Kahlschlag in Haspe

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Da helfen nur noch Zwangsjacken

Nach dem Kahlschlag und vorher. Zur Erinnerung: Die zentrale Begründung für die Abholzung war eine angeblich durch die Bäume bedingte „Verschattung“ des Straßenraums. Wie die beiden Aufnahmen belegen, war diese Behauptung nicht nur falsch, sondern zeugt von einer ausgesprochenen Dummheit derer, die mit einer solchen „Argumentation“ hausieren gehen.

Jetzt sind die Bäume in der Hasper Fußgängerzone abgeholzt worden. Ein- oder besser: ausgestielt von Bezirksvorsteher Dietmar Thieser und in treuer Gefolgschaft einvernehmlich beschlossen von der Bezirksvertretung Haspe.

Ermöglicht wurde diese unsinnige Maßnahme erst vom Rat der Stadt, der die Mittel dafür im Haushalt 2017 zur Verfügung stellte. Die Kosten für den Kahlschlag von 17 Bäumen samt – und jetzt wird es ganz abenteuerlich – einer Wiederanpflanzung (!) von 11 Bäumen zuzüglich der Erhöhung einiger Pflanzbeete werden auf knapp 170.000 Euro veranschlagt (siehe pdf-Dokumente: Lageplan und Details).

Es wäre schon interessant zu wissen, über welche verschlungenen Pfade diese Ausgabe der Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung Arnsberg schmackhaft gemacht worden ist. Um die Pflichtaufgabe einer Nothaushaltskommune, in der jeder Bleistift beantragt werden muss, kann es sich ja wohl kaum handeln.

Schnapsideen gehören in der Hasper Brauchtumsvertretung zum Geschäft; bislang verliefen diese Absurditäten allerdings mangels finanzieller Masse meistens im Sande.

So beschäftigte die Bezirksvertretung die Verwaltung auch schon äußerst arbeitsintensiv mit der Idee, den auf den Überresten des Hochofenwerks der ehemaligen Klöckner-Werke angelegten Ennepe-Park zum Gewerbegebiet der Schaustellerszene umzumodeln (siehe: „Schiffschaukelbremser“). Tonnenschwere Fahrgeschäfte sollten künftig nicht mehr auf den entsprechend befestigten Flächen auf dem Hasper Marktplatz und im Kreisel aufgebaut werden, sondern eine neue Heimstatt auf Rasenflächen im Park finden.

Die Kostenschätzungen reichten von 425.000 Euro bis 750.000 Euro für die Herstellung eines entsprechenden Unterbaus plus der jährlich anfallenden umfangreichen Reparaturen, die sich durch das Befahren mit bis zu 60 Tonnen schweren Fahrgeschäften ergeben.

Bei einigen „Entscheidern“ im Hagener Politikbetrieb wünscht sich so mancher Hagener nur noch die Jungs herbei, die die Jacken mitbringen. Solche, die man auf dem Rücken fest verschließen kann.

5 Antworten to “Kahlschlag in Haspe”

  1. Allan Qutermain Says:

    17 Ahornbäume abgeholzt,
    damit 11 Chinesische Birnen-Bäume gepflanzt werden.
    Darf man die Birnen die dort wachsen, auch pflücken?
    Als einheimisches Gewächs kann man
    diese Chinesen-Birnen doch wohl nicht bezeichnen.

    Das ganze erinnert an einen gewissen Herr zu Ribeck im Havelland.
    Hier nennt er sich Dieter aus dem Wachholderland.

    Birnenmarmelade oder Birnenschnaps kann ich empfehlen.
    Bei mir im Garten steht ein Birnbaum. Aber Made in Germany.

    In der Einheitszeitung gab es heute einen Bericht über die neueste Errungenschaft der HEB. Eine per Fernbedienung betriebene Fällmaschine. So erspart man sich die Fichtenmopeds.
    Und das Dinges muss sich ja irgendwie amortisieren.

    Schön ist der Masterplan Voerderstrasse anzusehen.

    Aber noch besser anzusehen finde ich,
    dass dort Geschäfte Namentlich eingezeichnet sind,
    die es dort seit Wochen, Monate, oder Jahre nicht mehr gibt.

  2. uweck Says:

    Wieso erinnert mich die aktuelle Posse nur an die Geschichte mit „Lex Thieser“? Fragen über Fragen.

    https://doppelwacholder.wordpress.com/2017/02/20/ein-gotteshaus-wird-entwidmet/

  3. Jürgen Dute Says:

    Was eine Pharse. Die vermeindlichen Schattenspender abgeholzt. Dafür ein Bar Birnbäumchen gepflanzt. Beseitgen die auf der Dauer den Grund des fällens? Ich glaube wohl kaum. Und wer bezahlt eigentlich diese Aktion? So schafft man im Netzwerk zusätzliches Kapital. Eine sinnlose Aktion? Nein, es haben einige Akteure davon provitiert. Das ist mal sicher, Herr Thiesser.

  4. Allan Qutermain Says:

    Noch einmal die Pläne angeschaut,

    es werden im Austausch zu den 17 Ahornbäume,

    10 „Wilde Chinesische“ Birnbäume gepflanzt.

    Da das Verhältnis Baumkrone 4,28 Meter zu 3,47 Meter lt. Plan beträgt, wird Platz für 0,81 Meter X 17 Bäume X 7 Bäume die per se Fehlen, frei. So wird Parkraum für ?* Kurzzeitparker geschaffen.

    Das kann auch eine neue Eselswippe nicht kaschieren, die dort am Anfang der noch Fuzo angedacht ist.

    Noch einmal zum Mitschreiben,
    Deichmann, Fleischerei Engel, der Bäcker neben an, der Mexikaner,
    der Billigladen daneben, etc. sind Geschichte.

    Die Commerzbank nennt sich jetzt anders, seit sie von der
    Deutschen Bank verkauft wurde. Ob sie dort am Standort bleibt, k.A.
    Auch die Kneipe an der Ecke Markanastr. gibt es nicht mehr.
    Ob das Tor1 Mal wieder geöffnet hat, k.A.

    Auch ist der Handyladen kein Geschäft der Telekom.
    Dort bekommt man angeboten, was gerade die Anbieter so an der höchsten Kopfprämie gerade heraus rücken.

    Die Billigbäcker und 5 Euro Friseure halte ich nicht mehr nach.
    Weil die kommen und gehen.

    *Hier die Auflösung per 🏧 errechnet,
    es wird Parkraum für 27,96 Meter und 24,29 Meter, ist wenigstens

    52,25 Meter durch die Abholzung auf der Seite

    der Woolworth geschaffen.

    Alleine mein AUDI könnte dann in den Lücken,
    die dort entstehen, 8 X parken.

    Anstatt den 🚍 zu fördern, geht es dem Oberwachholder und seinen Weiblein und Männlein um das 🚘.

    Das die Voerderstrasse wieder geöffnet werden soll,
    ist ein offenes Geheimnis.

  5. Hansimäuschen Says:

    Da hat doch wohl nicht Jemand das Lineal-Implantat aus dem Rücken des Operbürgermeisters geklaut und gleichzeitig seine Freude an Verwirrung verehrter DW-Leser durch exclusive Märchen-/ Zahnarzt-Symbole ? 😉

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