Ein Unpolitiker an den Hebeln der Macht

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Wie können sich die Außen- und Sicherheitspolitik der USA unter Präsident Trump verändern? Was bedeutet das für Deutschland und Europa? Zwei Politikwissenschaftler der FernUni äußern sich dazu.

trump_donald_offizielles_foto_des_weissen_hausesSteht die Welt am Ende ihrer bisherigen Ordnung durch die Wahl von Donald John Trump zum 45. Präsidenten der USA? Oder wird es sich „nur“ um eine scharfe Zäsur handeln? Steuert die Weltmacht auf einen neuen Isolationismus zu? Welche Auswirkungen werden sich für die Außen- und Sicherheitspolitik der NATO, der Europäischen Union und Deutschlands ergeben? Und was treibt Trump wirklich an? Das offizielle Foto des Weißen Hauses von Präsident Trump (links) sagt mehr als 1.000 Worte.

„Ja, in der politischen Realität erleben wir wohl das Ende einer Weltordnung“, bestätigt Dr. Christopher Kaan. „In der Forschungsperspektive kann man aber sagen, dass wir nach einer Übergangsperiode in eine neue Weltordnung übergehen. Wir haben aber nicht jetzt die scharfe Zäsur, eine entscheidende Änderung gab es ja bereits in den 1990er Jahren.“ In seinem Buch „Das Ende der Geschichte“ stellte der Politikwissenschaftler Francis Fukujama dar, dass nach dem Zerfall des Ostblocks eine „Harmonie der Interessen“ herrschen und sich Liberalismus und Markwirtschaft überall und endgültig durchsetzen würden. Kaan: „Heute stellen wir fest: Offensichtlich ist das ‚Ende der Geschichte‘ doch nicht mehr gegeben“, weil bestimmte Akteure jetzt ihre Eigeninteressen verstärkt wahrnehmen, Russland zum Beispiel und jetzt auch die USA. (…)

Trump ist für List „kein wirklicher Politiker, sondern ein Unpolitiker, ein Machtmensch, der politisch nicht interessiert ist.“ Dass er die Weltmacht USA führen will wie einen Konzern, verheißt für den Wissenschaftler nichts Gutes: „Bei aller Vorsicht bei Ferndiagnosen: Was wohl jeder erkennen kann ist ein kleines Ego, das er mit ‚sichtbaren‘ Scheinerfolgen übertünchen möchte.“ Für Trump sei das Image des höchst erfolgreichen Unternehmers „wahnsinnig wichtig“. (…)

„Als er mit Casinos und Hotels beinahe gescheitert war, kam er ‚auf den Trichter‘: Ökonomisch kann ich mich öffentlich nicht mehr besonders gut profilieren. Aber mein Name ist ja schon in allen Medien – als großer Medien-Guru könnte ich also noch etwas werden.“ Lists Meinung nach ist er so auch in die Politik „hineingerutscht“: ohne konkrete politische Vorstellungen oder Gestaltungswillen. Und ohne irgendeine Ahnung von den Komplexitäten der internationalen Politik. List: „Öffentlich Personen abzuwatschen scheint ja sein Ding zu sein – das hat wieder mit dem kleinen Ego zu tun.“ Dass er seine Steuererklärung nicht veröffentlicht, lasse jedenfalls an seinem ökonomischen Erfolg zweifeln: „Man könnte zumindest vermuten, dass er zu viele Kredite hatte, als dass die Banken ihn hätten fallenlassen können. Das kennen wir aus der Finanzkrise – to big to fail“, zieht der Politikwissenschaftler Schlüsse aus der Vergangenheit.

Die Kompensation eines kleinen Ego durch Äußerlichkeiten zeigt sich für List auch daran, dass es für Trump an seinem ersten Amtstag nichts Wichtigeres gab als immer wieder zu bekräftigen, dass die Zuschauerzahl bei seiner Amtseinführung die größte aller Zeiten gewesen sei. Viele Präsidenten arbeiteten vor allem in ihrer zweiten Amtsperiode intensiv an dem Bild von sich, das sie später in den Geschichtsbüchern haben möchten. „Im Gegensatz dazu scheint der Zeithorizont Trumps sehr viel kurzfristiger zu sein.“ (…)

Quelle: FernUni

Dazu passend:

Neuer Rekord!

us-praesidentenTage, die es dauerte, bis mehr als 50 Prozent der US-Amerikaner die Politik ihres Präsidenten missbilligten.

Quelle: Katapult Magazin

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Eine Antwort to “Ein Unpolitiker an den Hebeln der Macht”

  1. Allan Qutermain Says:

    Die Amis haben seit Staatsgründung, von bis jetzt 45 Präsidenten,

    unter 3 Präsidenten keinen Krieg gegen irgendeinen Staat geführt.

    Die besten waren in der Neuzeit in Vietnam, Jugoslavien,

    und nicht zu vergessen die Show bei der UNO.

    Wo es darum ging, Sadam Hussein führe mit Giftgasfabriken auf Sattelzüge durch den Irak.

    Auch die vorgeführte 15 jährige Alibizeugin war nicht schlecht.
    Diese wollte gesehen haben, das in Irakischen Krankenhäuser,
    Babys getötet wurden.
    Das ganze wurde noch mit einen Film aufgenommen von dieser Zeugin unterlegt.
    Später stellte sich heraus, das ganze war in Hollywood lange vor dieser gefakten Aufführung gedreht worden.

    Und wir hatten einen Verteidigungsminister der uns blöden Michels weismachen wollte,

    unsere Demokratie würde am Hindukusch verteidigt.

    Das mit dem Brunnenbauen mit einem G36 oder HK 418 in der Hand, war auch so ein Spruch.

    Afghanistan hat bis jetzt 54 Bundeswehrsoldaten das Leben gekostet.

    Auch unsere Politiker sind groß damit, Schei**e unter das Volk zu streuen.

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