Nur bedingt politikbereit

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Nur noch die Hälfte der Fraktion bemühte sich zur Klausurtagung der SPD

Lediglich 10 von 19 Mitgliedern der SPD sahen die Notwendigkeit, an der jüngsten Klausurtagung der Fraktion im Hagener Rat teilzunehmen. Der Rückhalt für den Vorsitzenden Claus Rudel scheint nicht gerade dem Höhepunkt entgegen zustreben.

Thematisch war das Spektrum zwischen Stadtentwicklung und Wohnen angesagt, aber analytisch kam nichts wirklich Neues auf den Tisch und Lösungsvorschläge für die altbekannten Probleme sucht man nach wie vor vergebens.

So refererierte die Raumplanerin Sabine Schmidt über die Abwanderung vornehmlich junger Leute. Sehr häufig sind demnach persönliche Gründe wie der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums aber auch die Notwendigkeit eines Arbeitsplatzwechsels der Auslöser, dass diese Menschen darüber nachdenken, aus Hagen wegzuziehen.

Nur noch ein Viertel der Weggezogenen habe die Bereitschaft, irgendwann einmal wieder zurückzukehren. Denn immer häufiger entscheiden sich Menschen für einen Wegzug aus Hagen aufgrund der Stadtsauberkeit, des  schlechten Zustandes des Wohnungsbestandes und Wohnumfeldes in den benachteiligten Bezirken, des schlechten ÖPNV-Angebotes in den Abend- und Nachtstunden, des verbesserungswürdigen „Nachtlebens“ im Innenstadtbereich sowie die unattraktiven Lebensumstände für junge Erwachsene aberauch für Familien mit Kindern. Diese Motive wurden von den Weggezogenen im Rahmen einer Umfrage deutlich benannt.

Die Tendenz zum „Braindrain“ ist keine neue Erscheinung und seit Jahrzehnten Realität, ohne dass es die Hagener Stadtoberen wirklich tangiert hat. Die haben es mehr oder weniger hingenommen, dass ehemals vorhandene Hochschulangebote wie Fachhochschule und Pädagogische Hochschule geschlossen wurden und durch eine Minimallösung wie die FernUni, die keine Präsenzhochschule ist, und einen Restbestand an Studienangeboten der Fachhochschule Südwestfalen ersetzt wurden.

Die Lösungsansätze, die Stadtbaurat Thomas Grothe und die Vertreter der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft NRW präsentierten, konnten keine überzeugenden Perspektiven anbieten und verloren sich im Hinweis auf zu beantragende Fördermittel.

Bei der Klausurtagung wurde wieder einmal viel geredet, es wurden längst bekannte Fakten benannt und ein sicherlich nettes Zusammensein zelebriert. Lösungsansätze kamen am Ende nicht heraus.

P.S.: Demokratie kostet Geld. Auch Fraktionsklausuren, die selbstverständlich aus Steuergeldern finanziert werden, gehören dazu. Man darf allerdings erwarten, dass am Ende Ergebnisse, die die Stadt voranbringen, präsentiert werden. Man darf ebenso erwarten, dass eine Fraktion eine Klausur als Pflichttermin akzeptiert und nicht die Hälfte der Mitglieder durch Abwesenheit glänzt. Dazu sind die Hagener Parteigliederungen, und die SPD steht da nicht allein auf weiter Flur, offenbar nicht mehr in der Lage.

Für reine Lustreisen, egal ob ins Sauerland oder nach Jamaika darf kein Geld mehr aus dem notleidenden städtischen Haushalt oder sonstigen Steuerquellen zur Verfügung gestellt werden.

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4 Antworten to “Nur bedingt politikbereit”

  1. Peter Schlönzke Says:

    Nun das passt doch genau zu dem derzeitigen Kuschelkurs der Hagener SPD mit dem OB und der HAGENagentur.

    Bei den Fraktion vor Ort Veranstaltungen sind sogar noch weniger Ratsmitglieder vor Ort. In Hohenlimburg waren nur die Genossen Rudel und Meier anwesend.

    Btw, wo ist eigentlich Ratsfrau Timm Bergs? Arbeitet vermutlich schwer an dem Projekt Bolzplatz.oder wie?

    Und wann bemüht sich die SPD im Rat endlich mal um die schon länger hier lebenden Bürger in der Mozartstrasse und in Vorhalle, deren Aufzüge seit Monaten außer Betrieb sind. Während man die Edelobjekte im Focus hat , scheint man dort nicht genau hinsehen zu wollen, oder wie?

    Gibt es im Hagener Stadtrat eigentlich noch sowas wie eine Opposition?

    Fragen über Fragen und kaum Antworten.

  2. Erika Says:

    …so sieht also der Neuanfang der SPD Hagen aus. Die Ratsfraktion diskutiert über Sachen die unwichtig sind. Keine Stellungnahmen zu Themen wie: gescheiterte Bewerbung der Regionale, keine Aufarbeitung der Phoenix pleite, keine Stellungnahme zum Thema Gerichtsurteil Kita Gebühren…Claus, was ist los da bei deinen Leuten?
    Die Jusos sprechen seit einem Jahr über einen Parteitag…
    Die Frauen in der SPD veranstalten eine Wahlkampfveranstaltung und es kommen nicht mehr als 5 Besucher.
    Und Timo Schisanowski? Was macht er?

