Bestechung im Lokaljournalismus

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In einem Debattenbeitrag für kress.de warnt Benjamin Piel, Redaktionsleiter der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, Lokaljournalisten davor, in die „Eitelkeitsfalle“ zu tappen. Dabei gehe es nicht um Geld, sondern um soziale Anerkennung vor Ort. (…)

Je größer die soziale Nähe, je kleiner das Verbreitungsgebiet, desto wirksamer ist die Taktik, desto größer ist die Gefahr in die Eitelkeitsfalle zu tappen und in ihr mitsamt der eigenen Autonomie zu verenden. Kein Menschen enttäuscht gerne einen anderen. Doch gerade da setzt die Taktik der sozialen Bestechung an. Je lauter der Beifall für Journalisten, desto schwieriger haben die es, die Klatschenden nicht zu beklatschen. Dass sie durch Nähe, Lob und Anbiederung gefügig gemacht werden sollen oder können, das müssen sich Journalisten gerade im Lokalen immer wieder vor Augen führen. (…)

Quelle: kress.de

Anmerkung: In Hagen funktioniert das auch in die andere Richtung. Immer mehr Hagener denken sogar, dass sich die Verhältnisse inzwischen geradezu umgekehrt haben: Eitle Personen (der Begriff „Persönlichkeiten“ wäre hier stark übertrieben) versuchten sich auch hierzulande bei den schreibenden Monopolisten anzubiedern. Diese erhöben aber den vermessenen Anspruch, Sprachrohr der Hagener zu sein und nutzten die ihnen angebotene Chance, den Spieß sogar umzudrehen und den eigentlichen Repräsentanten die Themen in den Block zu diktieren.

2 Antworten to “Bestechung im Lokaljournalismus”

  1. Hansimäuschen Says:

    Manchmal hat man wirklich den Eindruck, daß die Stadtredaktion den Stadtrat in den Schatten stellt und selbst das kleine, aber
    “ feine “ Stadtpa(l)rla(ver)ment gibt.
    Was ich nicht weiß, aber zu vermuten ist, ob und welche Daumenschrauben den RedaktionsmitGliedern ( oder ohne ) “ von oben “ ( Essen, Berlin, was weiß ich ) angelegt werden.
    In jedem Fall ätzend, und die wundern sich dann über stetig zurückgehende Verkaufs- und ABO-Zahlen. Merken die eigentlich nichts ( s. auch DerWesten online ) oder dürfen sie das nicht ? Auch eine Arbeitsplatzgefährdungs-Falle der anderen Art ? Arme Socken vielleicht ?

  2. Hansimäuschen Says:

    Eim noch : Natürlich könnte es sein, daß es sich – zumindest auch – um vorauseilenden Gehorsam handelt. Dann bliebe die Problematik, aber auch, daß Persönlichkeit ( s.o. ) mitsamt Individualität ( wo ist denn der Gegensatz ? ) von Herrn oder Frau Journalist zum Diebstbeginn – oder schon prophylaktisch auf dem Hinweg – negiert und kurzerhand an der Redaktionsgarderobe abgehängt wird.
    Und dann fühlt – oder wird – man noch gezwungen, sich Tag für Tag einen ehrwürdigen Doppelwacholder reinzuziehen. Welch ein Frust, oder ? Oder prost

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