Ohne professionelle Begleitung Erfolg eines Quartiersmanagements fraglich

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Abschlussbericht zur VHS-Reihe „Wohnen im Quartier“ von Uni50plus Hagen

In sieben Veranstaltungen zum Handlungsfeld „Integrierte Quartiersentwicklung“  erarbeiten die Mitglieder von Uni50plus Hagen moderierend und referierend mit einer interessierten Hagener Öffentlichkeit ein neues Selbstverständnis über gelebte Partizipation in Hagen.

Uni50plus beabsichtigt, auch im Hinblick auf die notwendige Leitbild-Diskussion weitere Veranstaltungen folgen zu lassen. Unter dem Titel „Wohnen im Quartier“ präsentiert Uni50plus in Kooperation mit der städtischen Volkshochschule zahlreiche Expertinnen und Experten, um sich der Thematik aus vielen Perspektiven zu nähern.

„Welche Bedeutung ein Quartier in der Stadt hat, habe ich in der VHS-Reihe von Uni50plus gelernt“, resümiert der Immobilien-Unternehmer Jürgen Wellerdieck die lehrreichen Seminare. In der Veranstaltung zum Projekt „Soziale Stadt Wehringhausen“, in der die Vertreter*innen des Lenkungskreises und des Projektmanagements aus Wehringhausen legen zusammen mit dem methodisch eingebundenen Publikum unter der Leitung von Dr. Marianne Groten und Dr. Rolf L. Willaredt übertragbare Inhalte für andere Stadtteile frei.

Dazu gehören: u. a. politischer Rückhalt bei Bezirksgremien, Verbindlichkeit in Absprachen, Besprechungsräume, Selbstbewusstsein der Akteure, Offenheit für Neues und neue Mitstreiter*innen und vor allem gegenseitige Wertschätzung im Prozess der Partizipation. Ohne professionelle Begleitung auch bei der Integrationsarbeit ist der Erfolg eines Quartiersmanagements fraglich, wie Gabriela Haasler und Markus Körner als Mitglieder des Lenkungskreises in Wehringhausen zu verstehen geben.

Unter dem Titel „Wohnen neu denken – Visionen, und Strategien, Beispiele für lebendige Quartiersentwicklung“, moderiert von Dr. Christian Kingreen und Ewald Mack, schließt die VHS-Reihe. Die Fragen „Wie wollen wir leben – wie können wir wohnen?“, werden projektbezogen in vier Themenbereichen erörtert.

So vertreten Jochen Schmidt vom „Mietshäuser Syndikat“ aus Freiburg die Ansicht, dass „Wohnprojekte auch gegen den Druck des Wohnungsmarkts organisiert und finanziert“ werden könnten, wie ihre 126 Beispiele aus ganz Deutschland zeigen. Antje Eickhoff von den „Montag Stiftungen Urbane Räume“ setzt auf die Förderung von gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Wohnprojekten und könne sich gut vorstellen, dass die Stiftung auch in Hagen Projekte unterstützt.

Dr. Michael Willhardt aus dem Duisburger Stadtteil Hochfeld berichtet am Beispiel „Zukunfts-Stadtteil“, dass es auch „einer kleinen, entschlossen agierenden Gruppe gelingen kann, durch Eigeninitiative und viel Einsatz“ ein Quartier aufzuwerten. Er verschweigt aber nicht, dass Hochfeld „wie ein Paradies für diejenigen erscheint, die auf dem Migrationsweg in großer Zahl dort zugezogen“ seien.  Die daraus erwachsenen Probleme drohten allerdings ohne professionelle Hilfe, das Quartier zu überfordern.

Dass Quartiere gemeinschaftlichen Wohnens auch Produkte einer Wohnungsgesellschaft sein können, wird im Referat von Welf Helm aus Bielefeld deutlich. „Das Bielefelder Modell“ habe sich über Jahrzehnte bewährt und biete seinen Mietern „Selbstbestimmtes Wohnen mit Versorgungssicherheit“ in einem Quartier, das als Sozialraum den Menschen lebenslanges Wohnen ermögliche.

Helga Heukeroth plädiert für einen Austausch im Rahmen von „Stadtteilkonferenzen für alle in Hagen“ über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Quartiere. Es müsse deutlich werden, dass Leitbilder auch von wechselnden gesellschaftlichen Bedingungen, vom aktuellen Zeitgeist und von „Moden“ beeinflusst werden.

Klaus Hirschberg sieht diesen letzten Veranstaltungsbaustein der Uni50plus-Reihe „nicht als Schlussstein des Themas, sondern als vielfältige Öffnung des Handlungsfeldes zu neuen Ideen“, die man vertiefen und gerne weitergeben wolle.

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