AfD-Radke – die verfolgte Unschuld

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radke-flugblattAnti-Radke-Flugblatt, geschwärzt ist offenbar das Adressenfeld. Bildquelle: AfD Hagen/Fakebook

Engagierte Mitbürger der Initiative „Nationalismus ist keine Alternative“ haben im Wohnumfeld der AfD-Ratsfrau Lisa Kristin Radke Flugblätter verteilt, in denen sie Radke als „geistige Brandstifterin“ bezeichnen, die „rassistische und nationalistische Denkmuster“ verbreite.

Die Westfalenpost spricht davon, dass das Papier Nachbarn gegen Radke „aufwiegeln soll“; in dem Flugblatt wird gefordert: „Zeigen Sie, dass Frau Radke hier in der Nachbarschaft nicht erwünscht ist!“

Die hat laut Zeitung Anzeige erstattet – wegen „Beleidigung“. Jetzt ermittelt nach Angaben der Westfalenpost der Staatsschutz.

Radke ist nun wahrlich nicht das arme Hascherl aus der Külpestraße in Hagen-Kabel, sondern Mandats- und mehrfache Funktionsträgerin einer zunehmend rechtsextremistischen Partei, über die selbst ehemalige Mitglieder nicht mehr viel Positives zu berichten wissen.

Radke ist Mitglied des Hagener Stadtrats und gleichzeitig Geschäftsführerin ihrer AfD-Fraktion. Eine lukrative Angelegenheit. Für Personalkosten des Fraktionsbüros weist der Haushaltsplan der Stadt für 2016 den Betrag von 109.000 Euro aus, der im kommenden Jahr auf 111.500 Euro ansteigen soll.

Die Kabelerin ist Mitgründerin des Hagener Stadtverbands der rechtsnationalistischen Gruppierung und als Schatzmeisterin Mitglied des geschäftsführenden Vorstands.

Daneben fungiert sie als stellvertretende Sprecherin des Bezirksverbands Arnsberg und ist Vorstandsmitglied des nordrhein-westfälischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“.

Der ehemalige stellvertretende Sprecher der Bundes-AfD, Hans-Olaf Henkel, nennt seine frühere Partei „NPD light“ und die erst kürzlich ausgetretene baden-württembergische Landtagsabgeordnete Claudia Martin hält ihren Ex-Verein sogar für „krasser als die NPD“.

Lisa Kristin Radke hat als auf vielen Ebenen agierendes Mitglied einer rechtsnationalistischen Hetz- und Hasspartei keine Veranlassung, sich als verfolgte Unschuld zu präsentieren. Im Gegenteil. Die Autoren des Flugblatts haben trotz der von der AfD und ihren Mitgliedern zu verantwortenden üblen Tiraden ihre berechtigten Einwände geradezu gentlemanlike formuliert.

Wer möchte solche Leute wie Radke schon in der Nachbarschaft haben? Eine Frage, die sich jeder Demokrat stellen dürfte. Von „Beleidigung“ kann hingegen selbst bei großem Wohlwollen keine Rede sein.

Siehe auch:

„NPD light“ nimmt sich Flüchtlinge vor

Der Hagener AfD-Führer Michael Eiche: „Wir müssen das Problem lösen, am besten sofort.“

Quelle: DW

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