Kräftiger Rückenwind für Hagener Baumwipfelpfad-Projekt

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Das Baumwipfelpfad-Projekt im Hasper Wald soll zu einem Leuchtturm für Hagen werden. Für diese Idee formiert sich in der Politik eine Mehrheit. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der obligatorische „Leuchtturm“ durfte natürlich nicht fehlen, und auch sonst ist der WPWR-Artikel ein wunderbares Beispiel dafür, wie von interessierter Seite versucht wird, Entscheidungen auf eine einer kleinen Gruppe von Funktionseliten gefällige Art und Weise herbeizuschreiben.

Das beginnt schon mit der Behauptung, am Montagabend seien „zahlreiche“ Vertreter der Hagener „Stadtgesellschaft“ zusammen gekommen. Auf dem zugehörigen Foto sind insgesamt lediglich 23 Personen zu erkennen. Von den identifizierbaren – die meisten sind nur von hinten zu sehen – können allein 8 Teilnehmer der Runde dem Pressehaus, der Stadtverwaltung und der Politik zugeordnet werden.

Kirsten Fischer, Prokuristin bei der Hagen-Agentur will den Hagener Stadtwald „greifbar machen“ und führt in Kombination mit dem ersehnten „Baumwipfelpfad“ den sogenannten „Premium-Wanderweg“ ins Feld. Der wird von der veröffentlichten Meinung verkauft, als handele es sich um einen Preis, den Hagen für seine Verdienste um die Pflege des Wegenetzes bekommen hätte. Die Wahrheit ist dagegen trivial: Die Hagen-Agentur hat den Titel schlicht gegen Bezahlung in Auftrag gegeben.

Der so aufgehübschte Drei-Türme-Weg sah schon vor 50 Jahren genauso aus wie heute, wurde aber im wahrsten Sinne des Wortes aufgemöbelt: mit einer roten Blechkiste am Wegesrand als Werbung für einen heimischen Batterie-Hersteller und einer dysfunktionalen Sitzgruppe am Bismarckturm als Werbung für einen Edelstahlproduzenten.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz ist es zu verdanken, dass neben dem „Leuchtturm“ auch die zweite Lieblingsvokabel aus dem Wörterbuch der Phrasendrescher Eingang in die Diskussion fand: das „Alleinstellungsmerkmal“. Schulz laut WPWR: „Eine Stadt wie Hagen braucht solche Leuchttürme. Wenn der Hagener Wald zu den Alleinstellungsmerkmalen der Stadt gehört, müssen wir alles dafür tun, dass dieses Projekt was wird und wir den Wald auch der nächsten Generation näher bringen.“ Eine Diskussion „entlang der Demarkationslinie Pro/Contra-Wald“ lehnte er ab. Dabei geht es doch eigentlich genau darum.

Und dann brachte Hagens oberster Leuchtturmwärter noch eine geniale Idee aufs Tapet. Er möchte neben dem als „waldpädagogischen Ansatz“ veredelten Baumwipfel-Event ein „ökologisches Projekt“ entwickeln. Demnach sollen die Besucher mit Elektro-Bussen und Segways in den Wald gekarrt werden. Der Mann ist einfach genial!

In Hagen sind „Heute-Show“ und „Anstalt“ überflüssig. Wir haben das Kabarett fast täglich live vor der Haustür.

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4 Antworten to “Kräftiger Rückenwind für Hagener Baumwipfelpfad-Projekt”

  1. Allan Qutermain Says:

    Wenn ich Leuchttürme mir in Natura in Deutschland ansehen will,
    dann fahre ich zur Nord- oder Ostsee.

    Und das anfahren mit E-Busse oder Segways muss in irgend ein Hinterzimmer gesponnen worden sein.
    Es gibt ausser ein paar Prototypen als Kleinbus noch nichts auf dem Markt.

    Weiss der Schlaumeier von Redakteur überhaupt was so ein Segways kostet? Ich fürchte nein.
    2 X den Kettenbach hinauf und runter und die Batterie ist leer.
    Und wie kommt der Strom zur Hinnenwiese?
    Da kommt dann da ein schöner Spargel hin.
    Der fällt zwischen den Baumwipfel fast nicht auf.

    Apropo E-Antrieb.
    Heute wurde in Fernsehen die Reichweite von E-Autos getestet.
    Immer noch Grottenschlecht.
    Wir leisten uns in Deutschland immer noch 3 verschiedene Stecker.
    Mit 2 verschiedenen Stromstärken.
    Dazu kommen 60 verschiedene Abrechnungs- Stromsaeulen.
    Mit ebenso viele Kundenkarten.

    Und beim Betrachten des Bildes von diesen Flitzepiepen, habe ich nach der Hagener Stadtgesellschaft Ausschau gehalten.
    Ich habe sie nicht gefunden.

    Eigentlich müsste Hagen doch durch das Verbraten von Steuergeldern, beim EVO- Park schlauer geworden sein.
    400.000 Euro Offiziell wurden in den Brauck versemmelt.

    Jedenfalls den beiden Protagonisten hat es nicht geschadet.
    Die vielen sogar die Treppe hinauf.

    Was hat die Hagen Agentur der Funke-Gruppe eigentlich für
    diesen Schwachsinn bezahlt?

    Ist das Real oder hatte eine Klapse Ausgang?
    Ich habe so die Befürchtung,
    dass die falschen Personen sich dort befinden.

  2. Peter Schlönzke Says:

    Zwei Anmerkungen:

    1) Leuchttürme dienen ja eigentlich dazu auf Gefahren wie z.B. Untiefen hinzuweisen von denen man sich möglichst fernhalten sollte. Und genau in diesem Sinne haben ja schon so einige „Leuchturmprojekte“ der HAGENagentur funktioniert.

    2) Es ist im übrigen ein Schande wie viele Bäume ihre Leben lassen müssen für so eine Kinderei wie eine Baumwipfelpfad. Am Ende werden wir auch hier sehen, außer Spesen wieder nix gewesen.

  3. hansimäuschen Says:

    Abgesehen davon, daß es schon einige wie etwa Freilichtmuseum, Fernuni und in gewisser Weise Theater gibt, kann ich nicht erkennen, daß es Alleinstellungsmerkmalen bedarf. Mir schwebt da eher eine lebens- und möglichst liebenswerte Stadt mit dem einen oder anderen an verschiedensten Angeboten vor.
    Ja, wie kann “ man “ bloß auf ein Contra entlang der Demarkationslinie ( mein Gott, wie doof ) kommen ? Wie aber auch auf Segways ? Wenn das nicht lustig ist incl. der Vorstellung, wie es denn wohl konkret aussähe, wenn Alt und Jung strahlend per Segway durch die Wälder fegen ?

  4. Allan Qutermain Says:

    Früher nach der Eingemeindung von Hohenlimburg nach Hagen gab es einen geflügelten Satz:

    Die Hohenlimburger sollen sich nicht grämen, bekommen sie doch Quasi einen Puff in ihren Stadtgrenzen.
    Und die Hagener ein Schloss.

    Da war das Leuchtturmobjekt, Wasserschloss Werdringen noch im Dornröschen Schlaf.

    Was macht dieses Alleinstellungsmerkmal, ausser durch seinen Förderverein unangenehm aufzufallen?

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