Leere Blase

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SPD Hohenlimburg attackiert Hagens Parteichef Timo Schisanowski

Dem Hagener SPD-Vorsitzenden bläst der Wind weiter scharf ins Gesicht. Nachdem erst kürzlich der Ortsverein Altenhagen die Frage aufgeworfen hatte: „Wofür brauchen wir Timo Schisanowski?“ , wird jetzt ein bereits auf den 16. März 2017 datiertes Schreiben des mitgliederstärksten Hagener SPD-Ortsvereins Hohenlimburg publik, in dem Schisanowski u.a. ignorantes Verhalten, Willkür und Ungerechtigkeit vorgehalten wird. Nach Ansicht der Hohenlimburger Genossen handelt es sich bei den Charaktermängeln des Hagener SPD-Chefs um einen Ausdruck von Führungsschwäche.

DOPPELWACHOLDER.DE dokumentiert im Folgenden das Schreiben:

Lieber Genosse Schisanowski,

wir wenden uns heute mit großer Sorge an Dich als Vorsitzenden der SPD Hagen. In der gesamten Republik erfährt die SPD einen Aufwind, in Hagen ist hiervon leider noch nichts zu spüren. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass wir unsere Probleme nur aussitzen.

Unabhängig von den bevorstehenden Wahlkämpfen erwarten die Bürgerinnen und Bürger von uns als SPD Offenheit, Transparenz, klare Kante und vor allem: Geschlossenheit!

Letzteres ist sowohl in der Innen- als auch in der Außendarstellung in den letzten Monaten nicht gelungen. Selbstkritisch muss man feststellen, dass hier nach vollmundigen Ankündigungen seit Monaten nichts passiert. Dieses passive Verhalten – insbesondere durch Dich als UB-Vorsitzenden – erzeugt Unruhe und Orientierungslosigkeit.

Am 2. Mai 2017 nähert sich nun der erste Jahrestag, an dem von Dir zugesagt wurde, nach der OV-Vorstandswahl in Hohenlimburg, „den konstruktiven Dialog zu suchen und dem Ortsverein die Gelegenheit zur geordneten Neufindung zu geben“ (s. Zitat vom 02.05.2016, WR Hagen).

Diese durchaus ansatzweise – fast gelungene – rhetorische Vorankündigung erwies sich bisher leider als leere Blase. Bis heute warten wir als größter Ortsverein mit über 220 Mitgliedern auf ein entsprechendes Gesprächsangebot von Dir. Übrigens: die Gelegenheit, auch wenn nicht initiativ von Dir, war mehrfach da. So haben wir Dich z.B. am 30.10.2016 persönlich zu unserer OV-Vorstandsklausurtagung eingeladen. Hierzu gab es von Dir weder eine Rück- noch eine Abmeldung. Dieses – fast schon bewundernswerte – ignorante Verhalten bedauern wir sehr.

Auch viele Delegierte in den Ortsvereinen sind stark verunsichert. Wie kann es sein, dass Du anhand Deiner subjektiven visuellen Erfassung darüber, wer, wann, wo und wie applaudiert hat, das jeweilige Wahlverhalten des Einzelnen öffentlich deutest? (s. Zitat WP Hagen vom 11.10.2016). Die geheime Wahl ist ein hohes Gut mit Verfassungsrang und in unserer Verfassung fest in Art. 38 Grundgesetz (GG) und der Landesverfassung NRW verankert.

Lieber Genosse Schisanowski,

genau durch dieses Verhalten darf nicht der Eindruck entstehen, dass Genossinnen und Genossen durch solche öffentlichen Aussagen verunsichert und ungerechtfertigter Weise in eine falsche Ecke gerückt werden. Eine Partei lebt von der Demokratie und dem Diskurs.

Unabhängig von der geheimen Wahl unserer (und anderer) Delegierten auf dem letzten Nominierungsparteitag im Oktober, dürfen Bewerbungen um Mandate nicht als „Angriff auf das System“, sondern müssen vielmehr als demokratisch legitimierter Prozess verstanden werden.

Wir in Hagen müssten eigentlich mit vollem Stolz erfüllt sein, dass es bei uns mehrere geeignete Bewerber gibt. Am Ende sollte der gewählte Kandidat eine breite Unterstützung durch alle Ortsvereine erfahren. Auch diese Selbstverständlichkeit –  egal für welchen Kandidaten – haben wir nie in Abrede gestellt.

