Von Bochum lernen

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Eine Fahrradexkursion durch die Ruhrgebietsstadt

Verkehrsplaner Uwe Herker aus Bochum erläutert den Hagenern die fahrradfreundliche Planung. Foto: M.Olschowy / Stadt Bochum

Bei der diesjährigen Radtour der Hagener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) mit dem eigentlich eingeplanten Oberbürgermeister ging es mit der Bahn nach Bochum um sich die dortigen Fortschritte in Sachen Radinfrastruktur zeigen zu lassen.

Die Tour fand allerdings ohne OB Schulz statt. Dieser hatte sich schon frühzeitig abgemeldet, da ihm das dafür benötigte Zeitfenster zu groß war für die Vielzahl der Verpflichtungen auf seinem Terminkalender.

Zur Hagener Delegation gehörten Mitarbeiter des Umweltamtes, die Radverkehrsbeauftragte Petra Leng und der Verkehrsplaner Jörg Winkler. Ebenso kam auch der Vorsitzende des Umweltausschusses Hans-Georg Panzer und von der Straßenverkehrsbehörde Stefanie Wiener mit.

In den letzten Jahren hat sich in Bochum viel getan, und so möchten die Hagener anhand guter Beispiele von der Ruhrgebietsstadt einiges lernen. Unter Leitung des Bochumer Radverkehrsplaners Uwe Herker und des Nahmobilitätsbeauftragten Matthias Olschowy führte die 21 km lange Radstrecke die Hagener zu besonderen Verkehrseinrichtungen im Stadtgebiet.

Während Hagen zum zweiten Mal beim Fahrradklimatest des ADFC von seinen Bürgern zur fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, kam Bochum auf Platz eins der Städte, die sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage erheblich verbessern konnten. Auch wenn Bochum noch weit von einer richtigen Fahrradstadt entfernt ist, gab es von den Bochumer Radfahrern und Radfahrerinnen Anerkennung für die Bemühungen in letzter Zeit. Die Entwicklung hin zu mehr Fahrradfreundlichkeit war auch für die Hagener Delegation nicht zu übersehen.

Die Bochumer Radstation mit ca. 200 Stellplätzen. Foto: A.Grabowski / Stadt Bochum

Zunächst wurde die Bochumer Radstation besichtigt, die sich in einem Seitentrakt des Hauptbahnhofs befindet. Die Bochumer Radstation hat gleich mehrere Funktionen. Neben der sicheren Abstellmöglichkeit für Fahrräder unterhält die Station auch eine kleine Werkstatt, in der einfache Reparaturen ausgeführt werden.

In den Zeiten geringer Auslastung werden auch defekte Spendenräder wieder instand gesetzt, die dann für wenig Geld an Studenten und Bedürftige weiter verkauft werden. Außerdem steht eine große Zahl an Leihrädern verschiedener Größen und Ausstattung zur Verfügung.

Erstaunt zeigten sich die Gäste aus Hagen auch über die Breite der Radfahrstreifen, auf denen man angenehm mit dem Rad fahren kann (Foto M. Schröder / ADFC Hagen.) Dagegen wurden in Hagen nur schmale Schutzstreifen markiert, die gerade mal die zulässige Mindestbreite von nur 125 cm erfüllen und teilweise nicht mal das. Herr Olschowy erklärte, dass bei neuen Planungen darauf geachtet wird, dass die Breite von mindestens 1,50 m zuzüglich eines Sicherheitstrennstreifens zu parkenden Kfz auch bei Schutzstreifen nicht unterschritten wird.

Bei den Radfahrstreifen sind Breiten von 2 oder sogar 3 Metern mittlerweile an einigen Stellen in Bochum zu finden. So lassen sie oftmals auch ein Nebeneinanderfahren, bzw. ein Überholen zu. An den Straßen Werner Hellweg, Oskar-Hoffmann-Straße und Bessemerstraße wurde uns die Neuaufteilung zu Gunsten des Radverkehrs gezeigt.

Zum Abschluss der Tour ging es noch ein Stück über die ehemalige Erzbahntrasse, die durch Fördermittel und den RVR bereits vor Jahren zum Geh- und Radweg ausgebaut wurde. Architektonisch sehenswert ist hier die Radwegbrücke „Erzbahnschwinge“, mit der eine Straße und eine Bahnlinie filigran überspannt werden. In Kooperation von Stadt Bochum und RVR wurden schon vor Jahren Förderanträge gestellt und so mehrere Bahntrassen zu vorbildlichen Geh- und Radwegen ausgebaut.

Der ADFC hofft, dass viele Eindrücke und Möglichkeiten aus Bochum in die Hagener Verwaltung mitgenommen wurden und es zu mehr Mut bei der Radverkehrsplanung führt.

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