. Im Vormärz erstarkte das Bürgertum. Kultur und Presse sowie Bildung erfassten die Gesellschaft.

Nach dem Ende der Befreiungskriegen 1813 bis 1815 erfolgte in Preußen eine Gebietsreform. 1817 wurde der Kreis Hagen gebildet. Als Teil des neuen Regierungsbezirks Arnsberg und der Provinz Westfalen war der Kreis Hagen in einen Stadt- und in einen Landkreis unterteilt.

Reformen in Justiz, Verfassung und Verwaltung konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Adel weiterhin die bestimmende Gesellschaftsschicht war. In Hagen sorgte zwischen 1814 und 1819 die Zeitschrift „Hermann“ für die Verbreitung nationaler und sozialer Fragen sowie für politische Auseinandersetzungen. Unter dem Druck der Reaktion wurde sie 1819 verboten.

Unter dem biedermeierlichen Ruhekissen brodelte es gewaltig. Durch das Bevölkerungswachstum, durch die beginnende Industrialisierung und die Erschließung der Territorien durch moderne Verkehrsmittel kamen vielfältige Probleme auf die Tagesordnung. Arbeitslosigkeit, Hungerkrisen, Epidemien trieben die immer drängende soziale Frage an.

Die reaktionäre Restaurationspolitik des „Systems Metternich“ führte in eine Sackgasse. Die französische Februar-Revolution 1848 zündete im folgenden März den Berliner Barrikaden-Aufstand. Von Bayern, Baden und Preußen aus breitete sich die Revolution über die deutschen Länder sowie über die K.u.K. Monarchie aus.

Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Wahlrecht, Parlamentarismus und eine demokratische Grundordnung bestimmten zumindest bis in das Frühjahr 1849 den letzten Abschnitt der Revolution. Doch mit der Reichsverfassungs-Kampagne endete die Revolution in Aufständen, wie in Hagens Nachbarstadt Iserlohn, bis Juli 1849 in einem letztlich blutigen Ende.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung im Vormärz und während der Revolution im Raum Hagen. Vorgestellt werden Akteure, Orte, Aspekte und Ereignisse. Eine weitere Frage ist, wie die Revolution 1848/49 rückblickend wahrgenommen wurde und welche Bedeutung sie 170 Jahre nach ihrem Ausbruch für die Gegenwart besitzt.

Eintritt: 2 Euro (Abendkasse)

Eine Veranstaltung des Museums- und Archivvereins Geschichtsfreunde Hagen e.V. gemeinsam mit dem Karl-Ernst-Osthaus-Bund.

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