Hagen Aktiv will Sprachkurse für Kinder zur Pflicht machen

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Die Wählergermeinschaft Hagen Aktiv fordert, die Sprachförderung von Vorschulkindern stärker in den Blick zu nehmen. In einem Antrag für den nächsten Schulausschuss heißt es, alle zugezogenen Kinder ab dem vierten Lebensjahr sollten innerhalb von vier Wochen nach ihrer Anmeldung in Hagen einem Sprachtest und, falls notwendig, einem Sprachkursus zugewiesen werden. „Aufgrund der erheblichen Defizite in der Menge an Kindern, die in Hagen leben, ist eine solche Förderung absolut notwendig“, begründet Michael Gronwald, Ratsherr und Bezirksvertreter in Haspe, den Vorstoß. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Unter dem Deckmäntelchen der Forderung nach „besserer Integration“ wird wieder einmal subtil kaschierte Hetze betrieben.

Schon an der Wortwahl lässt sich ablesen, dass es nicht um das Wohl der Kinder geht, sondern darum, die ungeliebten – um nicht zu sagen: verhassten – Zuwanderer aus Südosteuropa mal richtig an die Kandarre zu nehmen. „Verpflichten“, „zuweisen“, „müssen“, so die Kasernenhof-orientierten Forderungen der Vertreter von Hagen Aktiv und ihres einschlägig berüchtigten Sprachrohrs aus der heimischen Redaktionsstube.

So leben Rumänen und Bulgaren (eigentlich sollte es ja heißen: Zigeuner) nach der obligatorischen Diktion des Schreibers Hubertus Heuel natürlich in „Clans“, die „für erhebliches Konfliktpotential sorgen“.

In den Familen von 35,3 Prozent der Kinder in Hagen werde nicht deutsch gesprochen. Und Heuel weiß: „Die aus Südosteuropa zugewanderten Clans gehören in der Regel dazu.“ Clans – was sonst?

Nun wird in Auswandererfamilien zuhause im Regelfall immer die Heimat- bzw. Muttersprache gesprochen. Das ist auch bei Deutschen so, die in andere Länder auswandern. Der Erwerb der neuen Sprache des Einwanderungslandes wird dadurch nicht behindert; eher ist das Gegenteil der Fall, wie zahlreiche Untersuchungen belegen.

Ratsherr Gronwald, nebenbei auch noch Mitglied der Bezirksvertretung Haspe – so etwas wie die Krönung der Hagener Politik – versteigt sich zu der Behauptung, Sprach- und Integrationskurse würden nur für Flüchtlinge bereitgehalten, „aber nicht für Zuwanderer aus Staaten der Europäischen  Union“. Das ist natürlich Unsinn. Gronwald sollte sich vielleicht erst einmal bei den Anbietern solcher Kurse (z.B. Volkshochschule oder Diakonie) schlau machen, bevor er derartige Behauptungen aufstellt.

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