  3. Allan Qutermain Says:

    Wenn man doch weiss, warum Personen aus Hagen wegziehen,
    warum steuert man nicht dagegen?

    Zum Zigtenmale darüber labern oder Geld für ominöse Gutachten ausgeben, was man sowieso weiss, ist auch keine Lösung.

    Was Hagen braucht sind Politiker und Verwaltungsfachangestellte für die Bevölkerung und nicht so Flitzepiepen im Rat und den BVs.

    Nicht vergessen die Journalisten der Einheitspresse, die fast im Wochentakt, eine neue Sau mit Wünschen aus dem Redakteurbüro,
    durch die Stadt treiben.

    Es kommt nicht darauf an, was sich so mancher Redakteur in seinen warmen Büro in Berlin oder Essen wünscht,

    sondern was die Bevölkerung​ hier am Ort und wenn es nur „Kleinigkeiten“ sind, wünscht.

    Einige der Spinnereien der vergangenen Zeit,
    Oma und Opa wünschen sich ein Seniorenkaufhaus,
    anstatt weitere Ausdünnung des ÖPNV.

    Eine weitere Kneipe in Hengstey,
    wie die bestehen soll, neben der Kneipe im Freibad,
    oder Hundert Meter Entfernung zur bestehenden Dorfkneipe?
    ScheiXX drauf.

    Es ist kein Geld da für die Beseitigung der Wasserpest
    am Hengstey See oder Ausbaggerung von Schlick und Sedimente.
    Aber labern von Sandstrand und direkten Zugang zum See.
    Will man für die Fussgaenger, Inliner und Fahrradfahrer dort einen Tunnel graben? Denn die müssen da durch.

    Baumwipfelpfad an der Hinnenwiese.
    Soll die Straße Am Kettenbach oder Waldbauer Str. von Zurstraße
    4 Spurig ausgebaut werden?
    Entsteht für die angedachten tausenden Besucher oder Reisebusse,
    dort ein Parkhaus?

    Ein Wunschobjekt dümpelt in der Innenstadt vor sich hin.
    Richtig, das ESM. Auch damit hat man mit den Zahlen etwas daneben gelegen.

    Einen noch zum Schluss.
    Ich habe mir das Angetan und die öffentlichen Veranstaltungen zur Brandt Brache besucht. Veranstaltet wurde das von der BV Haspe.
    Moderatorin war der Werkhof. Das ganze fand statt in der AWO am Huettenplatz.

    Als der Antrag kam aus den Reihen der BV,
    man sollte aus der Brache eine Marina machen, bin ich gegangen.

    Ich bin mir nicht klar gewesen, ob das Ernst war

    oder ob die Ursache von ANDREAS gekommen ist?

  4. hansimäuschen Says:

    Das hört sich erst einmal gar nicht gut an, aber ich ( kein Genosse ) möchte den Bogen mal weiter spannen.
    Welche die klassischen Unternehmerparteien sind, ist gemeinhin bekannt, und Funke Medien ist nun mal ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Seit langer Zeit ist zu verfolgen, daß die SPD – neben einigen kleineren Parteien – bei der WP-Berichterstattung in den Keller geschrieben wird und bei der sich so bezeichnende Allianz der flottierenden Vernunft das Gegenteil geschieht ( natürlich incl. OB, der dies vielleicht nur deshalb werden konnte.. ).
    Parallel sind Leserbriefe wie auch Online-Kommentare ( die sich aus anderen Gründen erheblich ausgedünnt haben ) weit überwiegend SPD-kritisch bis abwertend.
    Selbstredend sind parteiliche Sym-/Antipathien unterschiedlich, so daß ein großer Prozentsatz etwa noch nie pro SPD eingestellt war, davon wieder ein Prozentsatz deshalb, weil schon die Vorfahren so dachten, Wechselwähler etc. kommen hinzu.
    Hinzu kommt m. E. aber auch ein Prozentsatz an Lesern, der sich nicht nur von der Presse, sondern auch von Leserbriefen/Kommentaren beeinflussen läßt. Klar, daß sich dies auch bei Wahlen niederschlägt.
    Nicht, daß es bei der SPD nicht hausgemachte Probleme gibt, die es in anderen Parteien auch gibt ( aber teilw. eher unter der Decke gehalten werden ), aber auch hier dürfen Wechselwirkungen nicht verkannt werden.
    Daß unter diesen Voraussetzungen eines so zustandegekommenen öffentlichen ( veröffentlichten ) Meinungsbildes SPD-Mitglieder Lust und Motivation verlieren, halte ich für menschlich verständlich und möchte daher hier relativieren.
    Eine ganz andere Frage ist, ob ein nicht derart interessengesteuerter, tendenziöser Lokalteil ( hier, geht aber natürlich über Hagen hinaus )) anderer Art denkbar ist. Jedenfalls glaube ich an ein sich immer mehr vollendendes Eigentor ( s. Auflagen- u. ABO-Zahlen ) letztlich auch für Funke-Medien ( wo scheinbar der EQ nicht reicht und nur der IQ-Klammerbeutel hängt ) auch aus diesem Grunde. Schade für Leser und Arbeitsplätze, und halt bestimmte Parteien…

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