Politik setzt sich für mehr Busse auf Hagener Straßen ein

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Neues Jahr, neue Ansätze: In der ersten Sitzung des Rates 2017 soll es in einem Antrag darum gehen, welche Auswirkungen es auf den Verkehr in der Stadt hat, wenn mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fließt. „Ich denke, dass wir alle Fraktionen unter einen Hut kriegen“, sagt Hans-Georg Panzer, Vorsitzender des Umweltausschusses.

In diesem Gremium war die Diskussion jüngst aufgepoppt, als wieder einmal der Luftreinhalteplan auf der Tagesordnung stand. Eine der Maßnahmen, die die zu hohen Schadstoffe in der Innenstadt reduzieren sollen, ist die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV. (…)

Dass ein attraktiver ÖPNV durchaus Effekte nach sich zieht, ist für Professor Heiner Monheim, Mitinhaber des Raumkom-Instituts für Raumentwicklung und Kommunikation, klar. Der Verkehrs-Experte tritt für einen radikalen Ansatz ein: fünfmal mehr Haltestellen und ein Zehn-Minuten-Takt bis in die Wohnquartiere hinein. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: In seinem Kommentar zur möglichen Ausweitung des ÖPNV („Radikal aber richtig“) stellt WPWR-Redakteur Jens Stubbe zutreffend fest: „Dafür ist ein radikaler Ansatz der richtige. Nur wer so denkt, kann etwas bewegen. Wenn am Ende des Prozesses steht, dass eine Linie hinzukommt oder am Abend einzelne Linien länger verkehren, ist nichts erreicht.“

Ob aber die Überschrift des Artikels („Politik setzt sich für mehr Busse auf Hagener Straßen ein“) den Fakten entspricht, darf zum jetzigen Zeitpunkt arg bezweifelt werden. Hat diese Politik doch in den letzten Jahren die Mittel für den ÖPNV stark zusammengestrichen.

So schon im Dezember 2007 um 2 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst – also mit den Stimmen von SPD und GRÜNEN, die nun laut WPWR-Artikel eine Wende einleiten wollen. Weitere 2 Millionen Euro wurden ein Jahr später weggekürzt. Diesmal lehnten die GRÜNEN die Vorlage ab, aber die SPD votierte wiederum mit Ja.

Wenn Prof. Monheim konstatiert, es sei „für eine Kommune wie Hagen wesentlich teurer, ein viel zu großes Straßennetz zu unterhalten, in dem Autos Vorrang gewährt wird, als den ÖPNV auszubauen“, lässt sich diese These aufgrund der entstehenden Kosten leicht nachvollziehen.

Jedes Jahr werden in Hagen für Straßen und Parkplätze etwa 53 Millionen Euro aufgewandt, davon belasten 36 Millionen Euro Eigenmittel unmittelbar den städtischen Haushalt. Würde dieser Ansatz nur um 10 Prozent reduziert und zu Gunsten des ÖPNV umgeschichtet, könnte beim Busangebot zumindest der Zustand von 2007 wiederhergestellt werden.

Das wäre aber bestenfalls ein Anfang. Für eine wirkliche Verkehrswende – das hat Jens Stubbe völlig richtig beschrieben – sind dagegen weitaus radikalere Maßnahmen nötig, um der Überflutung der Stadt mit dem motorisierten Individualverkehr Einhalt zu gebieten.

Einige Vorschläge kamen zum Wochenende aus dem Bundesumweltministerium: Strecken- und gebietsbezogene Verkehrsbeschränkungen, zum Beispiel nur Einfahrt in belastete Gebiete wahlweise mit geraden oder ungeraden Endziffern auf den Nummernschildern.

Dazu: Interview mit Prof. Heiner Monheim:

monheimWPWR, 17.12.2016. Leider nicht online verfügbar, für eine größere Darstellung aufs Bild klicken.

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