Denkmalschutz für Breker-Bau

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Gerling-Haus mit braunem Schatten

gerling-hausBreker-Bau Gerling-Haus. Foto: DW.

Der ehemalige Sitz der Hagener Filiale des Versicherungskonzern Gerling in der Körnerstraße 45 ist unter Denkmalschutz gestellt worden.

Der Bau fügt sich ein in ein Ensemble mit Gebäuden im typischen Stil der 1950er Jahre im Umfeld des Volksparks. Dazu zählen die Kaufmannsschule, die frühere Firmenzentrale der Elektromark (später Enervie/Mark-E), die Konzertmuschel, der Nierentisch-Vorbau der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer sowie der 1990 von einer Bürgerinitiative vor dem Abriss gerettete Reisepavillion Elberfelder/Ecke Karl-Marx-Straße.

Geplant wurde das 1955/56 errichtete Gerling-Haus vom Bildhauer und Architekten Arno Breker (1900 – 1991). Der umstrittene Breker galt als Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers und war 1937 der NSDAP beigetreten. Im selben Jahr wurde Breker Professor einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

In Brekers Figuren sahen die Nationalsozialisten die ästhetischen Ideale ihrer Rassenlehre, den „gesunden, arischen Menschentyp“, versinnbildlicht, und er erhielt zahlreiche Staatsaufträge.

Diese Aufträge bildeten den Beginn der engen persönlichen Zusammenarbeit zwischen Breker und Albert Speer, seit 30. Januar 1937 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, der die „Neugestaltung Berlins zur Hauptstadt des Großgermanischen Reiches“ planen und durchführen sollte. Breker wurde die Aufgabe übertragen, die Neubauten mit seinen Plastiken zu schmücken.

Zu seinem 40. Geburtstag 1940 erhielt Breker von Hitler das ehemalige Rittergut Jäckelsbruch in Eichwerder (Wriezen) zum Geschenk, in „dankbarer Anerkennung seiner schöpferischen Arbeit im Dienste der deutschen Kunst“. 1941 wurde Breker Vizepräsident der Reichskulturkammer der Bildenden Künste.

Nach 1945 wirkte er unter anderem bei der Gestaltung der Gerling-Konzernzentrale in Köln mit. Wegen des monumentalen Charakters der Bauten, die Erinnerungen an die Kolossalgebäude Albert Speers weckten, wurde das Gebäude-Ensemble von der Bevölkerung schon bald „Kleine Reichskanzlei“ genannt.

In dem ebenfalls von Arno Breker geplanten Hagener Gerlinghaus residiert heute u.a. das Anzeigenblatt Wochenkurier. Der verkniff sich in einem Artikel anlässlich seines Umzugs 2015 jeglichen Hinweis auf die Vergangenheit Brekers:

„Ein Blick ins Innere lässt nicht nur die Herzen von Historikern höher schlagen. Tradition und Moderne gehen Hand in Hand, wenn das Team des Wochenkuriers den neuen Verlagssitz bezieht.“

Tradition und Moderne – das hätte Arno Breker sicherlich gefallen.

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Eine Antwort to “Denkmalschutz für Breker-Bau”

  1. hansimäuschen Says:

    und dies in Form des WK – Chefredakteurs als Kunsthistoriker, Stadtheimatpfleger und Mitvorsitzendem des Hagener Heimatbundes…

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