Hagen 1918 bis 1933 – eine verpasste Chance?

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Donnerstag, 11. Januar, 18:30 bis 20:00 Uhr
Kunstquartier Hagen , Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Referent: Dr. Ralf Blank, Fachbereich Kultur der Stadt Hagen

Die am 9. November 1918 ausgerufen deutsche Republik stand am Anfang der im August des folgenden Jahres konstituierten Weimarer Reichsverfassung. Sie begründete den ersten demokratischen Staat Deutschlands. Der Anfang der Weimarer Republik war schwer und steinig. Nach dem für das Reich verlorenen Ersten Weltkrieg kam es bis 1923 immer wieder zu innenpolitischen Unruhen und Putschversuchen. Eine Hyperinflation beherrschte bis zur Währungsreform 1923/24 die wirtschaftliche Entwicklung. Im Friedensvertrag von Versailles 1919 waren hohe Reparationsforderungen der Alliierten festgelegt worden. 1923 bis 1925 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet.

Erst ab Mitte der zwanziger Jahre stabilisierte sich die Lage. Wenn von den „Goldenen Zwanziger“ gesprochen wird, dann sind besonders die fünf Jahre bis 1930 gemeint. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial herrschte in der Weimarer Republik über viele Jahre eine Krise. Dennoch gab es positive Fortschritte und demokratische Reformen, sei es nun kulturell, wirtschaftlich, städtebaulich und sozial. Sie konnten sich aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen nach 1929 nicht mehr umfassend und nachhaltig entfalten.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise nach dem New Yorker Börsensturz am 24. Oktober 1929 („Black Thursday“) waren dramatisch. Das wirtschaftliche und soziale System brach zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg in den folgenden Jahren mehr und mehr an. Innenpolitisch entstand eine Instabilität des Mehrparteiensystems. Sie begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten und anderen extremen Parteien aus dem linken und rechten Spektrum nach der Reichstagswahl im September 1930. Die deflatorischen Sparmaßnahmen und eine restriktive Wirtschaftspolitik der Regierung des Reichskanzlers Heinrich Brüning verschärften – auch vor dem Hintergrund der drückenden Reparationen – bis in den Sommer 1932 die Folgen der Krise. Das Ende ist bekannt. Am 30. Januar 1933 gelangten die Nationalsozialisten mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler auf demokratischen Weg an die Macht.

Der mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Vortrag zeichnet anhand der Schwerpunkte Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Stadtentwicklung die Geschichte der Stadt Hagen zwischen 1918 und 1933 nach. War die Zeit der Weimarer Republik auch für Hagen eine verpasste Chance? Welches Resümee kann aus diesen knapp 15 Jahren für die Stadtgeschichte gezogen werden?

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