Wir erinnern hiermit auch noch einmal an das fehlende Protokoll zu einem Gespräch vom 06.10.2016. Teilnehmer dieses Gespräches waren Timo Schisanowski, Karla Thieser, Robin Baranski, Peter Arnusch, Mark Krippner und Nesrin Öcal. Anlass dieses Gespräches war das von Dir ausschließlich in dem Einzelfall Peter Arnusch entwickelte Engagement zur Eintreibung von Sonderzahlungen.

Wir und der Genosse Arnusch haben dabei den Komplex der Beitragsgerechtigkeit in unserer Partei zum Thema gemacht. Wir haben Dir versichert, dass wir Dich in dem Vorhaben eine satzungskonforme Beitragszahlung durch alle unsere Mitglieder – insbesondere auch durch unsere Mandatsträger u.a. in den zahlreichen Aufsichtsräten, zu denen auch Du selbst als prominentes Beispiel und Aufsichtsratsmitglied der ENERVIE AG zählst – uneingeschränkt unterstützen werden.

Enttäuscht, erschrocken und verwundert mussten wir dann aber leider zur Kenntnis nehmen, dass Du Dich nur um den Einzelfall Peter Arnusch „kümmern möchtest“. Diese Form der Willkür und Ungerechtigkeit bei der Ausübung Deines Amtes macht uns bis heute fassungslos.

Trauriger Tiefpunkt ist für uns in diesem Zusammenhang, dass wir feststellen mussten, dass Du auch im Nachgang zu diesem Gespräch Deiner Verantwortung als Vorsitzender unserer sozialdemokratischen Partei nicht etwa gerecht wurdest: Anstatt Dich nun endlich für Beitragsgerechtigkeit einzusetzen, mit der Du als Vorbild beginnen könntest, sollst Du – so hört man – einseitig und falsch über den Inhalt dieses Gespräches berichten. Zudem warten wir bis heute auf ein auf Deinen und Karla Thiesers Wunsch von Robin Baranski geführtes Gesprächsprotokoll.

Nicht nachvollziehbar ist für uns Genossinnen und Genossen aus Hohenlimburg, dass mit unseren in ihren Wahlkreisen direkt gewählten örtlichen Ratsherren Peter Arnusch und Mark Krippner im Hinblick auf die Arbeit innerhalb der Ratsfraktion bis heute überhaupt nicht gesprochen wurde. Dieses Verhalten finden wir nicht akzeptabel.

Mark Krippner hat für die SPD Hagen einen herausragenden, überaus engagierten und sehr erfolgreichen Wahlkampf geführt. Unseren Wählerinnen und Wählern haben wir den Genossen Mark Krippner als unseren ersten Kandidaten auf jedem Wahlzettel zur Kommunalwahl präsentiert.

Es ist nicht redlich – insbesondere nicht den Wählerinnen und Wählern gegenüber – derart mit einem unserer Spitzen- und Aushängekandidaten umzugehen. Für unseren Vertreter Peter Arnusch gilt in Hohenlimburg ähnliches: Der Genosse Arnusch ist ein in der Hohenlimburger Gesellschaft geschätzter und anerkannter Sozialdemokrat.

Mit Blick auf Dein Zitat in der Berichterstattung der WP vom 14.02.2017 ist Deine Amtsführung für uns befremdlich. In dem besagten Artikel, in dem es um die von dem Ortsverein Altenhagen angestrengten Ordnungsverfahren geht, wirst Du mit dem Satz zitiert: „Das Ganze ist ziemlich durchsichtig und niveaulos sowie zum Fremdschämen.“ Darüber behauptest Du einen direkten Zusammenhang mit unserem Vorsitzenden Mark Krippner.

Wir stellen Dir hier die konkrete Frage: Was hat unser Ortsverein, und unser Vorsitzender, mit dem demokratisch eingeleiteten Verfahren eines autonomen Ortsvereins zu tun? Anstatt Dich – ohne mit uns oder dem hier eigentlich betroffenen Ortsverein Altenhagen das direkte Gespräch zu suchen – in der Öffentlichkeit derart ungünstig für unsere gesamte sozialdemokratische Partei abfällig über einzelne engagierte Genossen zu äußern, solltest Du Dir selbstkritisch die Frage stellen, ob es nicht ganz erheblich auch an Deiner Führungsschwäche liegt, dass die Situation derart eskalierte.

