Fundsache: Es ist noch Suppe da

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Praktiken aus der Bezirksvertretung Haspe

Wollte sich die Bezirksvertretung Haspe Gelder zur persönlichen Bespaßung im nichtöffentlichen Teil der heutigen Sitzung genehmigen?

Es sieht ganz danach aus. Zunächst fehlte die Beschlussvorlage zum entsprechenden Tagesordnungspunkt, einen Tag später war sie plötzlich da. Aber als „nichtöffentlicher“ Vorschlag, unterzeichnet von Bezirksvorsteher Dietmar Thieser (s. Abb.).

Darin ist nicht nur zu lesen, dass 1.500 Euro für einen Planwagen, auf dem sich das Gremium dem Volk präsentiert, nebst zugehörigem „Wurfmaterial“ investiert werden sollen. Auch erfährt der geneigte Interessierte, dass die BV eine „Kirmeskommission“ unterhält.

Nun, irgendwo muss die Kohle für „Repräsentationszwecke“ ja bleiben. Mit 8.000 Euro verpulvert die BV Haspe mehr als ein Viertel ihres Etats in Höhe von 30.000 Euro für ihre Selbstdarstellung. Selbst die, gemessen an der Einwohnerzahl, mehr als dreimal so große BV Mitte kommt mit einem geringeren Betrag aus.

Während an anderen Stellen in den vergangenen Jahren gekürzt wurde, bis die Schwarte kracht, gilt für die Inszenierung der eigenen Bedeutsamkeit die Leitlinie „Es ist noch Suppe da“.

Dieses Selbstverständnis illustriert auch ein rares Filmdokument mit Ausschnitten einer BV-Sitzung; der Sitzungsleiter tritt hier unter dem Pseudonym „Jupp Schmitz“ auf:

2 Antworten to “Fundsache: Es ist noch Suppe da”

  1. Allan Qutermain Says:

    Ich bin dafür, dass diese Selbstdarstellertruppe für das nächste Jahr, eine Erhöhung von 33 Prozent ihrer Tantiemen bekommt.

    Anstatt eine Werbekampagne wegen den Leerstände im Zentrum zu starten, wird das Geld zur Selbstdarstellung ausgegeben.
    Natürlich wird in nichtöffentlichen Sitzungen dafür beraten und abgestimmt.
    Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, das nach REWE ein weiterer Laden in der Voerder Str. bald dicht macht.
    Da kommt bestimmt dann der Xte Handyladen, Daddelschuppen oder Dönerbude hinein.

    Ich war diese Woche mal wieder in der Volme-Galerie.
    Grausam. Leerstand über Leerstand.

    Dagegen politisch Vorzugehen, oder bessere Rahmenbedingungen schaffen, damit das nicht passiert. Das ist Aufgabe einer BV.

    Und nicht Bobons unter das Volk zu werfen.

  2. Robert Says:

    In den 80 und 90 Jahren als die BV Haspe noch über wesentlich mehr Haushaltsmittel verfügen konnte und mit ihren Entscheidungen zur Nord und Südumgehung, dem Hüttenplatz oder der Bezirkssportanlage die Möglichkeiten hatte den Stadtteil mit zu gestalten,hat man meinem Kenntnisstand nach die Teilnahme am Zug wesentlich preiswerter organisiert. Damals lieh man sich bei einem Bauern aus Haspe einen Traktor mit Anhänger und bemalte nach Feierabend selbst ein paar Sperrholzplatten zur Wagen Dekoration. Das Wurfmaterial besorgte man sich zu günstigen Konditionen bei der einheimischen Wirtschaft wie zum beispiel :Villosa oder Brand.Das man heute wo die BV sehr viel weniger Gestaltungsspielraum hat anscheinend deutlich mehr für eine solche Werbemaßnahme ausgibt. Erstaunt mich.

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