Eine „gewisse“ regelmäßige Leerung

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HEB räumt erstmals Versäumnisse bei Papiercontainern ein

Ein typisches Bild: Container bis zur Halskrause gefüllt. Weiteres Altpapier kann nur noch daneben gestellt werden. Foto: DW.

Es ist ein chronisches Problem des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB): Die städtische Tochtergesellschaft ist nicht dazu in der Lage, die Papier- und Altglascontainer so zu entleeren, dass die Bürger nicht regelmäßig dazu gezwungen sind, ihre Wertstoffe neben den Behältern abzulegen, weil diese überquellen und nicht mehr zu befüllen sind.

Mit fleißiger Schützenhilfe durch das lokale Monopolblatt WPWR wurde in der Vergangenheit die Schuld an der dadurch verursachten Verschmutzung des Umfelds der Container den Bürgern zugeschoben. Jetzt räumt der HEB erstmals eigene Verantwortung ein – aber nur ganz sachte.

Am morgigen Mittwoch steht das Thema auf Antrag der SPD-Fraktion auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl. In Eilpe wurde nach Angaben der SPD (wieder einmal) ein Containerstandort abgebaut. Von der Verwaltung seien im Gegenzug Erweiterungen der Containerkapazitäten an anderen Stadtorten zugesagt worden. Dadurch sollte die Gesamtkapazität zur Entsorgung von Glas und Papier im Bereich Eilpe erhalten werden.

Der Augenschein zeige jedoch an den vorhandenen Standorten überquellende Container und massive Verschmutzungen. Die SPD fragt deshalb nach den Zeitintervallen der Containerleerungen und danach, ob und wenn ja wo zusätzliche Container aufgestellt wurden.

HEB-Bereichsleiter Liedtke räumt in seinem Antwortschreiben ein, dass überhaupt keine Ersatzcontainer aufgestellt wurden: „Aus Sicht der HEB GmbH stehen (sic!) im Stadtgebiet von Eilpe eine ausreichende Anzahl von Containerstandorten zur Verfügung.“

Auch mangelnde Leerungsfrequenzen können seitens des HEB nicht länger geleugnet werden: „In letzter Zeit ist es zu unregelmäßigen Leerungen der Standorte gekommen.“ Man versuche, eine „gewisse“ regelmäßige Leerung zu organisieren. Begründet werden die Mängel mit „zurzeit grassierenden Krankheitswellen“. Da mangelhafte Leerungen bereits seit Jahren Dauerzustand sind, müssen „Krankheitswellen“ beim HEB ebenfalls Dauerzustand sein.

Auch zu den von HEB und Presse mantraartiv vorgetragenen Behauptungen, die Containerstandorte seien permanent durch Rest- und Sperrmüll verunreinigt, legt Bereichsleiter Liedtke plötzlich den Rückwärtsgang ein: „Vieles was an den Standorten abgestellt wird, ist Papier und Glas, was eigentlich in die Container gehört.“ Dort aber wegen mangelhafter Leerung nicht mehr hineinpasst, hätte er ergänzen müssen.

Schon Ende Januar hatte die Fraktion „Bürger für Hohenlimburg“ (BfHo) in der dortigen Bezirksvertretung die mangelhaften Leerungsintervalle kritisiert und eine bedarfsgerechte Leerung beantragt. Damals schob Liedtke die Verantwortung für „die Belästigung und Verdreckung rund um die Wertstoffsammelbehälter“ noch weit vom HEB weg und versuchte sie auf „unachtsame Zeitgenossen“ abzuwälzen.

Interessant ist auch die Abstimmung über den Antrag in der Bezirksvertretung Hohenlimburg. Neben Antragsteller BfHo stimmte nur noch die SPD-Fraktion für eine „bedarfsgerechte Leerung“, die anderen Gruppierungen wollten offensichtlich lieber eine weitere Vermüllung akzeptieren, anstatt den HEB in die Pflicht zu nehmen. CDU und Hagen Aktiv stimmten jedenfalls dagegen, die GRÜNEN enthielten sich. Damit war der Antrag abgelehnt.

So bleibt das Thema für die Stimmungsmache erhalten. Vielleicht war das ja auch Sinn und Zweck der Ablehnung.

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Eine Antwort to “Eine „gewisse“ regelmäßige Leerung”

  1. Allan Qutermain Says:

    Irgendwo muss auch der Schwachsinn stehen, dass der Bürger durch
    die Leerung der Altglas-Container und Papier-Container in öffentlicher Hand, bei der Restmüllabholung Gebühren sparen würde.

    Was die angebliche Personalmisere der HEB und HUI angeht,
    das ist Unglaubwürdig,
    bei 2 Geschäftsführer und 1 Pressesprecherin.

    Ach so, 3 Dienstwagen um die 60.000 Euro lmüssen ja auch noch drinn sein, für die 3 Oberen.

    Bekommen die ca. 25 Bediensteten der HUI jetzt wenigstens das gleiche Gehalt wie die Bediensteten der HEB?
    Oder immer noch Hunderte Euro weniger im Monat?

    Wenn nein, das Erklärt auch den erhöhten Krankenstand.

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