Als einen weiteren traurigen Tiefpunkt empfinden wir die jüngst initiierte Abwahl von Mark Krippner als Sportausschussvorsitzenden. Dieser Schritt wird insbesondere von der Sportfamilie in Hagen mit völligem Unverständnis und Kopfschütteln aufgenommen.

Unwürdig und beschämend ist der Umstand, dass die SPD-Fraktion im Rahmen einer Mehrheitsentscheidung zur Abwahl ihres „eigenen Mannes“ auch die öffentliche Demontage der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hagen in Kauf genommen hat.

So einen Fall gab es bisher in der gesamten Bundesrepublik nicht, und er ist damit einzigartig: Der sozialdemokratische Bürgermeister der Stadt und vormalige Oberbürgermeisterkandidat unserer Partei, der SPD, Horst Wisotzki hat, nachdem er seinen Widerspruch bereits intern in der Fraktion angekündigt hatte, der Ersetzung Mark Krippners durch Dietmar Thieser widersprochen. Daraufhin wurde der gesamte Sportausschuss auf die Initiative der SPD-Fraktion zur Erreichung des Ziels aufgelöst.

Die tiefe Spaltung und Zerrissenheit in unserer Fraktion wurde durch dieses Vorgehen für alle anderen Parteien und die Öffentlichkeit offenkundig. Ein solches selbstzerstörerisches Vorgehen sucht seinesgleichen und ist vollkommen einzigartig.

Von Dir als Vorsitzender der SPD Hagen war dazu nichts zu vernehmen. Es ist wie immer: Du tauchst ab und schweigst. Dabei fällt es in Deinen Verantwortungsbereich Schaden von der Partei fernzuhalten; es ist Deine Aufgabe die sozialdemokratischen Reihen zusammenzuhalten und, wenn nötig, zu einen.

Lieber Genosse Schisanowski,

diese (und weitere) Dinge hätten wir in den letzten Monaten gerne und zeitnah mit Dir besprochen. Bedauerlicherweise war das nicht möglich. Wir wünschen uns für die Zukunft und Deine restliche Amtszeit dennoch, dass eine Verbesserung möglich ist und sind trotz Deiner vielfältigen Aussetzer weiterhin zu Gesprächen bereit.

Mit sozialdemokratischen Gruß
SPD Hohenlimburg

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2 Antworten to “Leere Blase”

  1. Allan Qutermain Says:

    „Satzungskonforme Beitragszahlung durch Mandatsträger“.
    Da fällt mir spontan noch eine andere im Hagener Stadtrat vertretende Partei ein.

    Ich komme nur nicht auf den Namen?
    In NRW gibt es eine MdB, die sass schon 3 Jahre im Bundestag,
    bevor es auffiel, das sie kein Parteimitglied war und und auch keine Knete abführte. Aber in jeden zweiten Satz etwas von Sozialer Gerechtigkeit faselt.
    Vorbild ist wohl Putin, der ja auch nicht Mitglied seiner Partei ist.

    Aber zurück zum Dauerstudenten Schisanowski,
    von was lebt dieser Knabe eigentlich?
    Von den einbehalteten Mandatsträgerzahlungen, wie ich diesen Brief der SPD Hohenlimburg deute?

    Großes Vorbild ist ja wohl der neue Messias der SPD,
    oder der Ex-OB aus Dortmund.

    Letzterer steckte sich pro Jahr über 250 Tausend Euro Vorstandsbezuege ein, ohne
    seine Heimat SPD daran teilhaben zu lassen.

  2. Erika Says:

    Wie soll auch ein Student der bis heute keinen einzigen Abschluss außer sein Abitur hat eine Partei führen??

    Der kann nur Eversbusch saufen und wenn er besoffen ist torkelt er mehr hin und her als unsere Wetterstation bei einem Orkan.

    Das ist doch beschämend für die SPD in Hagen solch einen Repräsentanten an die Spitze der Partei zu stellen und das schlimmste ist es ihn dabei noch zu halten und zu fördern obwohl seine Leistung der eines Maulwurfes entspricht.

    Mach Platz für gebildete und erfolgreiche Menschen die es Wissen eine Partei auch in Schlechten Zeiten zu führen und gut darstellen zu lassen.

    Du hast überhaptkeine Qualitäten zum Parteivorsitzenden. Schähm dich über deine Person und überleg dir ob es nicht besser ist von alleine das zusammenfallende Zelt zu räumen.

    Es wird Zeit zu gehen Herr Schissanowski

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