Menschenauflauf bei Räumung der Problemhäuser in Hagen

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Die Stadt Hagen ließ gestern die Eingangstüren der beiden Problemhäuser in der Eugen-Richter-Straße 94 und 102 versiegeln. Aufgrund hygienischer, technischer und baulicher Mängel waren die beiden Immobilien für unbewohnbar erklärt worden, die Bewohner, allesamt Familien aus Rumänien, mussten ausziehen. Um fünf Familien mit 39 Personen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren, wies ihnen die Stadtverwaltung Übergangsquartiere zu. (…)

Mittendrin: Horst Edel (80), ehemaliger Opernsänger und seit fast 30 Jahren Besitzer des Hauses 102 – eine in jeder Hinsicht schillernde Figur. (…) „Hier liegt ein Versagen des Staates vor, die Integration der Südosteuropäer klappt überhaupt nicht“, klagte er. Bereitwillig gab er zu, dass mittlerweile von der Stadt Hagen angeordnete Ordnungsverfügungen und Zwangsgelder in Höhe von 40 000 bis 50 000 Euro bei ihm aufgelaufen seien, weil er zahlreichen Auflagen nicht nachgekommen ist. Auch beim Strom- und Wasserlieferanten Enervie steht er mit 40 000 Euro in der Kreide. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Bereits im Juni 2016 gab die Stadt Hagen vier öffentliche Zustellungen an Horst Edel bekannt, „zuletzt wohnhaft Rue de Remsing 9, 57600 FORBACH, FRANKREICH“, Inhalt jeweils: „Antrag auf Eintragung von Sicherungshypothek“.

Auf eine andere Methode dubioser Vermietungspraktiken weist „Stadtbaukultur NRW“ hin:

Das kriminelle Geschäft mit Problemimmobilien

Wie kommt es dazu, dass Häuser in der Stadt verfallen? Manche von ihnen stehen einfach leer und sind deshalb gefährdet, andere werden aber trotz schwieriger baulicher Verhältnissen noch bewohnt. Das geschieht nicht ohne Grund – es gibt Personen, die davon sehr profitieren. Der Mechanismus für diesen Profit, der zu Lasten der Bewohner und der öffentlichen Hand geht, hat viel mit den rechtlichen Rahmenbedingungen von Zwangsversteigerungen zu tun:

Wenn der ursprüngliche Eigentümer nicht mehr für seine Immobilie aufkommen kann, werden die Gebäude zwangsversteigert. Zur Ersteigerung der betreffenden Häuser sind vorab lediglich sogenannte Sicherheitsleistungen zu zahlen. Diese entsprechen etwa zehn Prozent des Verkehrswertes des versteigerten Objektes. Meist geht es dabei um Summen zwischen 4000 und 6000 Euro. Der Rest des Kaufbetrags wird nach sechs Monaten fällig.

Das Geschäftsmodell der skrupellosen Vermieter funktioniert folgendermaßen:

Über Strohmänner werden die Immobilien ersteigert und dann zu hohen Preisen an Menschen vermietet, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Unterkunft finden. Schon nach zwei Monaten geht die Rechnung auf und die eingangs geleisteten Sicherheitszahlungen sind ausgeglichen. Wenn die halbjährige Zahlungsfrist abgelaufen ist, stellt sich heraus, dass der Strohmann diesen Preis nicht zahlen kann. Das Gebäude kommt wieder in die Zwangsversteigerung – der Zyklus beginnt wieder von vorne.

Leidtragenden sind vor allem die Mieter, die zu überhöhten Preisen in schlimmen Verhältnissen wohnen müssen. (…)

Quelle: StadtBauKultur.NRW

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