Der letzte Vorhang

by

Ex-Opernsänger will seine Schrottimmobilien abstoßen

Horst Edel, Eigentümer der amtlich geschlossenen Häuser Eugen-Richter-Straße 98 und 102, will sich von seinen Immobilien trennen. Erwarteter Kaufpreis pro Objekt: 350.000 Euro, reine Mondpreise bei dem Zustand der beiden Häuser. Möglicherweise spekuliert Edel auf den neu erwachten Kaufwillen der Stadt, die unter Zuhilfenahme von Landesmitteln Schrottimmobilien unter ihre Kontrolle bringen will.

Das Haus Nr. 98 geriet bereits im Jahr 2010 in die Schlagzeilen, 2013 brachen Deckenbalken ein. Seitdem steht die Immobilie leer und im Erdgeschoss sind Fenster und Türen mit Spanplatten vernagelt.

Anfang April 2017 ließ die Stadt Hagen auch das Edel-Haus in der Eugen-Richter-Straße 102 versiegeln. Es wurde für unbewohnbar erklärt und darf seitdem nicht mehr betreten werden.

Der ehemalige Opernsänger und Sexfilmchen-Akteur („Heb hoch das Hemd, wenn’s Höschen klemmt“) hat nach Angaben der lokalen Presse selbst eingeräumt, „dass mittlerweile von der Stadt Hagen angeordnete Ordnungsverfügungen und Zwangsgelder in Höhe von 40 000 bis 50 000 Euro bei ihm aufgelaufen seien, weil er zahlreichen Auflagen nicht nachgekommen ist“. Auch beim Strom- und Wasserlieferanten Enervie stehe er mit 40 000 Euro in der Kreide.

Bereits im Juni 2016 gab die Stadt Hagen vier öffentliche Zustellungen an Horst Edel bekannt, „zuletzt wohnhaft Rue de Remsing 9, 57600 FORBACH, FRANKREICH“, Inhalt jeweils: „Antrag auf Eintragung von Sicherungshypothek“.

Das Hagener Einheitsblatt hatte trotzdem versucht, die offensichtlichen Missstände nicht dem Vermieter anzulasten, sondern den Mietern in die Schuhe zu schieben. Die Stereotypen standen bereit: Erst waren es Hartz-IV-Opfer, danach „Zigeuner“.

Ebenfalls zum Verkauf steht das Edel-Hotel „Ürziger Würzgarten“ im gleichnamigen Mosel-Örtchen. Als Erlös werden hier 700.000 Euro erwartet. Die Absteige war 2011 ins Gerede gekommen – die örtliche Zeitung, der Trierer Volkfreund, titelte damals: „Geplantes Bordell in Ürzig macht Ärger“.

Wann der letzte Vorhang in der Seifenoper endgültig fallen wird, ist schwer zu prognostizieren. Nur eins lässt sich schon jetzt mit Sicherheit sagen: 350.000 Euro für jedes der Häuser an der Eugen-Richter-Straße wird es nicht geben.

Advertisements

Eine Antwort to “Der letzte Vorhang”

  1. Allan Qutermain Says:

    Ich wäre bald vom Stuhl gefallen, als ich den anvisierten Verkaufspreis dieser Schrottimmobilien gesehen habe.
    Als Verkäufer tritt ein Berger auf.

    Aber Renovierung und 45 Zimmer hat doch was.

    Bei dem anderen Haus ist sogar noch der Müll aufgeschichtet bis zur 1 Etage auf dem Bild. Köstlich.
    Ich hätte einen Vorschlag, man stellt den Wert des Grundstücks fest.
    Abzüglich der Abrisskosten und baut Neu.

    Für Interessenten ist sogar die monatliche Hypothek angezeigt.
    Ein bisschen Eigenanteil mit bringen und gut ist.

    1.200 Euro Kosten und die Schrottimmobilie hat einen neuen Besitzer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: