„Zu hell, zu dunkel, zu wenig oder zu viel“

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Stellungnahme des Reiterverein Hagen zu den jüngsten Entwicklungen bei den Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung:

Das Verfahren gegen die Jugendwartin des Reiterverein Hagen, Frau Annika Brucke, wurde am 05.12.2017 vor dem Amtsgericht Hagen eingestellt. Es handelt sich nun doch nicht, wie von Herrn Huyeng im WDR vorsätzlich falsch dargestellt, um „Gefahr in Verzug“ bezüglich der Pferdehaltung im Reiterverein.

Das Verfahren vom 15.05.2017 gegen die 2. Vorsitzende ist ebenfalls eingestellt worden. Sie habe anscheinend doch nicht versucht, Frau Böttcher vom Veterinäramt zu überfahren, wie vom Amt angezeigt.

Jedoch haben die Vereinsmitglieder laut der Staatsanwaltschaft dem Veterinäramt trotz der Tatsache, dass der Verein keinen Betrieb darstellt, sondern ehrenamtlich geführt wird, 24 Stunden Zutritt zu gewähren und Spalier zu stehen. Der Staatsanwalt hat überdies angekündigt, keiner Einstellung jedes weiteren Gerichtsverfahrens gegen den Reiterverein mehr zuzustimmen. Diese Behörde kann demnach fortlaufend mit aller erdenklichen Rückendeckung schalten und walten, wie es ihr beliebt.

Es ist also nicht mehr verwunderlich, dass solche abstrusen Auflagen seitens des Veterinäramtes, wie es sie auch beispielsweise für das Wildgehege im Wehringhauser Bachtal bezüglich der Errichtung eines zweiten Zauns für 60.000 Euro gab, keinen Gegenspruch in der Stadt Hagen finden können. Genauso wenig verwunderlich ist es, dass mittlerweile immer weniger Nutztiere im Raum Hagen gehalten werden, Landwirte verärgert sind, Schäfer mit ihren Herden umsiedeln und selbst die städtischen Förster nur noch unglaubwürdig den Kopf schütteln.

Bei den Kontrollterminen des Veterinäramtes, die mittels eines Einbruchs in die Reitanlage des Vereins am 15.05. und am 30.11.2017 getätigt wurden, sind wie schon zuvor keine Krankheiten an den Tieren im Reiterverein Hagen festgestellt worden. Die Tiere befinden sich in einem guten Gesundheitszustand und sind teils seit über sieben Jahren im Verein. Selbst im Rat der Stadt Hagen, am 30.11 2017, hat Herr Huyeng persönlich vorgebracht, dass „man an den Pferden nichts habe feststellen können.“ Trotzdem war es paradoxerweise dringend erforderlich, sofort einzumarschieren und alle Türen aufzubrechen.

Es wird nun weiter Kritik an den Stallungen, die vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im Jahr 2010 abgenommen sind, geübt und auf dem erfolgreichen Steckenpferd „Schimmel“ herumgeritten. Zu wenig Einstreu, zu hell, zu dunkel, zu wenig Wasser aus derTränke oder zu viel, Wände nicht weiß genug, hier eine Steckdose falsch usw. Jeder, der einen Betrieb im Raum Hagen führt, weiß, wovon der Verein spricht. Untersuchungen werden natürlich nicht getätigt, nur von Weitem auf Tiere gezeigt und bestimmt, dass der Tierarzt kommen solle. Vor Gericht wurde dem Verein der mangelnde Respekt vor dieser Behörde vorgeworfen, die doch nur Ihrer Arbeit nachginge…

Herr Huyeng hat in dem Moderationstermin vom 03.11.2017 sehr deutlich gesagt, dass er dem Verein mit diesem Vorstand keinen neuen Pachtvertrag geben werde. Laut Herrn Esser sei „Frau Brucke als 1. Vorsitzende auch nicht besser.“ Ein gewählter Vorstand soll demnach jetzt also auch noch vom Veterinäramt fremdbestimmt werden. Die laufenden Verfahren sollen natürlich keinesfalls zurückgenommen werden. Alle internen Absprachen dieses „vertrauensvollen Termins“ konnte man kurzfristig in der Zeitung nachlesen. Welch rosige Zukunft erwartet diesen Verein!

Aktuell versucht man den Stallungen, die unter den Auflagen von Herrn Esser und mit Kosten über 50.000 Euro umgebaut wurden sind, derartige Missstände zuzuschreiben, dass die Entschädigungssumme, die die Stadt Hagen an den Reiterverein laut Pachtvertrag zahlen muss, zugunsten der Stadt nach unten gedrückt werden soll.

Die rund 200 Kinder und Jugendlichen der Stadt Hagen, die den Verein besuchen, haben Alpträume, dass „Dr. Esser kommt und die Pferde abholt.“ Dieser Verein betreut behinderte Kinder, Kinder aus Familien, die ALG II beziehen oder Kinder, die gerade ein Elternteil verloren haben sowie Jugendliche, die gerade aus Psychatrien kommen oder andere psychischen Auffälligkeiten haben. Der Reiterverein fängt diese Kinder in unserem Gesellschaftssystem auf und nimmt sie mit ihren Schwächen und natürlich auch Stärken an.

Dass gerade die Stadt Hagen in diesen Punkten erhebliche Defizite aufweist, ist nichts Neues. Nun versucht man, die Verantwortlichen mürbe zu machen und sogar privat oder an Ihrem Arbeitsplatz unter Druck zu setzen. Vor Gerichtsterminen werden diese gewarnt, ja die „richtigen“ Äußerungen zu tätigen (siehe: „An Ihrer mir bekannten Arbeitsstelle„).

3 Antworten to “„Zu hell, zu dunkel, zu wenig oder zu viel“”

  1. Werner Kampmann Says:

    Ekelhaft. Wenn ich inhaltlich nichts hinbekomme drücke ich auf die Tränendrüse:

    Die rund 200 Kinder und Jugendlichen der Stadt Hagen, die den Verein besuchen, haben Alpträume, dass „Dr. Esser kommt und die Pferde abholt.“

    Als AfD Anhängerin versteht Frau Brucke sehr viel von Menschlichkeit und sozialer Gerechtigkeit. Deshalb ist es wichtig ihr eine Bühne zu geben.

  2. erbsenzaehler Says:

    Lustig.
    Heute kann man in der WR lesen, daß der 1. Vorsitzende in zwei Verfahren zu Bußgeldern verirteilt wurde, da der bauliche Zustand des Stalls und der gesundheitliche Zustand mindestens zweier Pferde miserabel waren.
    Will da einer (übrigens recht polemisch) mit Nebelkerzen werfen?

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