Geschichten aus dem Wiener Wald

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Oper in drei Akten von HK Gruber, Libretto von Michael Sturminger nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth

Premiere: Samstag, 24. JunI 2017, 19.30 Uhr, Theater Hagen
Weitere Termine: 30.6., 5.7., 7.7., 12.7., 15.7., jeweils 19.30 Uhr

Kenneth Mattice, Kristine Larissa Funkhauser. Foto: Klaus Lefebvre.

Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit
Ödön von Horváth

Der Zauberkönig, Inhaber einer Puppenklinik, will seine Tochter Marianne mit dem biederen Fleischhauer Oskar verheiraten. Kurz vor der Verlobung trifft Marianne auf den charmanten Alfred, den Verflossenen der reifen Trafikantin Valerie. Er erscheint ihr wie ein Fingerzeig raus aus der engen Kleinbürgerwelt in eine glücklichere Zukunft. Doch die Umstände, sie sind nicht so: Alfred fühlt sich von Marianne eingeschränkt, das Zusammenleben der beiden gestaltet sich ärmlich in jeder Hinsicht, und zudem ist das gemeinsame Kind ein weiterer Hemmschuh. Der Kleine wird bei Alfreds Großmutter und seiner Mutter in der Wachau »ausgelagert«, Alfred sucht wieder Anschluss an seine Vergangenheit, und Marianne bleibt nichts anderes übrig, als im halbseidenen Milieu ihr Geld zu verdienen. Die Katastrophe ist somit vorprogrammiert.

Ödön von Horváth schrieb mit dem 1931 am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführten Volksstück, dem er das Motto »Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit« voranstellte, ein bitterböses Schauspiel über Selbstbetrug und Lebenslüge: Das Ausgesprochene ist eben nicht als bare Münze zu nehmen, sondern als Maske dessen, was nicht gesagt werden kann oder darf.

Der 1943 geborene österreichische Komponist HK Gruber verfasste kongenial die gleichnamige Oper, die sich dem Text Horváths verpflichtet fühlt und die 2014 bei den Bregenzer Festspielen erfolgreich uraufgeführt wurde. Nach einer Präsentation an der Komischen Oper in Berlin 2016 zeigt das Theater Hagen nun als Erstaufführung in NRW die dritte Inszenierung dieses »ständigen Balanceaktes zwischen dem angeblich Schönen und dem porträtierten Elend« (Gruber).

Intendant Norbert Hilchenbach, der sich im Laufe seines 45-jährigen Berufslebens mehrfach mit den Geschichten auf der Bühne auseinandergesetzt hat, erarbeitete diese Oper als seine letzte Inszenierung an diesem Haus und beendet damit seine zehnjährige Intendanz am Hagener Theater. Mit der Umsetzung und Präsentation dieses Werkes verabschieden sich ebenfalls der Generalmusikdirektor Florian Ludwig sowie der Ausstattungsleiter Jan Bammes (Bühne). Die Kostüme kreierte Yvonne Forster.

Es singen und spielen: Marilyn Bennett, Martin Blasius, Andrew Finden, Kristine Larissa Funkhauser, Veronika Haller, Maria Klier, Björn Christian Kuhn, Kenneth Mattice, Joslyn Rechter, Richard van Gemert, Jeannette Wernecke, Philipp Werner, Kejia Xiong, Rainer Zaun; Chor des theaterhagen, philharmonisches orchesterhagen.

Hinweis: Vor der ersten und letzten Vorstellung (24.6. und 15.7.) findet jeweils um 18 Uhr im Theatercafé ein von Dramaturgin Dr. Maria Hilchenbach geführtes Gespräch mit dem Komponisten HK Gruber statt, in welchem man diese facettenreiche Persönlichkeit näher kennen lernen kann. Der Eintritt dazu ist frei. Um 19 Uhr wird dann die Werk-Einführung „Kurz und Gut“ angeboten.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

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