Fukushima weit weg ?

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Marode belgische Atomreaktoren zwingen zur Vorsorge auch in Hagen

Vor 10 Jahren, am 11. März 2008 um 14 Uhr 46 japanischer Zeit, kam es in Fukushima zu der bisher größten durch ein Atomkraftwerk ausgelösten Katastrophe: Hundetausende verloren alles und mussten umgesiedelt werden. Welche Folgerungen ziehen wir heute in Hagen aus dieser Katastrophe?

In nur 200 Kilometer Entfernung steht das belgische Atomkraftwerk Tihange, nicht viel weiter das Atomkraftwerk Doel. Je nach Windrichtung dürfte nach einem großen Unfall in einem dieser Kraftwerke in zwei bis vier Stunden eine radioaktive Wolke auch in Hagen sein.

Vergeblich hat Ministerpräsident Laschet vor zwei Wochen versucht, die belgische Regierung zur raschen Abschaltung der maroden belgischen Atommeiler Tihange und Doel zu bewegen.

In der Region Aachen kann jeder Haushalt seit Mitte 2017 Jodtabletten zur sogenannten Jodblockade nach einem Unfall im Atomkraftwerk erhalten.

Optimal wirkt die hochdosierte Jod-Einnahme drei bis sechs Stunden vor der radioaktiven Belastung. Eine Einnahme drei Stunden nach dem Eintreffen der Wolke wirkt nur noch zu 50 Prozent, und zehn Stunden nachher gar nicht mehr.

Deshalb fordern „Energiewende Hagen“, „Friedenszeichen Hagen“ und die Hagener Sektion der Ärzte gegen den Atomkrieg („IPPNW“) zum Fukushima Gedenktag die Hagener Verwaltung auf, der Bevölkerung Jodtabletten zur Jodblockade zur Verfügung zu stellen.   Eine zentrale Lagerung von Jodtabletten ist angesichts der Nähe zu den Atomkraftwerken sinnlos.

Die Tragödie von Fukushima hat endgültig mit dem Glauben aufgeräumt, dass durch Wissenschaft und Technik die Gefahren der Atomenergie zu beherrschen sind.

Deshalb müssen weltweit alle Atomrektoren verschwinden. Da auch der Rückbau der Atomkraftwerke große Strahlungsbelastungen bringen kann, müssen wir über Jahrzehnte noch alles tun, um die Menschen vor den Gefahren der Radioaktivität, die wir erzeugt haben, zu schützen.

Die Erde rund um Fukushima musste abgetragen werden und wird in schwarzen Säcken aufbewahrt. Aus den  beschädigten Reaktoren entweichen weiter radioaktive Substanzen.

Die Anzahl der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder steigt von Jahr zu Jahr.

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