Andrés García Ibáñez – Poesie des Realen

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17. September bis 3. Dezember 2017
Osthaus-Museum Hagen

Andrés García Ibáñez: Torero III, aus der Serie „Minotauromaquia“, 2012, Öl auf Leinwand, 46 x 57 cm, Privatbesitz, © Andrés García Ibáñez

Das Osthaus Museum Hagen richtet als erstes deutsches Museum eine große Ausstellung mit den Werken des 1971 in Almeria geborenen Andrés García Ibáñez aus. Der Künstler Ibáñez zählt in Spanien zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart. In seiner Heimat Andalusien ist ihm in Olula del Rio ein Museum gewidmet, das Museo Casa Ibáñez, in dem neben Wechselausstellungen seine Werke thematisch gezeigt werden.

Andrés García Ibáñez hat schon sehr früh begonnen zu malen und bereits mit 11 Jahren erhielt er seine erste Ausstellung. Wenige Jahre später setzte er sich mit den großen spanischen Malern wie Velázquez, El Greco, Goya sowie mit der Kunst von Rembrandt, um mit 16 Jahren seine eigene Malerei zu entwickeln.

Seine heutige Malerei zeichnet sich nicht nur durch eine herausragende Technik aus. Auf äußerst souveräner Art gelingt es Andrés García Ibáñez immer wieder und mit jeder neuen Bildfolge, erstaunliche Porträts und szenische Darstellungen zu realisieren. Seine kritischen Themen, die er verstärkt seit dem Jahr 2000 bearbeitet, beschäftigen sich auf bisweilen respektlose Weise, mit Spott und Ironie mit dem Innenleben der spanischen Gesellschaft: Königshaus, Kirche, Fremdenlegion, Heldentum sind wichtige Konstanten in seiner Kunst. Seine Kritik gilt vor allem der gesellschaftlichen Heuchelei, die er mit wunderbar gemalten Bildern entlarvt.

Seine ebenfalls in Hagen vorgestellte Bildfolge zum spanischen Stierkampf greift ein beliebtes Motiv Spaniens auf: den Minotaurus. Dieser Mythos um das Mischwesen mit Stierkopf und menschlichem Körper, dessen Ursprung der minoischen Kultur Kretas entstammt, ist uns auch aus der Kunst von Pablo Picasso bekannt, der sich auf seiner nie müde werdenden Abenteuerreise der Liebe mal als Matador, mal als Musketier verkleidete.

Andrés García Ibáñez ist ein Maler großer Szenen, in denen Dramatik gepaart ist mit bissigem Humor. Doch bei aller kritischen Haltung finden wir eine Versöhnung durch seine grandiose Malerei, die alle Register technischen Könnens zu ziehen vermag. Andrés García Ibáñez ist als Maler ein Poet, als Denker ein schonungsloser Realist. Beide Weisen zu vereinen, zeichnet den großen Maler aus.

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