Irritationen über Hagen-Konferenz bei OB und Unternehmerrat

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Es soll eine Hagen-Konferenz geben. Unklar ist bislang, wer sich in dieser Sache eigentlich engagiert. Und mit welcher Leidenschaft. (…)

Auf das Signal, das dem Unternehmerrat aus Düsseldorf mit nach Hagen gegeben wurde, habe die Stadtspitze bislang nicht reagiert. Hinzu kommt, dass die Kommunikation zwischen Stadtspitze und Unternehmerrat atmosphärisch gestört ist. Die Unternehmer fühlen sich in ihrem Engagement von OB Schulz nicht wertgeschätzt. Und die Stadtspitze empfindet die Vorstöße – zu denen auch öffentliche Kritik an der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern gehörte – als destruktiv. Zudem zweifelt die Stadtführung an der Legitimation des Unternehmerrates. Vielmehr sei der Unternehmerverein ein legitimierter Ansprechpartner. Hierbei handelt es sich um ein als Verein organisiertes Gremium, das auch Gesellschafter der zur Stadt gehörenden Hagen-Agentur ist, die wiederum für Wirtschaftsförderung in Hagen zuständig ist. (…)

Oberbürgermeister und Verwaltung betrachten das Wirken des Unternehmerrates mit höchster Skepsis. (…) Man wisse nicht genau, wer sich hinter dem Konstrukt Unternehmerrat befinde und halte das bisherige Auftreten des Gremiums für fragwürdig.

Es sei als kontraproduktiv zu bewerten, wenn man sich – wie in einigen Fällen seitens des Sprechers des Unternehmerrates, Winfried Bahn, geschehen – zunächst öffentlich kritisch über Stadtverwaltung und Politik äußere, um danach zu verkünden, gemeinsam mit der Verwaltung in einen durchaus gewünschten kritischen Dialog treten zu wollen. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Unternehmerrat – „Verwaltung in der Pflicht, zu liefern“

Es soll mehrere diskursive Gespräche zwischen Ihnen als Sprecher des Unternehmerrats Hagen und dem OB gegeben haben. Stimmt das?

Bahn: Es hat in der Tat mehrere Gespräche zwischen der Verwaltungsspitze und dem Unternehmerrat gegeben. Diese Gespräche als diskursiv zu bezeichnen, trifft den Kern der Sache nicht. Denn eine sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung, z.B. mit dem Hinweis auf eine notwendige, übergeordnete strategische Gesamtausrichtung für die Stadt, hat leider nicht stattgefunden. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Diskussion über persönliche Befindlichkeiten. Man konnte außerdem den Eindruck gewinnen, dass das vielfach eingeforderte bürgerschaftliche Engagement von der Verwaltungsspitze der Stadt Hagen sehr gerne unter Kontrolle gehalten werden möchte. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Unabhängig davon, wie man zum Unternehmerrat steht, trifft die Kritik Bahns zu: Der politisch-administrative Apparat hat anscheinend eine an Panik grenzende Angst vor Initiativen, die nicht seiner Kontrolle unterliegen.

In der Antwort von Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf eine Anfrage des „grünen“ Ratsmitglieds Rainer Preuß wird durchgehend der „sogenannte“ Unternehmer Rat Hagen erwähnt, der unübersehbar als Konkurrenz zum von der Stadt protegierten „Unternehmerverein“ betrachtet wird: „Eine Legitimation, im Sinne der Stadt und ihrer Bürger zu agieren, hat der sogenannte „Unternehmer Rat Hagen“ nach Auffassung der Verwaltung nicht.“ Der „Unternehmerverein“ aber wohl?

Im konkurrierenden „Unternehmerverein“ tummelt sich zu ziemlich alles, was mit dem politisch-administrativ-medialen Komplex verbandelt ist: Schon gegründet mit Hilfe der städtischen Mehrheitsbeteiligung „Hagen-Agentur“ finden sich dort u.a. Radio Hagen (Joint Venture von Funke-Medien und Stadt Hagen), Agentur Mark (städt. Gesellschaft), Möbelspedition Priller (CDU-Purps), Funke-Medien (WPWR, Stadtanzeiger, Radio Hagen), Hagen-Agentur (mehrheitlich städtisch), Kreishandwerkerschaft, Märkische Bank, Meier + Partner Architekten (SPD-Meier), Sparkasse (städt.), SIHK.

Der Unternehmerrat hat immerhin ein 126-seitiges Strategiepapier vorgelegt, das man durchaus kritisch betrachten kann. Aber damit ist die Schulz-Administration schon überfordert. Der präferierte Unternehmerverein begnügt sich hingegen mit einer bunten Mischung von „Events“.

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2 Antworten to “Irritationen über Hagen-Konferenz bei OB und Unternehmerrat”

  1. hansimäuschen Says:

    Wann bzw. durch wen ist “ etwas “ legitimiert ? Was hat dies mit der Eigenschaft als eingetragener Verein und Verbindung zur Hagen – Agentur zu tun ?
    Entscheiden hierüber etwa Stadtspitzel, vielleicht gar der Rat ? Aber wie schon gesagt, bei öffentlicher Kritik, die nicht Stadt und Stadtredaktion äußert, sich aber auf diese bezieht ( ja, auch die Stadtredaktion ) wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.
    Welch unglaubliches Demokratieverständnis wie gleicherrmaßen unverschämt ( und dies in der Tat unabhängig von einer Bewertung des Unternehmerrates ).

  2. Allan Qutermain Says:

    Ein eingetragener Verein mit Illustren Mitgliedern möchte gerne über den Bürger und Politik hinweg, Stadtpolitik (mit-) bestimmen.

    Warum gibt es noch die IHK oder Berufsverbände?
    Wenn dieser Schamanenclub meint, es besser zu können.

    Mit welcher Berechtigung meint dieser Unternehmerverein,
    für mich zu sprechen?

    Ich empfehle auch einigen Stadtpolitiker in sich zu gehen und sich zu fragen, ob sie nicht besser anstatt in Parteien ,

    nur noch in diesen Hokuspokus sich zu engagieren.

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